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Finanztest klärt auf Die häufigsten Mythen rund um Steuern

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Falsche Annahmen in Bezug auf Steuern können eine finanzielle Mehrbelastung zur Folge haben.

Eine Steuererklärung erinnert viele Menschen an lästige Hausaufgaben in der Schule. Doch die Mühe lohnt sich: Im Durchschnitt gibt es 1000 Euro zurück. Beim Thema Steuern gibt es jedoch viele Irrtümer, die in manchen Fällen sogar zu Strafen führen können.

Bis zum 31. Juli muss die Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden. Einfache Steuererklärungen können mit dem Gratisangebot der Finanzverwaltung gemacht werden, kompliziertere brauchen dagegen ein Steuerprogramm. Wie hoch die Abzüge der eigenen Steuerklasse sind, kann man mit dem Lohn- und Einkommensrechner ermitteln. Wer beim Ausfüllen der Unterlagen Hilfe benötigt, kann sich dabei an den Lohnsteuerverein oder an einen Steuerberater wenden.

Beim Thema Steuern und Steuererklärung gibt es dennoch viele Irrtümer. Finanztest klärt in der aktuellen Ausgabe auf, welche die häufigsten sind.

Mythos: Eine späte Abgabe der Steuererklärung ist kein Problem

Das war früher einmal so. Seit längerer Zeit wird jedoch ein Verspätungszuschlag fällig, wenn die Steuerklärung nicht bis zum 31. Juli des darauffolgenden Jahres abgegeben wurde. Hier werden ab März 2020 mindestens 25 Euro pro Monat fällig, denn der Verspätungszuschlag beträgt pro begonnenem Monat 0,25 Prozent der festgelegten Steuer. Wird die Steuererklärung bis Ende Februar 2020 eingereicht, kann der Finanzbeamte selbst über den Verspätungszuschlag entscheiden. Wer sich bei der Steuerklärung von einem Steuerberater oder vom Lohnsteuerhilfeverein helfen lässt, hat bis zum Februar des Folgejahres Zeit zum Abgeben. Ist man sich sicher, dass man die Abgabefrist nicht einhalten kann, sollte man beim Finanzamt um eine Verlängerung bitten. Bei triftigen Gründen wird diese im Regelfall auch gewährt.

Mythos: Freunde und Bekannte dürfen kostenlos bei der Einkommenserklärung helfen

Nein. Laut Steuergesetz dürfen lediglich Angehörige beim Ausfüllen der Steuererklärung behilflich sein. Im Paragraf 15 der Abgabgeverordnung sind beispielsweise Eltern, Geschwister oder Ehepartner als Berechtigte genannt. Wer Bekannte oder Freunde um Hilfe bei der Steuererklärung bittet, muss mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro rechnen.

Mythos: Alle Versicherungen können von der Steuer abgesetzt werden

Das stimmt so nicht. Es können nur die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge und Versicherungen, die der Vorsorge dienen, geltend gemacht werden. Bei Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherungen liegt der Höchstbetrag bei 1900 Euro pro Person. Berücksichtigt werden auch Vorsorgeversicherungen wie die KfZ-Haftpflicht-, Krankenzusatz-, Haftpflicht- oder Unfallversicherung. Berufliche Anteile der Rechtsschutzversicherung, zertifizierte Basisrentenverträge und private Unfallversicherungen können ebenso abgesetzt werden. Kapitallebensversicherungen, die nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, bekommen keinen Steuerbonus. Dasselbe gilt für alle weiteren Verträge wie Handy- oder Hausratversicherungen.

Mythos: Eine einmal abgegebene Steuererklärung verpflichtet

Keineswegs. Ob jemand seine Steuererklärung freiwillig abgeben darf oder dazu verpflichtet ist, hängt vom Einzelfall ab und kann online nachgesehen werden. Hier kommt es unter anderem auf die Steuerklasse, Lohnersatzleistungen und Nebeneinkünfte an. Wer eine freiwillige Einkommenserklärung beim Finanzamt eingereicht hat, muss das im nächsten Jahr nicht zwingend wieder tun. Freiwillige Steuererklärungen können sogar bis zu vier Jahre rückwirkend eingereicht werden.

