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Finanzieller Ausgleich Pflege kann die Rente erhöhen

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Die monatliche Rente für ein Jahr Pflege liegt je nach Aufwand und Pflegegrad zwischen etwa gut 5 und 30 Euro.

(Foto: imago/Eibner)

Wird ein Mensch zu Hause von Angehörigen gepflegt, ist das meist mit einem erheblichen Kraft- und Zeitaufwand verbunden. Sich zu kümmern hilft dabei nicht nur den Bedürftigen, sondern kann auch die Rente erhöhen - unter bestimmten Voraussetzungen.

Gut 2,5 Millionen Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt, in vielen Fällen von Angehörigen. Was für die Helfer mit einem erheblichen Kraft- und Zeitaufwand verbunden ist, denn die Pflege von Familienangehörigen bedeutet oft ein Zurückstecken im Beruf – manchmal sogar die komplette Berufsaufgabe. Trotzdem übernehmen Ehepartner, Geschwister oder Kinder diese Aufgabe.

Als Ausgleich für die Arbeit zahlen die Pflegekassen unter Umständen Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung. Und auch Pflegende, die schon eine Altersrente beziehen, können direkt davon profitieren, wie die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bund in Berlin informiert. Denn für denjenigen, der Familienangehörige - und auch Nachbarn oder Bekannte -  ehrenhalber, also "nicht erwerbsmäßig" pflegt, zahlen die Pflegekassen Beiträge zur Rentenversicherung - unter diesen Voraussetzungen:

  • Die gepflegte Person muss etwa Pflegegrad 2 oder höher haben.
  • Man muss sich mindestens zehn Stunden verteilt auf mindestens zwei Tage in der Woche um sie kümmern.
  • Zusätzlich darf die eigentliche berufliche Arbeitszeit nicht mehr als 30 Stunden pro Woche betragen.
  • Die zu pflegende Person muss zudem Anspruch auf Leistungen aus der sozialen (gesetzlichen) oder einer privaten Pflegeversicherung haben.
  • Außerdem muss die Pflege in häuslicher Umgebung erfolgen.
  • Der Wohnsitz der gepflegten Person ist in Deutschland, im Europäischen Wirtschaftsraum oder in der Schweiz.

Zudem muss die Pflege auch notwendig sein, was zuvor vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) attestiert werden muss.

Zwischen 5 und 30 Euro mehr Rente

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, werden die Pflegezeiten als Beitragszeit gezählt und auf die sogenannte Wartezeit angerechnet. Dabei handelt es sich um die Mindestversicherungszeit für Leistungen aus der Rentenversicherung (Rentenanspruch). Zusätzlich zahlt die Pflegekasse Beiträge für die Rente. Derart liegt die monatliche Rente für ein Jahr Pflege je nach Aufwand und Pflegegrad derzeit zwischen etwa gut 5 und 30 Euro.

Wie viele Beiträge dies im Einzelnen sind und wie sich dies auf die Rente auswirkt, hängt unter anderem von Ihrem zeitlichen Einsatz, dem Pflegegrad sowie dem Ort, an dem die Pflege ausgeübt wird, ab. Bei geteilter Pflege wird der Rentenbeitrag unter den Pflegenden aufgeteilt.

Wer bereits eine reguläre Altersrente bezieht, für den erhöht sich durch die Beiträge der Pflegekasse die Rente. Die Beitragszahlungen enden jedoch, wenn die Altersrente als sogenannte Vollrente bezogen wird. Denn diese Personen sind nach dem Gesetz nicht mehr rentenversicherungspflichtig.

Weitere Auskünfte erteilt die Deutsche Rentenversicherung Bund unter der kostenlosen Servicetelefonnummer 0800 1000 4800.

Quelle: n-tv.de, awi

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