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Ein Bier ist "ungenügend" Diese Pils sind "sehr gut"

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(Foto: picture alliance / Zoonar)

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Was nützt das viele Leiden, wenn man sich nicht auch vergnügt - denken sich wohl viele und greifen zur (Bier)-Flasche. Auch wenn das nicht jedem bekommt. Gut, wenn das Bierchen wenigstens frei von bedenklichen Stoffen ist. Öko-Test weiß, was neben Promille in der Pulle steckt - und gibt auch noch einen aus.

Die Deutschen lieben ihr Pils. Hoffentlich nur in Maßen. Denn "Alkohol macht mehr kaputt als du denkst", klärte einst eine Kampagne des Bundesgesundheitsministeriums auf. Mittlerweile haben sich die Verdachtsmomente dafür, dass Alkohol den Körper massiv schädigt, ziemlich verdichtet. Als kleineres Übel ist da die bekannte Tatsache anzusehen, dass analog zum Promillepegel die Wahrscheinlichkeit, hinterher unter einem Kater zu leiden, ansteigt. Abgesehen davon ist es eine gute Sache, sich am nächsten Morgen noch an seinen Namen zu erinnern.

Ungeachtet dessen langen die Deutschen beim Alkohol gerne maßlos hin. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bleibt Deutschland beim Alkohol im internationalen Vergleich ein "Hochkonsumland". Darunter dürfte auch das eine oder andere Bier sein. Oder genauer, Pils-Bier. Denn das wird hierzulande am liebsten getrunken.

Angesichts der erwähnten Risiken ist es nicht verkehrt, wenn das Feierabendbierchen wenigstens frei von bedenklichen Stoffen ist. Genau dieser Thematik ist Öko-Test nachgegangen und hat untersucht, was 50 Pilssorten aus der Flasche in dieser Hinsicht vorzuweisen haben. Die erste gute Nachricht lautet im O-Ton der Tester: "Insgesamt ist das Ergebnis ganz hervorragend: 45 können wir mit "sehr gut"und "gut" empfehlen."

Eines arg verkeimt

Und dies, obwohl 12 der Probanden zumindest Spuren des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat enthalten. Die meisten Pilssorten allerdings sind sauber. Was die zweite gute Nachricht ist. So zum Beispiel bekannte Marken wie "Berliner Pilsner", "Bitburger Premium Pils", "Pilsner Urquell", "Rothaus Pils Tannenzäpfle", "HasseröderPremium Pils", "Oettinger Pils", "Veltins Pilsener" und "Warsteiner Premium Pilsener".

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Wer jetzt sein Lieblingspils vermisst, muss nicht enttäuscht sein. Denn Öko-Test zeigt sich einmal mehr generös und gibt einen aus. Das Testergebnis für alle Sorten gibt es gratis hier.

Abgesehen davon untersuchte das von Öko-Test beauftragte Labor alle Biere auf Verkeimung durch Schimmelpilze und Bakterien. Ein Pils war dann allerdings so stark verkeimt, dass die Tester davon abraten. Im "Pinkus Pils, Bioland" (ungenügend") wurden Pediokokken nachgewiesen. Die zu den Milchsäurebakterien zählenden Keime lassen das Pils geschmacklich verderben und führen zu einem unerwünschten buttrigen Fehlgeschmack. Schädlich für den Menschen ist die Kontamination zwar nicht, doch das Bier erleidet dadurch eine erhebliche Qualitätsminderung.

Nur Gerste, Hopfen und Wasser, aber ...

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Kleine Warenkunde am Schluss: Das Pils ist ein untergäriges Bier, das nicht etwa ein Böhme in Pilsen, sondern ursprünglich ein Bayer (in Pilsen) erfunden hat. Und gerade die trinken es heute am wenigsten; das Pils ist hauptsächlich im Norden der Republik verbreitet. Es schmeckt hopfig-herb. Böhmische Pilsbiere haben oft auch eine malzige Restsüße, die norddeutsche Pils-Biere nicht haben.

Laut dem Reinheitsgebot von 1516 dürfen zum Brauen hierzulande eigentlich nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden. Rechtlich bindend ist in Deutschland hingegen das "Vorläufige Biergesetz" von 1993, wonach fast nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser zugelassen sind. Für obergäriges Bier sind zusätzlich einige Zuckerarten und Farbmittel erlaubt. Außerdem dürfen Brauer einige Klärmittel verwenden, wenn diese wieder herausgefiltert werden.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 19. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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