Mythos: Ehepaare sollten die Steuerklassen III und V wählen

Nicht immer. Die meisten Ehepartner entscheiden sich für diese Kombination, weil die Nettobeträge über das Jahr gerechnet am höchsten ausfallen. Hier sind jedoch hohe Nachforderungen des Finanzamts keine Seltenheit. Diese Kombination lohnt sich nur dann, wenn ein Ehepartner der Steuerklasse III 60 Prozent und der andere Ehepartner der Steuerklasse V 40 Prozent des gemeinsamen Einkommens erzielt. Eine gute Lösung bei ähnlich hohen Einkommen ist daher die Kombination IV und IV. Mehr Informationen gibt es hier.

Mythos: Alle Kosten für Handwerker können von der Steuer abgesetzt werden

Nein. Das Finanzamt berücksichtigt keine Materialkosten, weshalb diese auf der Rechnung extra angegeben werden sollten. Es können daher lediglich die Kosten für Verbrauchsmittel (zum Beispiel Reinigungsmittel), Maschinen, Lohn, Anfahrt und Mehrwertsteuer geltend gemacht werden. Hier gibt es einen Steuerbonus von 20 Prozent.

Mythos: Rentner sind von der Steuer befreit

Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Tatsächlich müssen fünf von 18 Millionen Rentnern in Deutschland Steuern zahlen. Rentenzahlungen sind zwar steuerpflichtig, jedoch können Nachforderungen vom Finanzamt entstehen, da von der gesetzlichen Rente keine Steuern einbehalten werden. Wie hoch die zu zahlenden Steuern sind, hängt davon ab, ob die Einnahmen über dem Grundfreibetrag von 9168 Euro liegen. Wenn ja, werden Nachzahlungen fällig. Diese können jedoch entfallen, wenn bestimmte Ausgaben wie Versicherungen oder Krankheitskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Mythos: Ein neuer Anzug mit Krawatte erhält Steuerbonus

Das ist eindeutig falsch. Nur eindeutige Berufskleidung (zum Beispiel Helme oder Schutzanzüge) darf von der Steuer abgesetzt werden. Für "bürgerliche" Kleidung, wie Anzüge oder Blusen, gilt das nicht, da diese auch privat häufig getragen wird.

Mythos: Elterngeld ist steuerfrei

Auch wenn Elterngeld selbst nicht versteuert wird, muss es in der Steuererklärung angegeben werden. Das gilt auch für das Mutterschafts-, Arbeitslosen- und Krankengeld, denn diese Gelder gehören zu den Lohnzusatzleistungen. Bei der Ermittlung des Steuersatzes werden sie vom Finanzamt mit einberechnet. Sie führen dazu, dass steuerliche Einnahmen stärker belastet werden.

Mythos: Ab dem 18. Lebensjahr gibt es kein Kindergeld mehr

Hier handelt es sich glücklicherweise um einen Irrtum. Eltern erhalten auch noch bis zum 25. Geburtstag auf Antrag Kindergeld, wenn das Kind bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Dazu zählt beispielsweise Arbeitslosigkeit, eine Übergangsphase zwischen zwei Ausbildungen oder wenn das Kind sich in der ersten Ausbildung oder im ersten Studium befindet. Das Kindergeld wird auch dann in voller Höhe gewährt, wenn das Kind nebenher noch arbeitet. Wird eine geistige, körperliche oder seelische Behinderung vor dem 25. Lebensjahr festgestellt, bekommen die Eltern ein Leben lang Kindergeld. Dazu muss der Schwerbehindertenausweis vorgezeigt werden.

Quelle: n-tv.de, imi

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