Ratgeber

Tagesgeld- und Festgeldvergleich Hier gibt es Geld statt Strafzinsen

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(Foto: dpa)

Derzeit herrscht Eiszeit an der Zinsfront. Deutsche Sparer legen dennoch ihr Geld am liebsten auf Sparbuch, Tages- und Festgeldkonto an. Jüngste Meldungen über Strafzinsen verbreiteten dann aber große Aufregung. Doch Finanztest beruhigt und weiß auch, wo Sparen noch lohnt - ganz ohne Verwahrungsentgelt.

Nicht nur, dass die Zinsen fürs Ersparte im Keller bleiben sollen, nein, zuletzt häuften sich auch die Meldungen, dass immer mehr Banken für die Einlagen ihrer Privatkunden auf Tages- oder Festgeldkonten Strafzinsen verlangen. Zum Teil schon ab dem ersten Cent. Das ist für viele besonders bitter, da Sparer hierzulande ihr Geld besonders gerne auf den genannten Konten lagern.

Finanztest wollte nach so viel Aufregung in den letzten Wochen wissen, wie die Großwetterlage an der Zinsfront ist. Sprich, wo droht ein sogenanntes Verwahrungsentgelt und wo gibt es noch etwas zu holen? Dazu wurde bei einer Stichprobe von fast 200 Banken festgestellt, dass der Hype um Minuszinsen stark übertrieben ist, denn kaum eine untersuchte Bank kassiert für Tages- oder Festgeld Strafzinsen. Und wenn doch, dann nur ab einem Guthaben von 100.000 oder sogar 500.000 Euro.

Direktbanken liegen vorn

Wer allerdings Geld fürs verliehene Geld, also Zinsen, bekommen möchte, geht bei seiner Filialbank meist leer aus. Okay, manchmal gibt es auch 0,01 Prozent zu holen, aber das reicht bekanntlich nicht, um die Inflationsrate auszugleichen. Sparer verlieren also Geld, da der sogenannte Realzins bei solchen Angeboten satt im Minus ist - und dies so ganz ohne Verwahrungsentgelt. 

Erste Wahl für Sparer sind laut der Untersuchung denn auch Direktbanken. Ein Großteil der besser verzinsten Festgeld-Angebote stammt dabei von Zinsportalen wie Weltsparen, Zinspilot und Check24. Diese vermitteln die Angebote ausländischer Banken an Anleger in Deutschland. Von mehr als der Hälfte aller Anlagebanken auf Zinsportalen rät Finanztest allerdings ab, weil sie aus Ländern mit schwacher Wirtschaftskraft kommen. Darunter finden sich Anbieter aus Bulgarien, Kroatien und Malta, deren Produkte Anleger im Internet über Zins­platt­formen wie Savedo, Weltsparen ­oder Zinspilot abschließen können.

Vielmehr rät Finanztest zu Angeboten von Banken aus EU-Ländern sowie aus Ländern des Europäischen Wirtschaftsraumes ­­(EWR), die durch­gehend Bestnoten für ihre Wirtschaftskraft erhalten­­. Hier ist das Geld bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Bank und Kopf durch die entsprechende Richtlinie der Europäischen Union geschützt.

Immerhin 1,40 Prozent für Festgeld

Außerdem prüften die Tester alle Zins­angebote auf bedenk­liche Neben­bedingungen und verbraucherunfreundliche Konditionen. ­Dazu gehören zum Beispiel Lock­angebote mit kurzen Lauf­zeiten oder nied­rigen Anla­gebeträgen, Angebote mit Zusatz­kosten und sogenannte Kombi-Produkte, bei denen üblicher­weise nur die Hälfte des Anla­gebetrages in eine kurz­fristige Zins­anlage fließt und die andere Hälfte in Investmentfonds. Auch auf Mogeleien beim Zinseszins wird bei den Empfehlungen geachtet. Denn statt die erwirtschafteten Erträge am Jahresende dem Sparkapital zuzuschlagen und mitzuverzinsen, werden die Zinsen mancherorts auch unverzinst gesammelt und am Ende der Laufzeit ausgezahlt.

Grundsätzlich sollten zwei bis drei Monatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto für finanzielle Eventualitäten bereitstehen. Für derartige Guthaben bietet sich derzeit das Angebot der Avida Finans an. Hier sind 0,4 Prozent Zinsen jährlich zu holen. Genauso viel gibt es bei Hoist Finance zu holen. Beide Angebote eint, dass die Banken in Schweden ansässig sind und nur über Weltsparen abgeschlossen werden können. Gleiches gilt für das Tagesgeld der Resurs Bank, nur dass es hier sogar 0,45 Prozent Zinsen gibt. Wer ohne Zinsplattform zurande kommen möchte, kann dies bei der East West Bank tun. Hier gibt es immerhin noch 0,35 Prozent Zinsen. Wer sein Geld in Schweden anlegen möchte, kann dies gerne tun, da auch hier die entsprechenden Sicherheitskriterien erfüllt werden, allerdings sollte der Wechselkurs im Auge behalten werden. Deshalb wird empfohlen, hier in Festgeld nicht mehr als jeweils 80.000 Euro anzulegen.  

Im Gegensatz zum Tagesgeld steht beim Festgeld der Zinssatz über die gesamte Laufzeit fest. ­Was beruhigt, aber bei steigenden Zinsen auch negative Auswirkungen haben kann. Langer ­als fünf Jahre sollte das Geld also besser nicht angelegt werden. Beispielsweise bekommt, wer sich derart lang binden möchte, für ein fünfjähriges Festgeld bei der deutschen Greensill Bank 1,40 Prozent pro Jahr Zinsen. Auch bei einer dreijährigen Laufzeit liegt die Privatbank mit 1,25 Prozent vorn. Genau wie bei der einjährigen Anlage (0,90 Prozent). 

Quelle: ntv.de, awi