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Mütterrente macht's möglich Einbußen vermeiden - Rente beantragen

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Die Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder werden künftig stärker angerechnet.

(Foto: imago/Frank Sorge)

Seit Anfang des Jahres haben Mütter und Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, zusätzliche Rentenansprüche. Wer 2019 erstmals Rente beantragt, sollte sich ranhalten, damit die Kindererziehungszeiten von Anfang an berücksichtigt werden.

Einige Eltern haben seit Beginn des Jahres zusätzliche Rentenansprüche: Durch die am 1. Januar in Kraft getretene Mütterrente II werden für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, zweieinhalb Jahre Kindererziehungszeiten bei der Rente berücksichtigt. Wird durch die Mütterrente die Mindestversicherungszeit von fünf Jahren erfüllt und zudem die Regelaltersgrenze erreicht, besteht erstmals ein Anspruch auf eine Regelaltersrente. Wird die Mindestversicherungszeit trotz Kindererziehungszeiten nicht erreicht, sollte vielleicht über die Zahlung von freiwilligen Beiträgen nachgedacht werden.

So oder so, wer 2019 erstmals Rente beantragt, sollte sich mit der Antragstellung beeilen und das bis spätestens bis Ende April erledigen. Ansonsten könnten Betroffene Rentenzahlungen verlieren, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund mitteilt. Geht der Antrag verspätet beim zuständigen Rentenversicherungsträger ein, beginnt die Auszahlung erstmals ab dem Monat der Antragstellung.

Das zusätzliche halbe Jahr mit Kindererziehungszeiten entspricht aktuell einer Erhöhung des monatlichen Rentenanspruchs um bis zu 16,02 Euro pro Kind (West) und 15,35 Euro pro Kind (Ost). Zuvor wurden nur zwei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet. Vor Juli 2014 war es sogar nur ein Jahr für vor 1992 geborene Kinder. Für Kinder, die 1992 oder danach geboren wurden, erhalten Versicherte drei Jahre Kindererziehungszeiten.

Um die zusätzlichen Kindererziehungszeiten zu erhalten, müssen Versicherte und Rentner in der Regel nicht tätig werden. Vorausgesetzt, die Erziehungszeiten wurden bereits nach dem alten Recht beantragt und gespeichert. Bei den Müttern und Vätern, deren Rente bereits vor Januar 2019 begonnen hat, werden die Renten schrittweise ab Mitte März 2019 neu berechnet. Ein Antrag ist dafür grundsätzlich nicht notwendig. Auch in den Versicherungskonten der Mütter und Väter, die noch keine Rente beziehen, werden die zusätzlichen Kindererziehungszeiten Mitte dieses Jahres ebenfalls automatisch ohne Antrag gespeichert. Voraussetzung dafür ist, dass die Erziehungszeiten nach dem alten Recht bereits beantragt und gespeichert wurden.

Weitere Auskünfte erteilt die Deutsche Rentenversicherung Bund unter der kostenlosen Servicetelefonnumer 0800 1000 4800.

Quelle: n-tv.de, awi

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