Ratgeber

Wen kümmert der Ölpreis? Die Zukunft des Heizens

Solarenergie, Holzpellets oder Erdwärme - Häuslebauer haben heute eine Reihe Alternativen zu Öl und Gas. Doch nicht jede erneuerbare Energiequelle eignet sich für jedes Haus. Ausschlaggebend sind vor allem die geografischen Gegenbenheiten des Immobilienstandorts. Und auch der Geldbeutel des Eigentümers schränkt die Wahlmöglichkeiten ein.

Grundsätzlich sind energieeffiziente Gebäude und regenerative Energiequellen gerade für Sparwillige zu empfehlen. Auch bei bestehenden Gebäuden lohnt sich das Umrüsten, meint Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energieagentur (dena). Angesichts von Ölpreisen, die an der 100 Dollar-Grenze kratzen, empfiehlt er, bei einer anstehenden Gebäudesanierung das Haus energetisch zu modernisieren und dabei regenerative Energiequellen zu nutzen. "Das stellt die Energieversorgung des Hauses langfristig auf sichere Beine."

Eine Möglichkeit sind solarthermischen Anlagen. Sie erzeugen aus dem Licht der Sonne Warmwasser- und Heizenergie. Diese Wärme wird in einem Warmwasserspeicher im Heizungsraum gespeichert. 60 Prozent des benötigten Warmwassers lassen sich auf diese Weise bereitstellen. Im Sommer sind es sogar 100 Prozent, dann kann das konventionelle System ausgeschaltet bleiben. Solarthermie kann aber nicht nur Wasser, sondern auch die Wohnung erwärmen. "In einem gut gedämmten Gebäude lassen sich so rund 20 bis 25 Prozent der Jahresraumwärme erzeugen", weiß Christian Stolte von der dena. Wer seine konventionelle Heizung durch eine Solaranlage ergänzen möchte, muss mit Anschaffungskosten ab 4.000 Euro rechnen.

Holz im Tank

Bei Holzpellets geht es auch ohne unterstützende Heizsysteme. Nun ist Heizen mit Holz alles andere als neu, aber mit knisterndem Kaminfeuer haben Pellets nicht viel zu tun. mehr. Pellets sind kleine, hochwertige Holzpresslinge aus Reststoffen der Holzindustrie. Den Einwand, dass beim Verbrennen CO2 entsteht, entkräftet Stolte: "Die Holzheizung funktioniert CO2-neutral, weil beim Verbrennen nur das CO2 wieder frei wird, was vorher beim Aufwachsen aufgenommen wurde." Weiterer Pluspunkt: Die Technik der Holzpelletanlagen ist ausgereift, sie können das Gebäude voll versorgen.

Aufgefüllt wird der Vorratbehälter für die Pellets wie ein Öltank. Vom Lkw angeliefert, werden die Pellets in den Keller gepumpt. Von dort gelangen sie in den Heizkessel. Noch sind Holzpellets mit Gesamtkosten von rund 1000 Euro pro Jahr günstiger als Öl oder Gas. Das könnte sich mit steigender Nachfrage schnell ändern. Für den Einbau einer Pelletheizung muss der Eigentümer 10.000 bis 14.000 Euro kalkulieren.

Wärme aus der Erde

Eine dritte Alternative zu fossilen Brennstoffen ist die Wärmepumpe. Sie zapft natürliche Wärmequellen wie die Erde oder das Grundwasser an. Auch hier ist die Technik ausgereift, lobt der Energieexperte Stolte. Um die oberflächennahe Erdwärme zu gewinnen, werden entweder Sonden in die Tiefe gebohrt oder Kollektorflächen eingegraben. "Je höher die Temperatur ist, die ich nutzen kann, und je niedriger die Temperatur ist, die mein Gebäude braucht, desto effizienter ist die Wärmepumpe." Ohne Strom kommt die Technik allerdings nicht aus, dafür ist sie effizient: Aus 30 Prozent zugefügter Energie erzeugt die Wärmepumpe circa 100 Prozent Heizleistung. Kostenfaktor: 16.000 bis 20.000 Euro pro Wärmepumpe. Das ist nicht wenig, amortisiert sich aber nach einigen Jahren. Zudem ist Förderung vom Staat zu erwarten. Er unterstützt regenerative Energien etwa mit zinsgünstigen Krediten von der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Quelle: ntv.de