Ratgeber

Verteilerschlüssel per Gesetz Heizkostenverteilung ist geregelt

Viele Betriebskostenaufstellungen sind fehlerhaft, insbesondere was den Verteilerschlüssel angeht. Mieter sollten sich nicht mit einer "Pi mal Daumen"-Rechnung zufriedengeben.

Für die Heizkostenverteilung gibt es gesetzliche Bestimmungen. Foto: Patrick Pleul

Für die Heizkostenverteilung gibt es gesetzliche Bestimmungen.

Einer der häufigsten Streitpunkte zwischen Mietern und Vermietern ist die Frage nach dem richtigen Verteilerschlüssel, wie der Deutsche Mieterbund erläutert. Für die Heizkosten gilt: Mindestens 50 Prozent und höchstens 70 Prozent der Kosten müssen nach Verbrauch abgerechnet werden. Daher müssen die Wohnungen mit Zählern ausgerüstet sein, die einmal im Jahr abgelesen werden. Die restlichen 30 bis 50 Prozent der Heizkosten werden meistens nach der Wohnfläche verteilt. Der Vermieter legt den konkreten Aufteilungsmaßstab einmalig fest. Ändern kann er ihn nur ausnahmsweise, etwa nach einer energetischen Modernisierung.

Bei älteren Gebäuden ist eine Aufteilung von 70 Prozent nach Verbrauch und 30 Prozent nach Wohnfläche vorgeschrieben. Voraussetzung ist, dass das Gebäude die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1994 nicht erfüllt. Außerdem muss es mit Öl oder Gas geheizt werden, und freiliegende Heizleitungen müssen gedämmt sein.

Die Deutschen müssen für ihre Heizkosten immer tiefer in die Tasche greifen. Seit 2005 sind die Kosten um bis zu 25 Prozent gestiegen, wie eine Auswertung der bundesweiten Heizspiegel zeigt. Grund seien vor allem die steigenden Energiepreise.

Mit Hilfe des Heizspiegels 2012 können Mieter ermitteln, ob die Heizkosten ihres Wohngebäudes niedrig oder zu hoch sind. Ergibt sich ein zu hoher Verbrauch, kann ein Heizgutachten angefordert werden, bei dem die Abrechnung überprüft und Vorschläge für eine Senkung von Energieverbrauch und -kosten gemacht werden. Bei einem zu hohen Energieverbrauch können Mieter auch versuchen, den Eigentümer zu Sanierungsmaßnahmen zu motivieren. "Das Geld, das an die Gasunternehmen und Ölscheichs gezahlt wird, geht auch für Vermieter verloren", sagt Ulrich Ropertz vom Mieterbund. Deshalb sollten auch Eigentümer ein Interesse daran haben, keine Energieschleuder bereitzustellen.

Die übrigen Betriebskosten wie Grundsteuer, Versicherungen, Gartenpflege, Hausreinigung, Aufzug oder Wasser werden entweder nach Wohnfläche oder nach Personenzahl auf die Mieter im Haus verteilt. Entscheidend ist immer, was im Mietvertrag steht. Fehlt hier eine entsprechende Regelung, gilt im Zweifel die Wohnfläche als richtiger Verteilerschlüssel. Verbrauchsabhängig können allenfalls die Kosten für Wasser und Abwasser verteilt werden. Die Voraussetzung: Alle Wohnungen müssen mit Wasseruhren ausgerüstet sein.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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