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Änderungen in diesem Jahr Kinderkrankengeld: Was Sie wissen müssen

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Arbeiten und das Kind betreuen - das ist kaum möglich. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt.

(Foto: imago images/photothek)

Hunderttausende Eltern betreuen während der Pandemie ihre Kinder zu Hause und nehmen damit oft eine große Mehrbelastung auf sich. Was der Gesetzgeber in der Pandemie ändert, wie Eltern richtig das Kinderkrankengeld beantragen und die Tage auch übertragen können, erklärt der Beitrag.

So ist das Kinderkrankengeld üblicherweise gestaltet

Wie der Name sagt, ist das Kinderkrankengeld eigentlich für den Fall eines kranken Kindes vorgesehen. Trifft das zu und muss es deshalb betreut werden, haben berufstätige Eltern einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit. Zusätzlich besteht für gesetzlich Versicherte ein befristeter Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen.

Daniel Schollenberger ist Steuerexperte des Portals Steuertipps.de von Wolters Kluwer.

Daniel Schollenberger ist Steuerexperte des Portals Steuertipps.de von Wolters Kluwer.

Zu diesen Voraussetzungen gehört, dass sie mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind und ein Arzt attestiert, dass sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und gesetzlich versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben müssen. Außerdem ist Voraussetzung, dass keine andere im Haushalt lebende Person dies übernehmen kann sowie dass das Kind unter zwölf Jahren alt oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.

Wie lange können Eltern üblicherweise das Kinderkrankengeld beziehen?

Je Kalenderjahr hat jeder Elternteil, bei dem die genannten Voraussetzungen vorliegen, pro Kind maximal für zehn Arbeitstage Anspruch auf Kinderkrankengeld. Bei Alleinerziehenden verdoppelt sich der Anspruch auf bis zu 20 Arbeitstage je Kind. Bei mehreren Kindern erhöht sich die Anspruchsdauer entsprechend. Insgesamt hat jeder Elternteil Anspruch auf höchstens 25 Arbeitstage Kinderkrankengeld pro Kalenderjahr. Für Alleinerziehende gilt hier die Höchstdauer von bis zu 50 Arbeitstagen. Tage, an denen Arbeitgeber ihre Beschäftigten bezahlt freistellen, werden hierauf angerechnet. An diesen Tagen ruht das Kinderkrankengeld.

Erste wichtige Besonderheit: Bezugsdauer wurde im Jahr 2021 verlängert

Mit Blick auf die andauernde Pandemie wird der Anspruch auf Kinderkrankengeld abweichend für das Kalenderjahr 2021 je Elternteil und für jedes Kind längstens für 20 Arbeitstage und für Alleinerziehende längstens für 40 Arbeitstage verlängert. Der Anspruch besteht für Versicherte für nicht mehr als 45 Arbeitstage, für Alleinerziehende für nicht mehr als 90 Arbeitstage.

Das Kinderkrankengeld bekommen Eltern bei Kita- und Schulschließungen

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass der Anspruch auf Kinderkrankengeld auch besteht, sofern eine Betreuung des Kindes zu Hause erforderlich wird. Das ist der Fall, wenn die Kinderbetreuungseinrichtung oder die Schule pandemiebedingt geschlossen sind oder für die Gruppe oder Klasse ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde. Ein Anspruch besteht ebenfalls, wenn der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt ist oder die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt wurde. Dasselbe gilt bei einer behördlichen Empfehlung, die Einrichtungen nicht zu besuchen. Versicherte haben hierüber jedoch einen Nachweis bei ihrer Krankenkasse einzureichen.

Diese Neuerungen traten am 5. Januar in Kraft und können für die Zeiträume ab diesem Datum nachträglich beantragt werden. Ein Aber gibt es: Wer Kinderkrankengeld erhält, hat keinen Entschädigungsanspruch nach dem Infektionsschutzgesetz.

Wer die Betreuung übernimmt, entscheiden die Eltern …

Eltern, die berufstätig und gesetzlich versichert sind, können selbst entscheiden, wer von ihnen das erkrankte Kind betreuen soll. Hierfür können sie sich gegenseitig ihre Anspruchstage übertragen, wenn der jeweils betreuende Elternteil seine eigenen Anspruchstage ausgeschöpft hat. Voraussetzung hierfür ist, dass der Arbeitgeber damit einverstanden ist, der die Freistellung seines Arbeitnehmers gewähren muss. Versicherte sollten sich hierzu an ihre Krankenkasse wenden.

… und sie können sich abwechseln

Ist das Kind mehrere Tage krank, kann es vorkommen, dass ein Elternteil die Betreuung nicht durchgängig wahrnehmen kann. Etwa wegen eines wichtigen dienstlichen Termins. In diesen Fällen können sich Eltern bei der Betreuung abwechseln, sofern beide noch genügend Anspruchstage haben. Dazu hat der zuerst pflegende Elternteil seine Krankenkasse über den Wunsch des Betreuungswechsels unter Angabe des Termins zu informieren. Ist der Elternteil, der die Pflege als Zweiter übernimmt, bei einer anderen Krankenkasse versichert, ist entweder ein neuer ärztlicher Nachweis oder eine Kopie des ersten Nachweises zum Anspruchsnachweis gegenüber seiner Krankenkasse erforderlich.

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Ist ein Elternteil privat versichert, besteht ein Anspruch auf unbezahlte Freistellung. Der Versicherungsschutz der privaten Krankenversicherung umfasst in der Regel jedoch keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Sollte der andere Elternteil gesetzlich versichert sein, hat er auch in diesen Fällen nur einen Anspruch auf höchstens 10 bis 25 Arbeitstage Kinderkrankengeld je Kalenderjahr (2021: 20 bis 45 Arbeitstage). Einen Sonderfall stellen die Eltern von schwerstkranken Kindern dar, die nur noch wenige Wochen oder Monate zu leben haben: Für sie besteht ein zeitlich unbegrenzter Anspruch auf Krankengeld.

Daniel Schollenberger ist Steuerexperte des Portals Steuertipps.de von Wolters Kluwer.

Quelle: ntv.de

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