Ratgeber

Homeoffice optimieren Gut ausgerüstet für die Arbeit daheim

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Bei der Entscheidung zwischen Laptop und Desktop-PC muss vor allem die Bürosituation im Homeoffice berücksichtigt werden.

(Foto: imago images/SKATA)

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden Freizeit-PCs aufgerüstet und Küchen zu Büros umgebaut. Ohne ordentliche technische Ausstattung kann die Arbeit zu Hause aber schnell mühselig werden.

Seit Verhängung der Anti-Corona-Maßnahmen Mitte März haben immer mehr Arbeitgeber ihre Angestellten ins Homeoffice geschickt und persönliche Treffen weitestgehend durch Audio- und Videokonferenzen ersetzt. Voraussetzung hierfür ist allerdings die entsprechende Technik.

Das fängt beim Bildschirm an. "Eine gute Größe ist ein Monitor um die 27 Zoll, zumal die kaum teurer sind als die 24-Zoll-Modelle", sagt Wolfgang Pauler vom Fachmagazin "Chip". Bei der Auflösung sollte mindestens Full-HD gewählt werden.

Platziert wird der Bildschirm grundsätzlich so, dass keine Spiegelungen entstehen und das Tageslicht möglichst von der Seite hereinfällt, rät der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). "Wer mit einem Laptop arbeitet, sollte möglichst auch einen separaten Bildschirm nutzen", so VDBW-Ärztin Anette Wahl-Wachendorf. "Das verbessert die Ergonomie der gesamten Arbeitssituation."

Vernünftige Bildschirme starten bei etwa 200 Euro, nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Vor dem Monitor-Kauf ist aber ein Blick auf die Schnittstellen des Laptops oder PCs nötig. Denn: "Wenn die Anschlüsse nicht passen, muss noch ein Adapter gekauft werden", so Pauler. Die seien mitunter teuer. Daneben sollte der Monitor möglichst höhenverstellbar und kippbar sein. Idealerweise ist der obere Bildschirmrand auf Höhe der Augen.

Vor- und Nachteile von Laptop und PC

Bei der grundsätzlichen Entscheidung zwischen Laptop und Desktop-PC muss Pauler zufolge vor allem die Bürosituation im Homeoffice berücksichtigt werden. "Der große Vorteil des Laptops ist seine Portabilität, man ist also nicht auf einen Arbeitsort festgelegt. Der Vorteil des PCs wiederum ist der günstigere Preis." Ein Office-PC liege bei rund 400 bis 500 Euro, Notebooks seien gut 100 Euro teurer. Allerdings müsse beim PC immer noch ein Bildschirm dazugerechnet werden.

"Auf der anderen Seite sind die Notebook-Displays für langfristiges ergonomisches Arbeiten zu Hause in der Regel zu klein", sagt Pauler. Ein "gesünderer" Arbeitsplatz lasse sich daher meist mit einem externen Monitor einrichten. Wer über einen längeren Zeitraum mit einem Laptop arbeitet, sollte sich eine externe Tastatur und eine Maus besorgen. "Die Tastatur sollte auch so positioniert sein, dass die Handballen auf dem Tisch aufliegen können, das schafft Entlastung", rät Pauler.

Wer im Homeoffice viel telefoniere, für den kann auch ein Headset eine sinnvolle Ergänzung sein. Für Videokonferenzen ist es zudem ratsam, Lichtquellen im Rücken zu minimieren. Für die passende Technik muss ein Arbeitnehmer nicht selbst auf Einkaufstour gehen. Da ist grundsätzlich erst einmal der Arbeitgeber in der Pflicht.

"Schafft der Arbeitnehmer privat Technik zur Ableistung seiner Arbeit im Homeoffice an, steht ihm ein Erstattungsanspruch nur zu, wenn die Anschaffung überwiegend im Arbeitgeberinteresse erfolgt", sagt Kerstin Gröne, Rechtsanwältin für Arbeitsrecht aus Köln. "Wird vorhandenes Equipment genutzt, wird oft mit Pauschalen gearbeitet."

Schnelles Internet auch via LTE-Mobilfunk

Auch für die notwendige Arbeitssicherheit muss der Arbeitgeber sorgen. "Der Home-Arbeitsplatz stellt grundsätzlich genauso einen Arbeitsplatz dar wie der Arbeitsplatz im Betriebsgebäude", erklärt Gröne. Fehlt ein schneller Internetanschluss, könne der Arbeitnehmer allerdings nicht erwarten, dass der von der Firma gestellt werde. "Solch ein Anschluss wird ja in der Regel auch privat genutzt, insofern müsste vereinbart werden, inwiefern sich der Arbeitgeber daran beteiligt", meint Gröne.

Besteht technisch bedingt oder im ländlichen Bereich keine Möglichkeit für einen guten DSL- oder Kabelanschluss, kann man sich auch via LTE-Mobilfunk schnelles Internet in die Wohnung holen. Entsprechende Tarife gibt es von verschiedenen Anbietern. Der notwendige LTE-WLAN-Router ist je nach Tarif enthalten, muss dazu gekauft oder gemietet werden. Teils sind die Tarife nicht an einen festen Standort gebunden, sodass man die Router auch mitnehmen und woanders als daheim aufstellen kann.

Gleichzeitig stellt sich die Frage nach einer Rückkehr ins Büro. Einfach anordnen kann der Chef die Arbeit im Homeoffice nicht. "Hierzu bedarf es immer einer Rechtsgrundlage", erklärt Gröne. "Ein Gesetz, das ein solches Arbeitsrecht regelt, existiert bis jetzt ebenso wenig wie umgekehrt der Anspruch auf Homeoffice." Lediglich wenn es eine entsprechende Regelung im Arbeitsvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag gebe, sei die Verlegung des Arbeitsortes unstrittig zulässig.

Im Zuge der Corona-Pandemie aber sei neuer Schwung in die Diskussion gekommen, ob in Ausnahmesituationen eine einseitige Anordnung zulässig sei, auch vor dem Hintergrund, dass ansonsten die Firma in ihrer Existenz bedroht wäre. Wenn diese außergewöhnlichen Gründe allerdings nicht mehr bestehen und ein Arbeiten im Büro möglich ist, kann der Arbeitnehmer auch auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz im Betrieb pochen, meint Gröne. Die Arbeitsrechtlerin rät dazu, hier den Dialog zu suchen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Quelle: ntv.de, Claudius Lüder, dpa