Ratgeber

Kleines Kraftwerk für den Balkon Mit Mini-Solaranlage Stromkosten drücken

imago0146179506h.jpg

Entscheidend für den Ertrag der Anlage ist der Standort.

(Foto: imago images/Elmar Gubisch)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Kompakte Fotovoltaikanlagen mit Stecker sind nicht nur für Hausbesitzer der erste Schritt zur eigenen Stromproduktion, sondern auch für Mieter. Um wie viel sich damit die Stromkosten im Haushalt senken lassen, lesen Sie hier.

Solarstrom boomt. Denn der schont den Geldbeutel und ist freundlich zur Umwelt. Zunächst einmal muss aber natürlich in eine Anlage investiert werden. Und die landet meist auf dem eigenen Dach und ist dann etwas größer, leistungsstärker und teurer.

Doch auch Mieter haben die Möglichkeit, mit Mini-Solaranlagen für den Balkon ihre Stromkosten zu drücken. "Der Reiz dieser Geräte besteht darin, dass sie unkompliziert von Laien einzurichten und zu betreiben sind", sagt Martin Brandis, Energieberater des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Die Unterstützung durch einen Fachbetrieb ist meist nicht erforderlich.

Steckerfertige Solaranlagen bestehen aus ein oder zwei Modulen mit einer Abmessung von je rund 1,6 Meter x 1 Meter, die beispielsweise am Balkongeländer angebracht oder im Garten aufgestellt werden können. Nach einigen Jahren können die Anschaffungskosten für die Solaranlage von 1000 bis 1500 Euro auf dem Balkon wieder drin sein. Das hat eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox ergeben.

Nach 4 bis 6 Jahren amortisiert sich Mini-Solaranlage

Denn unter idealen Bedingungen können zwei Solarmodule dieser Größe jährlich etwa 600 Kilowattstunden (kWh) Strom liefern. Wird der Strom komplett selbst verbraucht, entspricht das einer Einsparung von rund 235 Euro pro Jahr. Die Anschaffungskosten haben sich in dieser Beispielrechnung nach 4 bis 6 Jahren amortisiert. Läuft die Anlage 20 Jahre lang, werden nach aktuellem Preisniveau rund 4700 Euro Stromkosten eingespart.

"Entscheidend für den Ertrag der Anlage ist allerdings der Standort. Die beste Ausbeute an Sonnenenergie wird erreicht, wenn der Balkon nach Süden ausgerichtet ist, die Module leicht geneigt angebracht werden und kein Schatten auf die Solarmodule fällt. Wer allerdings einen Balkon Richtung Norden hat und die Module nur senkrecht anbringen kann, erhält weniger als ein Drittel des möglichen Ertrags. Unter solchen Bedingungen lohnt sich die Anschaffung einer Mini-Solaranlage nicht", gibt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, zu bedenken.

Vermieter um Erlaubnis für Balkon-Solaranlage bitten

Mehr zum Thema

Zwar werben die Anbieter von Balkon-Solaranlagen damit, dass die Geräte direkt aufgestellt und an eine herkömmliche Steckdose angeschlossen werden können. Der Verband der Elektrotechnik warnt jedoch davor, da sich normale Steckdosen nur für elektrische Verbrauchsgeräte eignen. Daher empfiehlt der Verband spezielle Einspeisesteckdosen, die jedoch ohne großen Aufwand eingebaut werden können. Außerdem muss vorher geprüft werden, ob der aktuelle Stromzähler für den Betrieb einer Balkon-Solaranlage geeignet ist. Hierbei kann aber der örtliche Netzbetreiber helfen.

Abgesehen davon sollten Mieter aber vor dem Aufbau den Vermieter nach seiner Zustimmung fragen. Denn der trägt die Verantwortung, dass seine Immobilie diese Anlage sicher trägt und Nachbarn nicht durch Blendung oder Verschattung beeinträchtigt werden.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 08. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen