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Ein perfektes Wochenende in... Dresden - die Perle an der Elbe

Frauen-Kirche, Semper-Oper, Zwinger - Dresden ist bei den Deutschen eines der beliebtesten Ziele für Städtetrips. Und dazu kommt: Nicht nur die Residenz-Stadt lockt mit vielen Attraktionen, sondern auch ein sehenswertes Umland.

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n-tv Reporter Andreas Kock in Dresden

Postkarten-Ansichten und mit Attraktionen im Übermaß – Dresden, das ist üppiges Barock – Kunst in Hülle und Fülle – dazu viel Lebensqualität und - eine wunderbare Umgebung.  Das sind mindestens vier gute Gründe für eine Reise in die sächsische Landeshauptstadt. Und womit beginnt man die Besichtigung? Mit dem Wahrzeichen der Stadt, der Frauenkirche.

Kaum vorstellbar: erst seit knapp zehn Jahren vervollständigt die Frauenkirche das  Bild der Dresdner Altstadt. Wiederrichtet mit vielen Spendengeldern aus aller Welt ist der Bau ein Symbol für Frieden und Verständigung – und architektonisch ein schönes Beispiel für den Dresdner Neobarock. Und nicht verpassen: die Andacht, 12 Uhr Mittags: "Man hört die Orgel. Man hat ein geistliches Wort, bekommt Stärkung für den Tag und erfährt im Anschluss auch noch etwas die Geschichte der Frauenkirche und über ihre Architektur", erklärt Holger Treutmann von der Frauenkirche.

Im Anschluss geht es auf die Aussichtsplattform in der Kuppel. Häufig wird die Stadt auch Elbflorenz genannt. Kein schlechter Vergleich, vor allem wegen der vielen Kunst und Kulturstätten.

Drei Kurztipps

Der Zwinger - mich reizt die Gemäldegalerie Alte Meister. Paris hat die Mona Lisa, Dresden die Sixtinische Madonna.

Dann das Grüne Gewölbe im Residenzschloß – eine der reichsten Schatzkammern Europas. Der Eindruck täuscht: besonders für den historischen Teil des Grünen Gewölbe sollten man sich Karten vorbuchen. Die Anzahl der täglichen Besucher wird begrenzt!

Apropos Andrang. Die Semperoper nicht am Tag – sondern nachts um 11 besichtigen. Das ist möglich und nur zu empfehlen – nicht nur wegen der besonderen Atmosphäre der Nacht, wie Opern Führerin Kirsten Balbig erklärt: "Man hat mehr Freiheit. Man hat viel mehr Zeit, muss nicht so genau auf die Uhr schauen. Das ist schöner, auch für uns."

Aber noch ist es früher Tag und ich bin unterwegs in der Prager Straße. Unverkennbar: die Plattenbau-Ästhetik der DDR.  Passend dazu der Trabi 601. Ich treffe Nadine Kleiber. Die Pointe: Ich soll dieses Auto fahren. So wird man wieder zum Fahrschüler. Aller Anfang ist schwer. Eine Fahrt mit dem Trabi kostet 60 €. Aber: je mehr Leute mitfahren, desto günstiger wird es.

Wir rollen – hin zum Ufer der Elbe, zur Loschwitzer Brücke – oder auch Blaues Wunder genannt. Aber, was ist noch das Tolle am Trabi? "Es ist der Duft, es ist die Bewegung im Auto und natürlich das Lächeln im Gesicht der Leute, wenn man an ihnen vorbeifährt.", erzählt Nadine Kleiber.

Ortswechsel. Das Gründerzeit- und Szeneviertel Dresden-Neustadt. Mein Ziel hier: Die Kunsthofpassage. Was es dort für Läden gibt?! In der Atelier-Boutique Silhouette wird vorn verkauft und hinten genäht. Oder das Ladenatelier Fruchtfliege. Ein kleines Insekt als Held zahlloser Karikaturen – auf den verschiedensten Alltagsgegenständen. Oder die Papeterie Blue Child. Und wieder - unten Laden, oben Atelier. Die Künstlerin Mari Emily Bohley bietet auch Kalligraphie- Workshops an - ab 190 € pro Person.

Was fehlt uns jetzt noch – richtig: Kaffee und Kuchen. Also auf ins Hof-Café, das wohl kleinste Café Dresdens, aber mit beeindruckendem Kuchenangebot: Die Dresdner Spezialität schlechthin ist die Eierschecke. Dazu noch einen Latte Macchiato. Wunderbar.

Aber jetzt wird es Zeit für das Hotel. Ich nehme Quartier im Swissotel direkt in der Altstadt. 110 Euro für ein Standard-Zimmer – und die Sicht auf alle markanten Türme und Kuppeln der Umgebung sind inklusive.

Doch auch drumherum hat Dresden einiges zu bieten – ich mache mich auf den Weg in die Sächsische Schweiz, ins Bielatal. Genauer: es geht zu den Herkules-Felsen. Dort werden wir klettern. An Ort und Stelle angekommen, erfolgt zunächst ein Wechsel des Outfits – am Felsen darf nichts die Bewegungsfreiheit einschränken. Und schon geht es rauf. Der Lehrer geht voran – ich hinterher – Klettern ist für mich als Neuling anstrengend – und doch sicher. Oben Eintrag ins Gipfelbuch, Blick in die Umgebung und dann der spannende Teil der Übung: das Abseilen. Das ist dann wirklich beklemmend. Die Welt vergessen beim Klettern – 55 € kostet ein Anfängerkurs.

Wer wirklich von ganz oben auf die Sächsische Schweiz blicken möchte, muss hinauf auf die Festung Königsstein. Die sächsische Bastille, 240 Meter über der Elbe darf man nicht verpassen.

Eines ist auch klar: die Sächsische Schweiz ist Teil des Erzgebirges. Der Name rührt eben nicht von schönen Schlössern und Landschaften her, sondern vom früheren Bergbau. In Berggießhübel ist das zu Dresden nächstgelegene Besucherbergwerk zu besichtigen. 500 Meter hinein in den Marie-Louise-Stolln. Um unter anderem eine Besonderheit zu betrachten: kompaktes Eisenerz.

Hofkirche, Frauenkirche, Kreuzkirche – gerade noch unter Tage, jetzt schon wieder über der Stadt. Die Stadt hat so viel zu bieten, es gibt so viel zu sehen. Das nächste Mal bleibe ich länger. Dresden ist es wert!

Quelle: n-tv.de