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Ehrenamtliches Engagement schwindet Geringe Gehälter hemmen

Je niedriger das Einkommen, desto seltener engagieren sich Menschen ehrenamtlich. Unterdurchschnittlich stark in Ehrenämtern vertreten sind demnach die untere Mittelschicht sowie Menschen, die in prekärem Wohlstand oder sogar in Armut leben.

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Meist gehören engagierte Ehrenämtler zu der Gruppe ohne größere finanzielle Sorgen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Je länger eine Person von Armut betroffen sei, desto weniger engagiere sie sich ehrenamtlich. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Basis der Analyse sind Daten des Sozio-oekonomischen Panels, einer seit 1984 in Deutschland jährlich wiederholten repräsentativen Umfrage.

Dabei zeigte sich, dass seit Mitte der 1990er Jahre das regelmäßige Engagement - das bedeutet mindestens monatlich - über alle Gesellschaftsgruppen hinweg zugenommen hat. Zwischen 1992 und 2007 sei die Quote der Freiwilligen von 12,9 auf 16,9 Prozent gestiegen. Zwei Drittel der Engagierten seien regelmäßig aktiv, das restliche Drittel nur sporadisch.

Die Analyse ergab, dass ein Abstieg in Armut häufig die gleiche Wirkung hat: Freiwilliges Engagement wird aufgegeben. Menschen, die ehemals der Mittelschicht angehörten, blieben aber deutlich engagierter als Menschen, die aus ärmeren Verhältnissen abstiegen.

Die Forscher gehen davon aus, dass insbesondere das Bildungsniveau eine wichtige Rolle spielt: Unter den Armen seien diejenigen mit höherer Bildung und guter Qualifikation noch am ehesten aktiv. Gleiches gelte für Menschen, die sich als fantasievoll, originell und kreativ einschätzen und glauben, dass man die Verhältnisse selbst beeinflussen kann, schreiben die Wissenschaftler in den WZB Mitteilungen.

Quelle: n-tv.de, dpa

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