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Beitragscheck zum neuen Jahr Diese Krankenkassen sind weiterhin günstig

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Es gibt nach wie vor noch vergleichsweise günstige Kassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Zusatzbeitrag ist zum neuen Jahr um 0,2 Punkte gestiegen. Wodurch die Krankenversicherung für die meisten teurer wird. Doch Versicherte können mittlerweile unkompliziert die Krankenkasse wechseln. Und dadurch viel Geld sparen.

Nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie müssen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen im neuen Jahr höhere Beiträge für ihre Krankenversicherung zahlen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag für 2021 ist um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent gestiegen. Was aber kein Beinbruch sein muss, denn wer die Kasse klug wechselt, kann mehrere hundert Euro Beitrag pro Jahr sparen. Neben dem Beitrags­satz der Kasse ist die Ersparnis auch abhängig vom Einkommen des Versicherten.

Finanztest hat zu Jahresbeginn den Beitragssatz von mehr als 70 Krankenkassen für 2021 abgefragt. Ergebnis? 31 Kassen erhöhen den Beitrag, 44 lassen ihn unver­ändert. Wobei die Beitrags­steigerungen 2021 zwischen 0,1 und 0,8 Prozent­punkten liegen.

Vor allem Gutverdiener können von Wechsel profitieren

Grundsätzlich setzt sich der Krankenkassenbeitrag aus dem für alle Kassen gleichen allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent und dem individuell zu bestimmenden Zusatzbeitrag zusammen. Sowohl der allgemeine Beitragssatz als auch der Zusatzbeitrag werden zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und -gebern beziehungsweise von Rentnern und der Rentenversicherung getragen. Aktuell beträgt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 1,3 Prozent. Doch beim Zusatzbeitrag können die Kassen auch über oder unter den derzeitigen 1,3 Prozent liegen, denn jede entscheidet individuell über die Beitragshöhe.

Das bietet für Versicherte bei einem Wechsel der Krankenkasse viel Einsparpotenzial. Oft lassen sich auf diese Weise sogar einige Hundert Euro im Jahr sparen. Finanztest rechnet vor, dass, wer beispielsweise 3000 Euro brutto im Jahr verdient und von einer Krankenkasse mit Zusatzbeitrag von 1,5 Prozent zu einer günstigeren mit nur 0,5 Prozent Zusatzbeitrag wechselt, monatlich 15 Euro spart. Im Jahr müssten dann insgesamt 180 Euro weniger gezahlt werden. Bei noch höheren Einkommen steigt das Einsparpotenzial, wobei Krankenkassenbeiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze fällig werden. Diese beträgt derzeit 4877,50 Euro monatlich. Wechseln solche Gutverdiener die Kasse, lassen sich bei den genannten Werten sogar 290 Euro jährlich sparen.

Wechsel der Kasse deutlich vereinfacht

Gut auch, dass alle Kassen frei wählbar sind. Und zwar auch dann, wenn der Versicherte bereits älter oder gerade in Behandlung ist. Vorausgesetzt, die Kasse ist im Bundesland des Versicherten auch verfügbar. Gleichzeitig wurde der Wechsel der Krankenkasse zum neuen Jahr deutlich vereinfacht: Theoretisch können Versicherte nun, ähnlich wie bei der Kfz-Versicherung, jedes Jahr zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln. Wer zum Beispiel zu Ende Januar kündigt, ist am 1. April in einer neuen Kasse.

Erhöht die Kasse den Zusatzbeitrag, besteht nach wie vor ein Sonderkündigungsrecht zum Ende des Monats, in dem erstmals der höhere Beitrag verlangt wird. Wird regulär gekündigt, ist diese zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam. Ab Januar 2021 ist man auch in allen anderen Fällen nicht mehr wie bisher 18 Monate, sondern nur noch zwölf Monate an seine Versicherung gebunden, kann also theoretisch jedes Jahr wechseln. Zudem wird der Wechsel künftig deutlich einfacher: Man meldet sich einfach online bei der neuen Kasse an und gibt dem neuen Arbeitgeber Bescheid, dass man die Kasse wechseln möchte.

Den Vertrag bei der alten Krankenkasse muss man dafür grundsätzlich nicht kündigen: Das übernimmt die neue Kasse im elektronischen Verfahren. Eine Versicherungslücke ist beim Wechsel übrigens ausgeschlossen.

Abgesehen davon zeigt die Auswertung von Finanztest: Es gibt nach wie vor besonders preisgüns­tige Krankenkassen, auch wenn fast alle die finalen Beiträge für 2021 bis Jahresende noch vom jeweiligen Aufsichts- und Verwaltungsrat bestätigen lassen müssen.

Folgende bundesweit geöffneten Krankenkassen liegen unter dem aktuellen Zusatzbeitrag:

  • Audi BKK Gesamtbeitrag 15,70 Prozent
  • BahnBKK Gesamtbeitrag 15,80 Prozent
  • Bertelsmann Gesamtbeitrag BKK 15,85 Prozent
  • BKK 24 Gesamtbeitrag 15,60 Prozent
  • BKK Firmus Gesamtbeitrag 15,04 Prozent
  • BKK Gildemeister Gesamtbeitrag Seidensticker 15,80 Prozent
  • BKK Mobil Oil Gesamtbeitrag 15,89 Prozent
  • BKK Verbund Plus Gesamtbeitrag 15,70 Prozent
  • Debeka BKK Gesamtbeitrag 15,5 Prozent
  • Heimat KK Gesamtbeitrag 15,70 Prozent
  • HKK Gesamtbeitrag 14,99 Prozent
  • IKK Gesund Plus Gesamtbeitrag 15,70 Prozent
  • R+V BKK Gesamtbeitrag 15,80 Prozent
  • TK Gesamtbeitrag 15,80 Prozent
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Die derzeit günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse ist voraussichtlich die HKK mit einem Gesamtbeitrag von 14,99 Prozent.

Nicht nur auf den Beitrag schauen

Bei einem Wechsel zu einer günstigen Krankenkasse ist zu beachten, dass dann etwas mehr Einkommen zu versteuern ist. Ein Teil der Ersparnis fällt so dann auch der Steuer zum Opfer. Zudem sollten Wechselwillige prüfen, ob die neue, günstigere Krankenkasse auch alle gewünschten Extraleistungen wie beispielsweise Zahnreinigung, Osteo- oder Homöopathie anbietet.

Quelle: ntv.de, awi