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Tipps vom Fachmann Heizen zu teuer? Das kann helfen

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(Foto: imago stock&people)

Klar kann man sich mit Wollpullover ins Wohnzimmer setzen, um die Heizkosten niedrig zu halten. Man kann aber auch dafür sorgen, dass die Heizung effizient arbeitet. Bei den meisten Anlagen gibt es Verbesserungspotenzial.

Stoßlüften statt Fenster ankippen, Zimmertüren geschlossen halten, Thermostatventile einbauen – es gibt eine ganze Reihe von Ansatzpunkten, um Heizenergie einsparen. Die wichtigste Voraussetzung für eine schlanke Heizkostenabrechnung ist jedoch, dass die Heizung effizient arbeitet. Und das ist häufig nicht der Fall, stellen die Energieberater der Verbraucherzentrale Hamburg immer wieder fest. Viele Heizungen verbrauchten zu viel, wodurch die Energiekosten unnötig in die Höhe getrieben würden, berichtet beispielsweise Steffen Jenner, der für die Verbraucherzentrale in Heizungskellern im Einsatz ist. Er kennt die häufigsten Probleme – und weiß auch, wie man sie bekämpft.  

Heizungswasser ist zu warm

Der Heizkörper ist glühend heiß? Dann liegt das vielleicht an der eingestellten Systemtemperatur. Das Heizwasser ist dann wärmer als nötig. Das Problem dabei: Auf seiner Tour durch das System gibt das Wasser nicht genügend Wärme ab und wenn es wieder beim Kessel ankommt, ist es noch nicht so kalt, wie es eigentlich sein sollte. Der Kessel muss nur kurz aufheizen.  "Ein häufiges Ein- und Ausschalten des Kessels wiederum zieht einen hohen Verschleiß und einen unnötigen Energieverlust nach sich", erklärt Energieexperte Jenner. Besser sei eine regelmäßige Taktung.

Um die zu erreichen, muss man die Systemtemperatur absenken. Dafür verändert man die sogenannte Heizkurve. Über sie ermittelt der Kessel, wie viel Wärme er erzeugen muss, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Das erfordert allerdings ein paar Tage Zeit und etwas Experimentierfreude. Wer sich nicht selbst damit befassen will, kann sich auch von einem Fachmann Hilfe holen.

Rohrleitungen nicht richtig gedämmt

Keller, Speicher, aber auch Flur oder Abstellkammern bleiben normalerweise unbeheizt Die Heizungsrohre fließen aber meistens auch hier. Und wenn sie nicht gedämmt sind, ist der Wärmeverlust enorm. In unbeheizten Räumen müssen Rohrleitungen gedämmt werden, das schreibt die Energiesparverordnung vor. Noch besser ist es aber, die kompletten Leitungen mit einzubeziehen. Abhängig vom Gebäudestandard und von der Heizungsanlage könne das für jeden Meter Rohr zwischen 11 und 19 Euro pro Jahr sparen, heißt es bei der Klimaschutzkampagne co2online. Zum Vergleich: Ein Meter Rohrisolierung kostet 2 bis 9 Euro, das Geld hat man also relativ schnell wieder heraus.

Der Aufwand hält sich auch in Grenzen, meist könne man das Dämmmaterial leicht selbst anbringen, so Jenner. Die Dämmung sollte etwa so dick sein wie das Rohr selbst.

Heizungswasser schlecht verteilt

Das Problem: Heizkörper, die nah am Heizkessel liegen - also meist die im Erdgeschoss - werden fast schon zu heiß, während die weiter entfernten Geräte bestenfalls lauwarm werden, selbst wenn der Thermostat voll aufgedreht ist. Die Wärme im Heizsystem ist also nicht gleichmäßig verteilt. Laut Jenner kommt das relativ oft vor und die Lösung ist immer die gleiche: ein hydraulischer Abgleich.  

Dabei werden die Thermostatventile an den einzelnen Heizkörpern so eingestellt, dass durch jeden Heizkörper genau die Menge an Heizungswasser fließt, die nötig ist, um den Raum zu heizen. Eventuell müssen dafür vorhandene Thermostatventile ausgetauscht oder nachgerüstet werden. Bei einem älteren Einfamilienhaus kostet das Ganze laut co2online ab 350 Euro. Wenn Thermostatventile getauscht werden müssen, kann sich die Summe aber auch verdoppeln.

Stromfressende Heizungspumpe

Das volle Sparpotenzial eines hydraulischen Abgleichs entfaltet sich nur bei einer regulierbaren Hocheffizienzpumpe. "Nicht allen Heizungsbesitzern ist bewusst, dass ihre Anlage nicht nur Brennstoff, sondern auch Strom verbraucht", erklärt Steffen Jenner. Ältere Pumpen sind nicht oder fast nicht regelbar. Sie arbeiten stets mit der gleichen Drehzahl und drücken das Wasser immer mit voller Leistung durch die Leitungen. Und dabei verbrauchen sie viel mehr Strom, als sein müsste.

Elektronische Pumpen der ersten Generation sind zwar in gewissem Umfang regelbar, aber meist völlig überdimensioniert, also auch reif für den Austausch. Für eine regulierbare Hocheffizienzpumpe zahlt man inklusive Einbau etwa 350 bis 450 Euro, nach spätestens vier bis fünf Jahren sollte sich die Investition amortisiert haben. Zudem gibt es - so wie auch für den hydraulischen Abgleich - Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Quelle: n-tv.de, ino

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