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Eltern aufgepasst Kindererziehung sorgt für mehr Rente

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Auch Berücksichtigungszeiten erhöhen die Rente.

(Foto: imago/Frank Sorge)

Wer seinen Nachwuchs erzieht, bekommt dafür in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtbeiträge und Anwartschaften gutgeschrieben. Das schafft einen Ausgleich dafür, dass Mütter und Väter in den ersten Jahren nach der Geburt ihrer Kinder oft weniger arbeiten.

Zeiten der Kindererziehung wirken sich positiv auf die spätere Rente aus. Denn hierfür erhalten Eltern bis zu drei Jahre Beitragszeiten in Höhe eines Rentenpunktes in der gesetzlichen Rentenversicherung pro Kind gutgeschrieben, erklärt die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin. Ein Rentenpunkt im Osten Deutschlands liegt für 2020 bei 33,23 Euro im Monat. Im Westen liegt der Wert zurzeit bei 34,19 Euro. Diesen Rentenpunkt erhält der Versicherte zusätzlich zu einem etwaigen Verdienst. Dies allerdings nur bis zu einer Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 82.800 Euro (77.400 Euro Ost), wie die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin bekannt gibt.

Außerdem werden die Zeiten der Kindererziehung auf die Mindestversicherungszeit für einen Rentenanspruch von fünf Jahren angerechnet. Sollte diese trotz Nachwuchses nicht erreicht sein, kann auch mit freiwilligen Beiträgen in die Rentenkasse nachgeholfen werden.

Berücksichtigungszeiten noch obendrauf

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Neben den Kindererziehungszeiten werden aber auch Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehungszeit anerkannt. Sie beginnen nach dem Tag der Geburt und enden nach zehn Jahren. Diese wirken sich indirekt positiv auf den Rentenanspruch aus, wenn Eltern neben der Erziehung eines Kindes eine Beschäftigung ausgeübt haben.

Denn der tatsächliche Verdienst wird durch die Berücksichtigungszeiten fiktiv höchstens bis zum Durchschnittsentgelt für maximal zehn Jahre aufgestockt, womit sich dann auch die Zahlung in die Rentenkasse erhöht. Das Durchschnittsentgelt beträgt im Jahr 2020 rund 40.551 Euro.

Bei der späteren Rentenberechnung wird beispielsweise ein Jahreseinkommen von derzeit 24.000 Euro entsprechend aufgestockt, was eine Aufwertung um 50 Prozent bedeutet. Nach derzeitigen Werten würde sich die Rente um rund zehn Euro monatlich erhöhen.

Dies gilt unter der Voraussetzung, dass der Elternteil 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten zurückgelegt hat. Vorrangig dienen die Berücksichtigungszeiten jedoch dazu, Lücken in der Versicherungsbiografie zu schließen. Sowohl Kindererziehungs- als auch Berücksichtigungszeiten werden im Versicherungskonto nur auf entsprechenden Antrag im Versicherungsverlauf gespeichert.

Weitere Auskünfte erteilt die Deutsche Rentenversicherung Bund unter der kostenlosen Servicetelefonnumer 0800 1000 4800.

Quelle: ntv.de, awi