Ratgeber

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs Energiekosten um 27 Prozent gestiegen

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Vor allem fürs Heizen geht derzeit das Geld drauf.

(Foto: imago/Becker&Bredel)

Die Preise von Gas, Öl, Strom und Sprit sind bereits vor dem Ukraine-Krieg rasant gestiegen. Doch seit dem Einmarsch russischer Truppen in dem Nachbarland wird es für Verbraucher richtig teuer. Wie viel mehr und wofür zeigt eine neue Untersuchung.

Dass der Winter für Verbraucher in Deutschland ziemlich teuer wird, hatte sich schon gezeigt. Doch mit dem nahenden Frühling und dem Krieg in der Ukraine haben die Energiekosten für deutsche Haushalte noch mal deutlich angezogen. Und auch wenn es derzeit Beängstigenderes gibt, als für Strom, Wärme und Sprit ein paar Euro mehr hinzulegen, die hohen Preise treiben dennoch um.

So hat das Vergleichsportals Verivox herausgefunden, dass seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine die Kosten privater Haushalte für Heizung, Strom und Sprit binnen 21 Tagen um mehr als ein Viertel gestiegen sind. Demnach verteuerte sich das Heizen trotz milder Temperaturen mit Gas im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 54 Prozent, Ölkunden müssen fast doppelt so hohe Kosten tragen.

Fast 1500 Euro mehr pro Jahr

Die Energiekosten für einen Musterhaushalt lagen am 24. Februar 2022 bei 5454 Euro pro Jahr. Am 17. März kostete die gleiche Menge Energie bereits 6946 Euro. Das entspricht einer Preissteigerung von 27 Prozent. Die Haushaltskasse eines Drei-Personen-Musterhaushalts wird so mit 1492 Euro pro Jahr zusätzlich belastet.

Vor allem Heizölkunden leiden unter der aktuellen Entwicklung. Das Heizen mit Öl verteuerte sich um 59 Prozent. Wurden für 20 Hektoliter Heizöl am Tag des Kriegsausbruchs noch 2507 Euro fällig, sind es nun bereits 3985 Euro. Aber auch bei Gas ist ein deutliches Preisplus zu verzeichnen. Hier stiegen die Kosten bei Neuabschluss (20.000 Kilowattstunden) von 2138 Euro auf 2728 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 28 Prozent. Da mehr Haushalte mit Gas als mit Heizöl heizen, sind die Heizkosten im mengengewichteten Durchschnitt demnach aktuell 39 Prozent höher als vor drei Wochen.

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Die Kosten für Benzin (plus 21 Prozent) und Diesel (plus 34 Prozent) sind ebenfalls deutlich gestiegen. Im mengengewichteten Durchschnitt müssen Verbraucher nun 25 Prozent mehr fürs Tanken ausgeben. Und Verbraucher, die aktuell einen neuen Stromversorger suchen, zahlen jetzt 11 Prozent mehr als noch vor drei Wochen. Für einen Privathaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden stiegen die Preise von 1399 auf 1555 Euro.

"Die bereits vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs dramatisch gestiegenen Beschaffungskosten der Versorger haben sich weiter erhöht. Am langen Ende bekommen das auch die privaten Verbraucher zu spüren, sofern die deutsche Bundesregierung keine weiteren Entlastungen auf den Weg bringt", so Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Quelle: ntv.de, awi

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