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Einkommen sichern Schutz vor dem finanziellen Ruin

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Die Gesundheitsfragen müssen bei einer BU-Versicherung vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden.

(Foto: imago stock&people)

Immer mehr Menschen werden wegen psychischer Leiden berufsunfähig - doch auch ein kaputter Rücken oder ein Unfall können dazu führen, dass Arbeitnehmer ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dann vor finanziellen Problemen. Aber es gibt auch Alternativen.

Nach Einschätzung der Stiftung Warentest gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu den wichtigsten Versicherungen für alle, die von ihrer Arbeitskraft leben. Denn rund jeder Vierte muss im Laufe seines Arbeitslebens den zuletzt ausgeübten Beruf einschränken oder aufgeben. Wer also auf ein Einkommen durch seine Arbeit angewiesen ist und nicht über ein großes Privatvermögen verfügt, sollte eine BU abschließen. Sie springt ein, wenn der Versicherte beispielsweise durch Unfall oder Krankheit mindestens sechs Monate nicht mehr zu mindestens 50 Prozent in seinem zuletzt ausgeübten Beruf arbeiten kann.

Wann sollte eine BU abgeschlossen werden?

So früh wie möglich. Je jünger und gesünder ein Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss ist, desto günstiger ist der Beitrag. Deshalb kann auch schon für Schüler, Studierende und Azubis eine BU sinnvoll sein. Je später man sich dafür entscheidet, desto eher können Erkrankungen einen Vertragsabschluss erschweren, etwa durch hohe Risikozuschläge, oder sogar verhindern. Gut ist es außerdem, im Vertrag eine Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr zu vereinbaren, um Versorgungslücken zu vermeiden.

Was kostet eine BU?

Die Höhe der Prämie hängt ab von der Höhe der späteren BU-Rente, der Todesfallsumme, der Laufzeit, dem Alter und dem Gesundheitszustand. Je riskanter ein Beruf, desto höher die Versicherungsprämie. Auch risikoreiche Hobbys können die Absicherung verteuern. Zudem sind die Preisunterschiede der verschiedenen Anbieter laut "Finanztest" erheblich, es lohnt sich also, die Angebote genau zu vergleichen.

Wie hoch sollte die BU-Rente veranschlagt werden?

Im Falle einer Berufsunfähigkeit müssen Miete, Essen und Versicherungen weiter bezahlt werden. Deshalb sollte anhand des aktuellen Nettoeinkommens geschätzt werden, wie hoch die monatliche BU-Rente sein sollte. Die Stiftung Warentest empfiehlt als Faustregel, zwei Drittel des Nettoeinkommens privat abzusichern.

Wie gehe ich mit den Fragen zur Gesundheit um?

Die Gesundheitsfragen müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Der Versicherer prüft im Leistungsfall nicht nur, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt, sondern auch, ob alle Angaben zum Gesundheitszustand korrekt waren. Davon hängt ab, ob und wie viel er zahlt. Wurden die Fragen nicht ordnungsgemäß beantwortet, darf ein Versicherer auch noch Jahre später vom Vertrag zurücktreten.

Wie kann ich trotz gesundheitlicher Einschränkungen eine BU abschließen?

Wer Angst hat, dass ein Antrag wegen Vorerkrankungen abgelehnt wird, kann eine anonyme Risikovoranfrage stellen. So wird vermieden, dass der Name sofort auf einer schwarzen Liste der Versicherer landet. Die anonyme Risikovoranfrage muss eine andere Person übernehmen, zum Beispiel ein Versicherungsmakler.

Gibt es Alternativen zur BU?

Wer aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen keine Chance auf eine BU hat, kann laut Stiftung Warentest auf Alternativen ausweichen. "Zweite Wahl" sei eine Erwerbsunfähigkeitspolice. Sie springt ein, wenn der Versicherte überhaupt keinen Beruf mehr ausüben kann. In Frage kommen auch eine Funktionsinvaliditäts-, eine Grundfähigkeits-, eine Schwere-Krankheiten- oder eine private Unfallversicherung. Die Policen bieten allerdings nur eingeschränkten Schutz, weil sie meist nur ausgewählte Invaliditätsrisiken abdecken.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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