Ratgeber

Bis Ende März Frist für freiwillige Rentenbeiträge läuft

Freiwillige Rentenbeiträge können sich später auszahlen. Innerhalb bestimmter Grenzen kann jeder die Höhe der Beiträge selbst bestimmen.

Freiwillige Rentenbeiträge können sich später auszahlen. Innerhalb bestimmter Grenzen kann jeder die Höhe der Beiträge selbst bestimmen.

(Foto: Robert Günther/dpa-tmn)

Angesichts dürftiger Alternativen ist die gesetzliche Rente wieder gefragt. So kann es sich auch lohnen, mit der Zahlung von freiwilligen Beiträgen diese zu erhöhen oder sich überhaupt einen Anspruch zu sichern. Doch Einzahlungen für 2021 sollten zügig getätigt werden.

Lange wurde die gesetzliche Rente belächelt. Das hat sich geändert. Angesichts dürftiger sicherer Alternativen ist eine nicht kapitalmarktgedeckte Altersvorsorge wieder gefragt. Denn diverse wirtschaftliche Krisen haben den Glauben an die Gemeinschaft wieder gestärkt.

Da können auch freiwillige Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenkasse wieder interessant sein. Wer in Deutschland wohnt, hier nicht versicherungspflichtig ist und keine volle Altersrente bezieht, kann sich ab Vollendung des 16. Lebensjahres freiwillig versichern. Dies gilt auch für Deutsche, die im Ausland wohnen.

Derzeit besonders günstige Bedingungen

Auch in diesem Jahr besteht noch bis zum 31. März die Möglichkeit, freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung rückwirkend für das Jahr 2021 zu zahlen, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund mitteilt. Bei einer nachträglichen Zahlung für das Jahr 2021 kann die Beitragshöhe zwischen dem Mindestbeitrag von 83,70 Euro und dem Höchstbeitrag von 1320,60 Euro monatlich gewählt werden. Es erfolgt hierbei keine Unterscheidung zwischen alten und neuen Bundesländern.

Einzahlende überweisen für einen Entgeltpunkt auf dem Rentenkonto 7235,59 Euro. Ein Punkt entspricht derzeit einer Monatsrente von 34,19 Euro. 2021 waren es 7726,63 Euro. Fast 500 Euro mehr. Die günstigen Bedingungen 2022 sind vor allem der zuvor schwachen Lohnentwicklung geschuldet. In der Regel steigt der Wert eines Entgeltpunkts jedes Jahr. Damit werden höhere Einzahlungen fällig. Für freiwil­lige Beiträge in Höhe von 1004,40 Euro im Jahr 2022 schreibt die Rentenkasse derzeit Ansprüche von 4,75 Euro monatlich brutto gut.

Bedenken müssen Vorsorgesparende aber, dass im Ruhestand auf die Rente Steuern anfallen, wenn auch meist deutlich weniger. Dazu kommen bei vielen Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung von rund 11 Prozent.

Wartezeit von fünf Jahren erfüllen

Vor allem für jene, die nicht gesetzlich rentenversichert sind oder mit den Zusatzbeiträgen eine für den Rentenanspruch nötige Wartezeit von fünf Jahren Versicherungszeit erfüllen möchten, sind freiwillige Beiträge sinnvoll.

Besonders Mütter und Väter, die nie in die Rentenkasse eingezahlt und sich stattdessen der Kindererziehung gewidmet haben, profitieren. Sie bekommen pro Kind, das ab 1992 geboren wurde, drei Jahre Kindererziehungszeit gutgeschrieben. Müttern und Vätern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, werden seit 2014 zwei Jahre fiktive Beitragszahlung angerechnet - bisher war es nur ein Jahr. Doch das ist zumindest bei einem Kind nicht ausreichend, um in den Genuss einer gesetzlichen Rente zu kommen. Hier kann die Zahlung von freiwilligen Beiträgen den Rentenanspruch sichern.

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Auch Freiberufler und Beamte können sich auf diesem Weg ihre gesetzliche Rente sichern und ebenfalls die Höhe ihres monatlichen Beitrages in den genannten Grenzen frei wählen. Im Falle von Beamten schmälert die so erworbene gesetzliche Rente nicht die Höhe der Pension. Aber auch Arbeitnehmer, die pflichtversichert sind und vorzeitig in den Ruhestand gehen möchten, können durch die Zahlung von freiwilligen Beiträgen eine Rentenkürzung kompensieren. Auch lässt sich durch die Zahlung der Versicherungsschutz für eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung aufrechterhalten. Die Beiträge sind zudem von der Steuer absetzbar.

Um wie viele Euro die freiwilligen Zahlungen die gesetzliche Rente erhöhen, lässt sich bei dem Rechner der Stiftung Warentest hier ermitteln. Auch die Deutsche Rentenversicherung steht für Auskünfte, Beratung und Prognosen zur Verfügung.

Quelle: ntv.de, awi

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