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Sturz unter Kollegen Ist der Skiunfall versichert?

Berufliche Tagungen werden nicht selten mit vergnüglichen Freizeitaktivitäten aufgelockert. Weniger spaßig wird es aber, wenn sich ein Teilnehmer dabei verletzt. Etwa beim Skifahren. Ob es sich dabei um einen Arbeitsunfall handelt, hatte ein Gericht zu klären.

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Skifahren steht meist in keinem inneren oder sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit eines Angestellten.

(Foto: imago stock&people)

Wer sich auf einer beruflichen Tagung während einer Freizeitaktivität verletzt, kann nicht mit der Anerkennung des Vorfalls als Arbeitsunfall rechnen. Dies hat Landessozialgericht (LSG) Hessen entschieden (Az.: L 9 U 69/14).

In dem verhandelten Fall stürzte ein 49-jähriger Mann im Rahmen einer Führungskräftetagung beim Skifahren und verletzte sich dabei an der Schulter. Der so Verunglückte beantragte daraufhin die Anerkennung als Arbeitsunfall.

Dies lehnte die Berufsgenossenschaft ab, da sich der Unfall auf der Tagung während der Freizeitaktivitäten ergeben habe. Diese seien als unversicherte private Tätigkeiten einzustufen. Da die Tagung nur einem kleinen Kreis der insgesamt 280 Beschäftigten offengestanden habe, bestehe auch unter dem Aspekt der betrieblichen Gemeinschaftsveranstaltung kein Versicherungsschutz. Gegen diese Entscheidung wehrte sich der Mann mit einer Klage.

Ohne Erfolg. Die Richter entschieden im Sinne der Berufsgenossenschaft. Demnach habe das Skifahren in keinem inneren oder sachlichen Zusammenhang mit der versicherten Tätigkeit des verunglückten Angestellten gestanden. Vielmehr habe dies im Rahmen des vom Tagesordnungsprogramm abgegrenzten Freizeitbereichs stattgefunden. Die Teilnahme hieran sei nicht verbindlich gewesen. Der maßgebliche Vormittag habe zur freien Verfügung gestanden. Dementsprechend seien auch nur 9 der insgesamt 18 Tagungsteilnehmer Ski gefahren.

Urlaubs- und Freizeitaktivitäten wie auch sportliche Betätigungen stünden, auch wenn das Unternehmen sie finanziere, nicht unter dem gesetzlichen Versicherungsschutz. Es komme auch nicht darauf an, ob der Arbeitgeber den Skipass bezahle oder für die Tagungsteilnahme Urlaubstage angerechnet würden. Auch habe keine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung vorgelegen, da die Teilnahme nicht allen Beschäftigten offen gestanden habe, urteilte das LSG.

Quelle: n-tv.de, awi

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