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Beitragscheck 2021 Diese Krankenkassen sind am günstigsten

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Wer von einer teuren bundesweit geöffneten Kasse zu einer günstigeren wechselt, kann mehrere hundert Euro Beitrag pro Jahr sparen.

(Foto: imago/Eibner)

Der Zusatzbeitrag wird im neuen Jahr steigen. Wem seine Krankenkasse dann zu teuer wird, der kann wechseln. Und das wird 2021 deutlich einfacher. Dann können Versicherte, ähnlich wie bei der Kfz-Versicherung, jedes Jahr zu einer günstigeren Kasse wechseln.

Wegen der Corona-Krise müssen sich Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen im neuen Jahr auf etwas höhere Beiträge gefasst machen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2021 soll um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent steigen. Doch wer die Kasse klug wechselt, kann mehrere hundert Euro Beitrag pro Jahr sparen. Neben dem Beitrags­satz der Kasse ist die Ersparnis auch abhängig vom Einkommen des Versicherten.

Finanztest fragt in schöner Tradition bei den für gesetzlich Versicherte zugelassenen Krankenkassen im Dezember den Beitragssatz für das kommende Jahr ab. So auch jetzt wieder. 29 der 76 angefragten Kassen sind dem Ruf der Tester gefolgt und haben ihren Beitragssatz für 2021 mitgeteilt.

Mit durchaus erfreulichem Ergebnis. Denn bisher bleiben die Beiträge meist stabil. Die Kassen, die erhöhen wollen, waren nach Auskunft der Tester offenbar noch nicht so weit.

Mit Wechsel Hunderte Euro sparen

Grundsätzlich setzt sich der Krankenkassenbeitrag aus dem für alle Kassen gleichen allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent und dem individuell zu bestimmenden Zusatzbeitrag zusammen. Sowohl der allgemeine Beitragssatz als auch der Zusatzbeitrag werden zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und -gebern beziehungsweise von Rentnern und der Rentenversicherung getragen. Aktuell beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 1,1 Prozent. Im Januar 2020 wird dieser Beitrag allerdings auf 1,3 Prozent angehoben. Doch beim Zusatzbeitrag können die Kassen auch über oder unter den derzeitigen 1,1 Prozent liegen, denn jede entscheidet individuell über die Beitragshöhe.

Das bietet für Versicherte bei einem Wechsel der Krankenkasse viel Einsparpotenzial. Oft lassen sich auf diese Weise sogar einige Hundert Euro im Jahr sparen. Finanztest rechnet vor, dass, wer beispielsweise 3000 Euro brutto im Jahr verdient und von einer Krankenkasse mit Zusatzbeitrag von 1,5 Prozent zu einer günstigeren mit nur 0,5 Prozent Zusatzbeitrag wechselt, monatlich 15 Euro spart. Im Jahr müssten dann insgesamt 180 Euro weniger gezahlt werden. Bei noch höheren Einkommen steigt das Einsparpotenzial, wobei Krankenkassenbeiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze fällig werden. Diese beträgt im neuen Jahr 4877,50 Euro monatlich. Wechseln solche Gutverdiener die Kasse, lassen sich bei den genannten Werten sogar 290 Euro jährlich sparen.

Wechsel der Krankenkasse ab 2021 deutlich vereinfacht

Gut auch, dass alle Kassen frei wählbar sind. Und zwar auch dann, wenn der Versicherte bereits älter oder gerade in Behandlung ist. Vorausgesetzt, die Kasse ist im Bundesland des Versicherten auch verfügbar. Gleichzeitig wird der Wechsel der Krankenkasse ab 2021 deutlich vereinfacht: Theoretisch können Versicherte nun, ähnlich wie bei der Kfz-Versicherung, jedes Jahr zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln. Wer zum Beispiel zu Ende Januar kündigt, ist am 1. April in einer neuen Kasse.

Erhöht die Kasse den Zusatzbeitrag, besteht nach wie vor ein Sonderkündigungsrecht zum Ende des Monats, in dem erstmals der höhere Beitrag verlangt wird. Wird regulär gekündigt, ist diese zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam. Ab Januar 2021 ist man auch in allen anderen Fällen nicht mehr wie bisher 18 Monate, sondern nur noch zwölf Monate an seine Versicherung gebunden, kann also theoretisch jedes Jahr wechseln. Zudem wird der Wechsel künftig deutlich einfacher: Man meldet sich einfach online bei der neuen Kasse an und gibt dem neuen Arbeitgeber Bescheid, dass man die Kasse wechseln möchte.

Den Vertrag bei der alten Krankenkasse muss man dafür grundsätzlich nicht kündigen: Das übernimmt die neue Kasse im elektronischen Verfahren. Eine Versicherungslücke ist beim Wechsel übrigens ausgeschlossen.

Abgesehen davon zeigt die Auswertung von Finanztest: Es gibt nach wie vor besonders preisgüns­tige Krankenkassen, auch wenn fast alle die finalen Beiträge für 2021 bis Jahresende noch vom jeweiligen Aufsichts- und Verwaltungsrat bestätigen lassen müssen.

Nachfolgende Krankenkassen liegen unter 1,3 Prozent Zusatzbeitrag

  • Bertelsmann BKK 1,25 Prozent
  • BKK Dürkopp-Adler 1,20 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Exklusiv 0,99 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Faber-Castell 0,65 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Firmus 0,44 Prozent
  • BKK Pfaff 0,4 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK SBH 0,7 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Scheufelen 0,9 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Textielgruppe Hof 0,9 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • HKK 0,39 Prozent
  • Knappschaft 1,1 Prozent
  • mhplus BKK 1,28 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
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Die derzeit günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse ist voraussichtlich die HKK mit einem Gesamtbeitrag von 14,99 Prozent.

Nicht nur auf den Beitrag schauen

Bei einem Wechsel zu einer günstigen Krankenkasse ist zu beachten, dass dann etwas mehr Einkommen zu versteuern ist. Ein Teil der Ersparnis fällt so dann auch der Steuer zum Opfer. Zudem sollten Wechselwillige prüfen, ob die neue, günstigere Krankenkasse auch alle gewünschten Extraleistungen wie beispielsweise Zahnreinigung, Osteo- oder Homöopathie anbietet.

Quelle: ntv.de, awi

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