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Steuerlast senken Ehe mit Kalkül

Die Ehe ist mehr als das Bekenntnis zweier Menschen, ihr Leben miteinander verbringen zu wollen. Sie hat - ganz nüchtern betrachtet - weitreichende steuerliche Folgen. Der Trauschein kann viel Geld sparen. Im ungünstigsten Fall kann er aber auch Geld kosten. Das hängt immer vom Einzelfall ab.

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Die Ehe wird dank Splittingtarif zum Steuersparmodell.

(Foto: S. Hofschlaeger, pixelio.de)

Jede dritte Ehe wird wieder geschieden. Andersherum kann man dies natürlich auch betrachten: Zwei Drittel der Ehepaare halten durch. Auch wenn vielleicht nicht immer emotionale Hochstimmung herrscht, werden andere Lösungen als eine Scheidung gefunden. Viele Paare leben auch ohne Trauschein glücklich zusammen und verzichten auf den amtlichen Treueschwur. Doch finanziell gesehen ist das nicht immer eine kluge Entscheidung.

Sind beide Partner berufstätig und verfügen in etwa über ein gleich hohes Einkommen, bringt die Ehe steuerlich gesehen nichts. Anders fällt die Bilanz aus, wenn das Einkommen unterschiedlich hoch ist oder Kinder mit im Spiel sind. Die Stiftung Warentest hat verschiedene Beispielfälle durchgerechnet. Das Ergebnis: Die Ehe kann Steuern sparen - aber in bestimmten Konstellationen auch zu einer höheren Steuerlast führen.

Sparen mit Ehegattensplitting

Das Zauberwort in der Ehe heißt Splittingtarif. Durch das Ehegattensplitting gelten die Steuerfreibeträge nicht nur für die Einzelperson, sondern die Eheleute werden als eine steuerliche Gemeinschaft betrachtet.

Je höher die Einkommensunterschiede der beiden Partner sind, desto größer fällt auch die Steuerersparnis aus, wie ein Beispiel zeigt: Ein Paar verdient gemeinsam 100.000 Euro pro Jahr. Liegt das Einkommen beider Partner bei jeweils 50.000 Euro, ist die Besteuerung vor und nach der Hochzeit gleich. Erhält der eine Partner jedoch 66.000 Euro, der andere 34.000 Euro, spart der Trauschein schon 777 Euro pro Jahr. Bei 80.000 und 20.000 Euro sind es bereits 2435 Euro, und wenn ein Partner gar nichts verdient, spart das Paar 8134 Euro im Jahr.

Unterhaltszahlungen möglich

Im letzteren Fall ist der Verdiener in der Ehe verpflichtet, den Partner finanziell zu unterstützen, ohne dies steuerlich geltend machen zu können. Ist das Paar nicht verheiratet und ein Partner arbeitet nicht, kann der verdienende Partner Unterhaltszahlungen von der Steuer absetzen. Allerdings ist dies an mehrere Bedingungen geknüpft. So darf der zu unterstützende Partner höchstens 15.500 Euro Vermögen besitzen, die Einkünfte und Bezüge müssen unter 8628 Euro pro Jahr liegen und wegen des Zusammenlebens erhält der Begünstigte weniger Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe. Bis zu 8004 Euro Unterhalt erkennt das Finanzamt dann an.

Unterm Strich kann der Trauschein aber sogar die Steuerlast erhöhen. Das kann passieren, wenn Kinder im Spiel sind und beide Partner in etwa gleich hohes Einkommen haben. Bei einem gleich hohen Einkommen lässt sich in der Ehe durch den Splittingtarif einerseits die Steuerlast nicht senken, andererseits fällt der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende in Höhe von 1308 Euro weg. Alleinerziehend ist man allerdings nur, wenn man mit dem Kind in häuslicher Gemeinschaft lebt, der Partner aber nicht die gleiche Wohnung teilt.

Zeitpunkt entscheidend

Ein letzter Hinweis für alle, die nicht allein aus romantischen Gründen heiraten: Wer weiß, dass die Hochzeit im kommenden Jahr ansteht, sollte in Erwägung ziehen, noch bis Jahresende zu heiraten, wenn das Einkommen der künftigen Ehepartner unterschiedlich hoch ist. Bereits im Jahr der Hochzeit werden die Eheleute für das gesamte Jahr zusammen veranlagt. Selbst wenn erst am 31.12. heiratet, kann schon für das gesamte Jahr 2011 Steuern sparen.

Ein ähnliches Verfahren gilt auch im Scheidungsfall. Im Jahr der Trennung dürfen sich die Ex-Partner letztmalig gemeinsam veranlagen lassen.

Quelle: n-tv.de

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