Ratgeber

Einkommensgrenze fällt Kein Ärger mehr ums Kindergeld

Kindergeld ist eine lohnende Sache: Mindestens 2208 Euro zahlt der Staat im Jahr, und das auch an erwachsene Kinder, die noch in der Ausbildung sind. Die Empfänger müssen allerdings höllisch aufpassen, dass sie nicht zu viel Geld verdienen. Schon ab dem ersten Euro über der Grenze ist das gesamte Kindergeld futsch. Ab nächstem Jahr wird das anders.

Studentenjobs.jpg

Studenten im Erststudium können künftig unbesorgt dazuverdienen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Eltern erwachsener Kinder kennen das: Jahr für Jahr fordert die Familienkasse einen Nachweis über das Einkommen des Nachwuchses. Das sind in der Regel Lohnsteuerkarten, Steuerbescheide, Verdienstbescheinigungen oder Bewilligungsbescheide diverser Ämter. Das ist ziemlich aufwendig für alle Beteiligten. Und deshalb ist damit ab kommendem Jahr Schluss. Das ist eine der positiven Auswirkungen des Steuervereinfachungsgesetzes, das der Bundestag vor kurzem beschlossen hat.

Für Familien bedeutet das weniger Bürokratie, für Kinder möglicherweise auch mehr Geld – zumindest bessere Möglichkeiten, welches zu verdienen. Mit der Einkommensprüfung fällt nämlich auch der bisherige Grenzbetrag für Einkünfte und Bezüge weg. Bislang dürfen erwachsene Kinder nicht mehr als 8004 Euro zusätzlich einnehmen, sonst gibt es kein Kindergeld mehr. Darauf lassen sich noch Werbungskosten und gegebenenfalls gezahlte Sozialversicherungsbeiträge anrechnen. Wird das so ermittelte Höchst-Einkommen jedoch überschritten, steht nicht nur das Kindergeld auf dem Spiel. Auch der Kinderzuschlag bei Riester-Verträgen geht flöten. Und wer noch Eigenheimzulage bekommt, muss auf die Kinderzulage verzichten.

Berüchtigter "Fallbeileffekt"

Bei der Grenze kennen die Finanzbehörden keine Gnade: Schon ein Euro über dem zulässigen Höchsteinkommen kippt die gesamte Förderung. Dieser sogenannte "Fallbeileffekt" hat deutsche Gerichte des Öfteren beschäftigt. Erst letztes Jahr erklärte das Bundesverfassungsgericht die Praxis für rechtens. Damals hatte ein Vater geklagt, dessen Sohn das Kindergeld gestrichen wurde - wegen 4,34 Euro (Az.: 2 BvR 2122/09).   

In Zukunft können sich Eltern und Kinder die Rechnerei sparen. Kinder unter 25 Jahren gelten dann automatisch als kindergeldberechtigt, wenn sie sich in der ersten Berufsausbildung oder im Erststudium befinden, also noch nicht abgeschlossen haben. Und selbst für das zweite Studium oder eine weitere Berufsausbildung kann es noch Kindergeld geben, solange der Nachwuchs nicht mehr als 20 Stunden pro Woche nebenbei jobbt. Davon dürften nicht nur Studenten profitieren, die während der Semesterferien oder während des Studiums arbeiten gehen, sondern auch viele Azubis. Im dritten Lehrjahr sprengt die Ausbildungsvergütung schnell die Kindergeldgrenze.

Der Wegfall der Einkommensgrenze betrifft übrigens nicht nur selbst verdientes Geld. Künftig darf der Nachwuchs auch mit Geldanlagen oder Mieteinnahmen unbegrenzt dazuverdienen, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind. Das könnte begüterten Familien und deren Steuerberatern ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Steuersparende Vermögensübertragungen scheitern künftig jedenfalls nicht mehr am Kindergeld, das sich auch Wohlhabende nur ungern durch die Lappen gehen lassen: Derzeit gibt fürs erste und zweite Kind bei immerhin 2208 Euro pro Jahr,  ab dem vierten Kind sind es sogar 2580 Euro.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.