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Es gibt nach wie vor besonders preisgünstige Krankenkassen.
Es gibt nach wie vor besonders preisgünstige Krankenkassen.(Foto: imago/Christian Ohde)
Dienstag, 12. Dezember 2017

Beitragscheck zum Jahreswechsel : Diese Kassen versichern am günstigsten

Schön, der Zusatzbeitrag sinkt im kommenden Jahr auf 1,0 Prozent. Einzelne Krankenkassen können jedoch auch darunter oder darüber liegen. Wer mitunter viel Geld sparen möchte, sollte über einen Wechsel nachdenken, wie Finanztest meint.

Gute Nachrichten für gesetzlich Krankenversicherte: Der Zusatzbeitrag sinkt 2018 von derzeit 1,1 auf 1,0 Prozent. In den letzten Jahren stieg der Beitrag, den die Versicherten alleine zu tragen haben, meist an. Für die 54 Millionen Kassenmitglieder reduziert sich damit der Gesamtbeitrag im Schnitt von 15,7 auf 15,6 Prozent vom Bruttolohn.

Seit 2015 zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte den festen Beitragssatz von 14,6 Prozent. Doch beim Zusatzbeitrag können einzelne Kassen auch über oder unter den 1,0 Prozent liegen, denn jede entscheidet individuell über die Beitragshöhe. Was für Versicherte bei einem Wechsel der Krankenkasse viel Einsparpotenzial bietet - in Einzelfällen bis zu einigen Hundert Euro. In einer Untersuchung hat Finanztest jene Krankenkassen, die spezielle oder besonders viele Extraleistungen ­bieten, auch hinsichtlich der Beitragsbelastung miteinander verglichen. Alle Kassen sind frei auswählbar. Auch dann, wenn der Versicherte bereits älter oder gerade in Behandlung ist. Vorausgesetzt, die Kasse ist im Bundesland des Versicherten auch verfügbar.

Das Ergebnis zeigt: Es gibt nach wie vor besonders preisgüns­tige Krankenkassen. Auch wenn fast alle die finalen Beiträge für 2018 bis Jahresende noch vom jeweiligen Aufsichts- und Verwaltungsrat bestätigen lassen müssen. 

Nicht nur auf den Beitrag schauen

Die derzeit günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse bleibt voraussichtlich die HKK mit einem Gesamtbeitrag von 15,19 Prozent. Leider nur regional verfügbar, da nochmals mit geringerem Beitragssatz, sind nur die AOK Sachsen-Anhalt und die Metzinger BKK (14,9 Prozent Gesamtbeitrag).  

Ebenfalls preiswert und bundesweit zu haben ist der Versicherungsschutz bei der IKK gesund Plus und BKK Firmus (beide 15,2), der Audi BKK (15,3), BKK VerbandPlus (15,4) sowie Bosch BKK und Debeka BKK (beide 15,5). Am teuersten waren nach derzeitigem Stand die Viactiv und die Securvita mit jeweils 16,3 Prozent Gesamtbeitrag.

Wer beispielsweise mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3000 Euro von der teuersten zur günstigsten Krankenkasse wechselt, kann so jährlich 400 Euro sparen. Allerdings ist zu beachten, dass nach einem Wechsel mehr Bruttolohn zu versteuern ist. Ein Teil der Ersparnis fällt dann auch der Steuer zum Opfer. Zudem sollten Wechselwillige prüfen, ob die neue, günstigere Krankenkasse auch alle gewünschten Extraleistungen wie beispielsweise Zahnreinigung, Osteo- oder Homöopathie anbietet.

Versicherte müssen seit mindestens 18 Monaten Mitglied ihrer Krankenkasse sein, bevor sie zur Kündigung berechtigt sind. Es sei denn, die Kasse erhöht den Zusatzbeitrag. Dann besteht ein Sonderkündigungsrecht zum Ende des Monats, in dem erstmals der höhere Beitrag verlangt wird.  Wird regulär gekündigt, ist diese zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam.

Die Kündigung muss schriftlich gegenüber der alten Kasse erfolgen. Diese muss innerhalb von 14 Tagen bestätigt werden. Zeitgleich sollte sich um die Mitgliedschaft bei einer neuen Krankenkasse bemüht werden. Ein entsprechender Antrag ist auch meist im Internet zu finden. Hat der Wechsel innerhalb der Wechselfrist geklappt, darf keinesfalls vergessen werden, die neue Mitgliedsbescheinigung dem Arbeitgeber oder der Arbeitsagentur vorzulegen. Denn ansonsten bleibt der Versicherte Mitglied seiner alten Kasse.   

Quelle: n-tv.de