Ratgeber

Zweite Miete oft zu hoch Nebenkostenabrechnung dringend prüfen

Betriebskostenabrechnung

Zwar können Vermieter ihre Mieter an den Betriebskosten ihrer Immobilie beteiligen, doch nicht immer stimmen die von ihm umgelegten Werte.

(Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Im Schnitt haben Mieter über 2500 Euro pro Jahr an Nebenkosten zu berappen. Doch oftmals stimmen die Abrechnungen der Vermieter nicht. Mieter zahlen also zu viel. Der Deutsche Mieterbund weiß, worauf zu achten ist und wie man sich Geld zurückholt.

In Deutschland müssen Mieter im Durchschnitt 2,19 Euro pro Quadratmeter monatlich an Betriebskosten zahlen. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten mit den jeweiligen Einzelbeträgen zusammen, kann die sogenannte zweite Miete bis zu 2,79 Euro pro Quadratmeter im Monat betragen.

Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Betriebskostenspiegel, den der Deutsche Mieterbund auf Grundlage der Abrechnungsdaten des Jahres 2016 vorlegt. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung müssten bei Anfallen aller Betriebskostenarten 2678,40 Euro für das Abrechnungsjahr 2016 aufgebracht werden. Während in den westlichen Bundesländern im Durchschnitt 2,22 Euro pro Quadratmeter im Monat gezahlt wurden, waren es in den östlichen 2,10 Euro.

Zwar können Vermieter ihre Mieter an den Betriebskosten ihrer Immobilie beteiligen, doch nicht immer stimmen die von ihnen umgelegten Werte oder die Betriebskostenabrechnung enthält Leistungen, die nicht auf Mieter umgelegt werden dürfen, wie der Deutsche Mieterbund (DMB) warnt. In der Statistik zu Beratungen des DMB landet das Thema Betriebskosten regelmäßig auf Platz eins. Deshalb kann es sich lohnen, die Abrechnung genauer anzuschauen.

Was macht eigentlich der Hauswart?

Dabei sollten Mieter vor allem auf große Abweichungen gegenüber dem Vorjahr achten. Siegmund Chychla, Geschäftsführer des Mietervereins zu Hamburg. Grundsätzlich sind in der Betriebskostenverordnung 17 verschiedene Kostenarten festgehalten. Die Betriebskosten dürfen nur umgelegt werden, wenn das im Mietvertrag vereinbart wurde. Dabei muss nicht zwingend jeder Posten genannt werden.

Unter anderem können laut der Verordnung etwa Ausgaben für Wasserver- und -entsorgung, Aufzüge, Straßenreinigung und Müllbeseitigung, Beleuchtung, Heizung oder den Hauswart umgelegt werden.

Gerade bei Letzterem sollten Mieter auf der Hut sein. Denn der Hausmeister soll beziehungsweise darf zwar umlagefähig Gartenarbeiten verrichten, Schnee räumen und das Treppenhaus reinigen. Reparaturarbeiten sind jedoch nicht umlagefähig. Gleiches gilt für Fahrstuhlkosten. Auch hier dürfen sich nur die Ausgaben für die Wartung und nicht jene für eine etwaige Reparatur in der Betriebskostenabrechnung wiederfinden. Allerdings verwenden Vermieter auch gerne den Begriff "Vollwartung". Unzulässigerweise sind hier dann mögliche Reparaturkosten versteckt. Auch haben die Kosten für Rauchmelder und die Reinigung der Regenwasserrohre auf der Nebenkostenabrechnung nichts zu suchen.

Diese und andere Fehler gilt es vom Mieter gegenüber dem Vermieter zu benennen und zu reklamieren. Laut Gesetz hat er dafür zwölf Monate nach Erhalt der Abrechnung Zeit. Hierbei empfiehlt es sich laut Mieterbund, dem Vermieter eine Frist zur Antwort zu setzen.

Versäumt der Mieter eine Reklamation innerhalb eines Jahres, muss der oder die Fehler hingenommen und bezahlt werden.

Quelle: ntv.de, awi