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Beitragszeiten sichern Im Ausland gearbeitet? An Rente denken

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Beschäftigungszeiten, die in verschiedenen Ländern zurückgelegt wurden, können für die Mindestversicherungszeit zusammengerechnet werden.

Es gab ja mal eine Zeit, in der das Hüpfen über die Grenzen problemlos möglich war. Wer derart im Ausland gearbeitet hat oder dies noch tut, sollte etwaige Zeiten für den späteren Rentenanspruch im Auge behalten.

Trotz der Corona-Pandemie arbeiten viele EU-Bürger nach wie vor in anderen Ländern der Staatengemeinschaft oder haben dies zumindest einmal getan. Genau solche Zeiten im Ausland können für den späteren Rentenanspruch relevant sein und sollten deshalb beim zuständigen Rentenversicherungsträger angegeben werden. Denn das Europarecht gewährleistet, dass grenzüberschreitend tätigen Arbeitnehmern keine Nachteile bei der sozialen Absicherung entstehen. Dies kann vor allem dann wichtig sein, wenn die Auslandszeiten helfen, die Mindestversicherungszeiten vor dem Ruhestand zu erreichen.

Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund hin. Für langjährig Versicherte, die zum Beispiel mit 63 Jahren in Rente gehen wollen, liegt die vorgeschriebene Mindestversicherungszeit hierzulande derzeit bei 35 Jahren. Zur Mindestversicherungszeit zählen dabei auch Kindererziehungs- und Pflegezeiten, Zeiten aus Versorgungsausgleich, Arbeitslosigkeit, längerer Krankheit, Schulausbildung oder Studium oder eben Zeiten, in denen im Ausland gearbeitet wurde. Versicherte sind also gut beraten, ihren Versicherungsverlauf genau zu prüfen.

Abkommen auch mit vielen anderen Staaten

Beschäftigungszeiten in verschiedenen Ländern können für die Mindestversicherungszeit zusammengerechnet werden. Diese Zusammenrechnung erfolgt nach europäischem Gemeinschaftsrecht zwischen den Staaten der Europäischen Union sowie bei Liechtenstein, Island, Norwegen und der Schweiz. Mit vielen anderen Staaten hat Deutschland sogenannte Sozialversicherungsabkommen geschlossen, etwa mit Tunesien, der Türkei, Japan, den USA und Australien. Auch bei diesen Ländern können Versicherungszeiten berücksichtigt werden.

Genau wie die Deutsche Rentenversicherung rechnet die entsprechende ausländische Rentenkasse ihre Versicherungsjahre mit den deutschen Zeiten zusammen, um auch dort die erforderlichen Mindestversicherungsjahre zu erfüllen. Zu einer Doppelzahlung von Renten aus den gleichen Versicherungszeiten kommt es aber nicht. Die deutsche Rente wird aus den in Deutschland zurückgelegten Zeiten berechnet und die Rente aus dem Ausland aus den dort zurückgelegten Zeiten. Jedes Land zahlt also nur die Leistung aus den dort zurückgelegten Zeiten. Derart können Rentenzahlungen zeitgleich aus mehreren Staaten erfolgen.

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Sollte die Mindestversicherungszeit trotz der Zusammenrechnung von Zeiten nicht erfüllt sein, kann man sich in der Regel die gezahlten Beiträge erstatten lassen. Dies trifft sowohl auf den Versicherten selbst als auch auf seine Hinterbliebenen zu.

Betroffene können sich auf der Webseite der Rentenversicherung informieren und eine Broschüre herunterladen. Außerdem können sie sich telefonisch unter der Nummer +49 800 10004800 beraten lassen. Beide Angebote sind kostenlos.

Quelle: ntv.de, awi