Ratgeber

Nicht für die Streitschlichtung Nachlassverwalter regelt Erbe

Und ewig streiten die Erben: Sind die Nachlassverbindlichkeiten nicht klar geregelt, kann ein Nachlassverwalter hinzugezogen werden. Doch dieser ist nicht dazu da, den Streit zu schlichten.

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Eine Nachlassverwaltung ist nicht dazu gedacht, die fehlende Bereitschaft einzelner Miterben zu überwinden

(Foto: picture-alliance/ ZB)

Aufgabe eines Nachlassverwalters ist es, den Nachlass zu sichern und alle Nachlassgläubiger gleich zu behandeln. Eine Voraussetzung für die Anordnung einer Nachlassverwaltung ist also, dass der Nachlass durch das Verhalten eines Miterben gefährdet wird, erklärt die Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) und verweist auf eine entsprechende Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf.

In dem verhandelten Fall hatte die Erblasserin in ihrem Testament Bruder, Schwester sowie zwei Neffen bedacht. Die Schwester beantragte eine Nachlassverwaltung. Sie begründete dies damit, dass sie anlässlich des Sterbefalles mit knapp 2500 Euro aus eigenen Mitteln in Vorlage getreten sei. Hinzu kämen eine Rentenrückforderung und möglicherweise noch nicht abgerechnete Betreuungskosten. Einer einvernehmlichen Auseinandersetzung des Erbes – insbesondere Kündigung der Geschäftsverbindung mit der Sparkasse und Auflösung des Wertpapierdepots stehe die Weigerung der Mitwirkung des Neffen und Miterben.

Das Nachlassgericht lehnte es ab, eine Nachlassverwaltung anzuordnen. Eine Nachlassverwaltung sei dazu gedacht, die fehlende Bereitschaft einzelner Miterben zu überwinden, das Erbe zu regeln. Ein Nachlassverwalter werde nur eingesetzt, wenn der Nachlass gefährdet sei. Hiervon sei nicht auszugehen, da die Verbindlichkeiten dem hier vorliegenden Sachvortrag zur Folge auch noch aus dem neben dem Depot existierenden Guthaben befriedigt werden könnten. Die Gläubigerin mache geltend, ein Miterbe sei nicht kooperativ und somit könne die Erbengemeinschaft ein Sparkassendepot zur Zeit nicht auflösen. Die mangelnde Mitwirkungsbereitschaft des Miterben könne jedoch die Anordnung der Nachlassverwaltung nicht begründen. Durch das Verhalten müsse der Nachlass gefährdet sein.

In der Tatsache, dass der Miterbe nicht auf Anschreiben der Erbengemeinschaft reagierte, konnten die Richter aber noch keine Gefährdung erkennen.

Quelle: ntv.de, awi/dpa