Ratgeber

Neue biometrische Pässe Probleme mit den Fotos

Seit November ist für neue Reisepässe ein Fingerabdruck vorgeschrieben - Antragsteller müssen sich dazu einem ungewohnten Verfahren unterziehen. Dabei bereitet auch das biometrische Passbild, das seit 2005 vorgeschrieben ist, immer noch Schwierigkeiten.

So kommt es vor, dass ein Passbild beim Meldeamt als ungeeignet abgelehnt wird und der Antragsteller zurück zum Fotografen muss. Genügt das biometrische Bild nicht den gesetzlichen Anforderungen, könne es beim Fotografen reklamiert werden, erklärt Hans Starosta, Bundesinnungsmeister des Centralverbands Deutscher Berufsphotographen in Köln. Der Kunde habe in diesem Fall ein Recht auf Nachbesserung. Ein Anspruch auf die Erstattung des Geldes bestehe jedoch nicht.

Einige wichtige Eigenschaften von biometrischen Bildern können vom Kunden selbst nachgeprüft werden: "Das Gesicht muss frontal abgebildet und die Augen offen und deutlich erkennbar sein. Gesicht und Stirn müssen im Ganzen sichtbar sein", sagt Bernhard Schleiden, Dezernent Bürgerservice vom Bezirksamt Harburg in Hamburg. Darüber hinaus sollte der Bürger möglichst "neutral" in die Kamera schauen. Biometrische Merkmale können anhand offizieller Passbild-Schablonen und Foto-Mustertafeln überprüft werden. Beide liegen sowohl den Fotografen als auch den Behörden vor.

In einigen Ämtern können Passbilder in einem Automaten direkt vor Ort gemacht werden. Voraussetzung für ein wirklich geeignetes Bild aus dem Automaten sei aber, dass der Bürger die Anweisungen genau befolgt. "Der Vorteil beim Fotografen ist, dass er dem Kunden gezielte Anweisungen geben kann", erläutert Schleiden. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass er zur Kontrolle die Schablone ansetzt.

Die Probleme mit den Bildern sind jedoch stark zurückgegangen: Nur noch wenige Fotos werden von Meldeamt oder Bundesdruckerei abgelehnt. "Die Fotografen sind in der Regel gut vorbereitet und wurden mit den Foto-Mustertafeln ausgestattet", sagt eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums in Berlin.

Ein Bereich, der beim Verbraucher aktuell eher Fragen aufwirft, ist der biometrische Fingerabdruck. Dabei sei das Verfahren recht einfach und die Mitarbeiter in den Kommunen gut geschult, heißt es beim Ministerium: "Der rechte Zeigefinger wird auf ein Scangerät gelegt und insgesamt drei mal eingescannt. Anschließend wird das Ganze mit dem linken Zeigefinger wiederholt", ergänzt Schleiden.

Auch bei diesem Verfahren muss der Antragsteller einiges beachten: "Direkt vor dem Fingerabdruck sollte man sich nicht die Hände eincremen. Für diesen Fall gibt es vor Ort aber eine Flüssigkeit, mit der sich die Creme wieder entfernen lässt", sagt die Ministeriumssprecherin aus Berlin. Auf der Internetseite des Bundesinnenministeriums finden Bürger Informationen zum biometrischen Fingerabdruck und die Foto-Mustertafeln.

Quelle: n-tv.de