Ratgeber

Grüße aus der Schweiz Immer Ärger mit Schwarzgeld

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Hat jemand undeklarierte Gelder in der Schweiz, so lebt er zunehmend in Angst. Seine Daten könnten Teil dieser oder noch kommender CDs sein, die dem Staat zum Kauf angeboten werden. Oder er kann jederzeit von einem unzufriedenen Bankangestellten direkt erpresst werden. Keine schönen Umstände, vor allem wenn man bedenkt, dass die Schweizer Konto vor vielen Jahren von Teilen der Leistungselite unseres Landes häufig nur zur Beruhigung und als letzte Reserve eingerichtet wurde.

Ständiges Risiko statt letzter Reserve

Es gibt aber eine Lösung und der Umstand, dass von dieser Lösung viel zu wenig Gebrauch gemacht wird, kann nur daran liegen, dass die Lösung nicht hinreichend bekannt ist. Die Lösung kann "Selbstanzeige" genannt werden, was aber schon abschreckt. Ein passender Name wäre rückwirkende Steuerkorrektur. Konkret muss man dafür die Steuererklärungen der letzten Jahre korrigieren und beim Finanzamt einreichen. Sobald die Steuerbeichten beim Finanzamt eingegangen sind, und die Steuerschulden mit Zinsen gezahlt sind, gibt es einen gesetzlichen Ablass  und man steht wieder auf festem Boden. Klingt viel, ist aber wenig, da in den letzten Jahren an den Kapitalmärkten in der Regel keine großen steuerpflichtigen Erträge erwirtschaftet wurden. Natürlich ist diese Darstellung etwas vereinfacht und man sollte diesen Schritt nur zusammen mit einem spezialisierten Steuerberater oder Anwalt angehen. Erste Informationen findet man am besten im Internet, zum Beispiel in leicht verständlicher Form unter www.steuerkorrektur.de.

Steuernzahlen spart Geld

Eine Legalisierung lohnt sich in jeder Hinsicht, sind die Gebühren Schweizer Vermögensverwalter doch oft höher, als die bei einer deutschen Verwaltung anfallenden Steuern. Bei Untersuchungen zu Kosten und Leistungen fällt es zumindest immer wieder auf, dass nicht wenige Schweizer Verwalter unverhältnismäßige Gebühren nehmen, wenn sie wissen, dass es Schwarzgeld ist. Dazu kommt, dass sie gerne in Produkte investieren, die ohne Wissen des Kunden hohe Provisionen an den Verwalter zahlen. Das ist vielleicht nicht immer legal, aber der Kontoinhaber kann wegen des verlorenen Schwarzgeldes kaum vor Gericht gehen. Allein das sollte schon ein Grund sein, eine Steuerkorrektur vorzunehmen und die Gelder nach Deutschland zurückzuführen. Im Übrigen kann, nach Meldung beim Finanzamt, gegen den Vermögensverwalter wegen der illegal eingehaltenen Provisionen geklagt werden. Entsprechende Grundsatzurteile sind vorhanden. Informationen gibt es im Internet zum Beispiel hier

Steuernzahlen sichert Privateigentum

Zu guter Letzt lohnt sich eine Steuerkorrektur auch aus gesellschaftlicher Sicht. Man mag mit dem Staat unzufrieden sein, aber letztendlich ist er eine wunderbare Erfindung - übrigens der inzwischen aus Mangel an Steuern von der Insolvenz bedrohten Griechen. Der Staat entstand im alten Athen durch die Trennung von Macht und Eigentum als Gegenmodell zur Tyrannis. Der Staat (Polis) ist selbst eigentumslos, dennoch besteht sein originärer Zweck im Schutze des Eigentums durch Militär, Polizei und Gericht. Die Eigentümer (Oikos) finanzieren dafür den Staat über eine Steuer. Ohne Staat kein Privateigentum, ohne Privateigentum kein Staat. Damit ist es auch selbstverständlich und nicht ungerecht, dass Bürger mit großem Vermögen, den Großteil der Steuern bezahlen. Wer sonst? So sind die Regeln und es profitiert vor allem der Inhaber großer Vermögen von der vom Staat garantierten Rechtssicherheit.

Quelle: n-tv.de