Ratgeber

Verbraucherschützer sind empört Mehr Verpackungsmogeleien

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Clerasil ist mit einer Preisverdoppelung besonders skrupellos.

(Foto: Verbraucherzentrale Hamburg)

Nach dem Ende der letzten gesetzlich verbindlichen Füllmengen beklagen Verbraucherschützer immer mehr Mogelpackungen bei Gebrauchsartikeln. Laut Verbraucherzentrale Hamburg nehmen die Fälle versteckter Preiserhöhungen zu.

 

Demnach müssen Jugendliche beispielsweise 5,99 Euro zahlen, wenn sie ihre Pickel mit der Clerasil-Akut-Creme behandeln. Doch in der neuen Tube ist nur noch halb so viel drin wie in der alten. Es handelt sich also um eine Preiserhöhung von 100 Prozent.

 

Auch der Firma Schwartau werfen die Verbraucherschützer Trickserei vor. So koste eine Packung mit Corny-Riegeln zwar seit April vergangenen Jahres 80 Cent weniger. Doch statt zehn Riegeln à 25 Gramm bekomme der Verbraucher nur noch sechs Riegel à 20 Gramm - eine Preissteigerung von gut 34 Prozent. Der Firma Iglo wiederum wirft die Verbraucherzentrale Hamburg vor, dem Schlemmer-Filet Bordelaise weniger teuren Fisch und mehr billige Panade unterzumischen.

 

Hersteller sehen das anders

 

Die Hersteller wiesen den Vorwurf der Preistreiberei zurück. Viele Konsumenten hätten sich bei Test-Verkostungen eine neue Panade gewünscht, teilte Iglo dem "Tagesspiegel" mit. Auch Schwartau verteidigte die neuen, kleineren Corny-Riegel. Es gebe zunehmend kleinere Haushalte in Deutschland, und außerdem sei die Rezeptur verbessert worden. Auch Clerasil begründete die Preiserhöhung der Zeitung gegenüber mit einer Verbesserung des Produkts.

 

Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg forderte die Politik auf, wenigstens für Grundnahrungsmittel wieder zu festen Füllmengen für Fertigpackungen zurückzukehren. Auch der so genannte Grundpreis - der Preis, der etwa pro hundert Gramm oder pro Liter angegeben werden muss - sorge derzeit nicht für ausreichend Transparenz. Es komme immer wieder vor, dass dieser ganz fehle, falsch oder zu klein gedruckt sei.

 

Im vergangenen Frühjahr waren europaweit die strengen Verpackungsvorschriften gefallen, die bislang Einheitsgrößen für dutzende Artikel des täglichen Bedarfs vorschrieben. Hersteller dürfen seither Zucker, Milch, Butter, Schokolade, Mineralwasser und Bier in beliebig großer oder kleiner Verpackung anbieten.

Quelle: ntv.de, AFP