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"Ratgeber Test" vom 15.08.2013 (Wdh. 19.08.) Fernbusse im Reisetest

Für Reisende, die auf ihrem Weg von A nach B weniger Geld ausgeben wollen, war es eine gute Nachricht: Seit dem 1. Januar 2013 dürfen Busunternehmen der Bahn auf innerdeutschen Strecken über 50 Kilometern Konkurrenz machen - eine Änderung im Personenbeförderungsgesetz hat dies ermöglicht. Fernbuslinien verlangen für Tickets in der Regel niedrige Preise. Und bieten dafür auch noch guten Service.

Am Frankfurter Busbahnhof ist mächtig was los. Ständig fahren grell lackierte Fernbusse ab oder kommen hier an. Reisen zum Schnäppchenpreis versprechen die Anbieter, und das ist ziemlich verlockend. Auch unsere Reporterin Anna Schubert fährt heute mal nicht mit der Bahn, sondern nimmt den Bus: "Was echt praktisch ist, mit meinem Ticketkauf habe ich im Bus automatisch auch einen Sitzplatz. Im Gegensatz zur Bahn. Da kostet die Reservierung vier Euro extra, und wer darauf verzichtet, muss entweder stehen oder sitzt auch schon mal im Flur auf dem Boden."

Es ist Freitag Nachmittag, der Bus ist gut gefüllt. Die Strecke von Frankfurt nach Stuttgart ist beliebt. Die meisten Passagiere nutzen die Reisemöglichkeit mit dem Bus regelmäßig. Sie sind zufrieden: gemütliche Sitze, es ist günstiger als mit dem Zug und es ist auch etwas leiser.

Zahlreiche Fernbus-Unternehmen

Sie heißen MeinFernbus, DeinBus oder Flixbus, der Markt für Fernbuslinien boomt! Gerade an den Wochenenden sind die Plätze im Bus heiß begehrt. Daher wird das Fernbusnetz in Deutschland auch immer dichter. Besonders gute Verbindungen gibt es vor allem zwischen den Metropolen und günstig gelegenen Uni-Städten.

Bei so viel Auswahl verlieren Buskunden mittlerweile aber schnell den Überblick. Martin Rammensee hatte daher die zündende Idee- er hat das Online-Vergleichsportal busliniensuche.de entwickelt. Hier können Kunden Busanbieter für die gewünschte Strecke suchen und vergleichen, wie er erklärt: "Das Tolle ist, es sind ganz viele Anbieter in dem Markt, also ganz große Anbieter, aber auch viele kleine. Das ist ganz toll, weil das Angebot entsprechend toll ist, ist es aber auch ein bisschen unübersichtlich. Das heißt auf bestimmten Strecken gibt es sogar mehrere Anbieter, die parallel fahren und quasi in Konkurrenz stehen."

Gemessen am Streckennetz ist Berlinlinienbus mit 32 Linien momentan der größten Anbieter, an ihm ist auch die Deutsche Bahn Tochter BEX beteiligt. Danach kommen die jungen Unternehmen MeinFernbus und Flixbus.  Wermit dem Bus fährt, zahlt pro Kilometer um die 10 Cent. Für die heutig 85 Kilometer lange Fahrt von Frankfurt nach Mannheim hat unsere Reporterin neun Euro gezahlt.

So günstig wird es wohl auch bleiben, wie Martin Rammensee von busliniensuche.de vermutet: "Die Preise werden auch langfristig niedrig sein, das liegt einfach daran, dass man mit dem Bus billig fahren kann. Billig heißt ungefähr auf dem Niveau der Mitfahrgelegenheiten, deutlich unter dem der Bahn, und da wo mehrere Unternehmen parallel fahren, wird es ganz besonders günstig sein."

Je früher, umso billiger

Und: Genauso wie bei den Billigfliegern gilt: Je früher man bucht, umso weniger kostet das Busticket!  Da kann die Deutsche Bahn mit ihren regulären Preisen oft nicht mithalten. Gerade auf mittleren Strecken. Aber: sie ist in den meisten Fällen wesentlich schneller!

Wer zum Beispiel von Frankfurt nach Düsseldorf will, fährt mit der Bahn dank Hochgeschwindigkeitsstrecke nur 1,5 Stunden. Die Busse von City2City brauchen für die 240 Kilometer schlappe 4 Stunden.  Allerdings: das reguläre Busticket ist mehr als die Hälfte billiger!

Und unsere Reporterin hat noch weitere Vorteile auf ihrer Reise entdeckt:  "Im Bus kann ich sogar noch kostenlos im Internet surfen. WLAN bieten alle großen Busunternehmen. Bei der Bahn muss ich mich erst bei der Telekom anmelden, um online gehen zu können. 24 Stunden kosten dann 4 Euro 95, allerdings funktioniert der Service nur auf ausgewählten ICE-Strecken."

Doch auch Buskunden müssen mit so manchem Stau rechnen, der die Fahrzeit verlängert. Busfahrer Nebojsa Petrovic hat auf seiner täglichen Strecke München- Frankfurt 130 Kilometer Baustelle zu überstehen. Das Staurisiko ist also groß - für die Unternehmen heißt das: die Kunden trotzdem bei Laune zu halten, bspw. spendiert DeinBus.de ein Freigetränk, falls die Fahrt mal deutlich länger dauert.

Ist die Autobahn jedoch frei, macht Busfahren richtig Spaß. Vor allem, wenn man sich das lästige Umsteigen sparen kann.  Da ist auch mal der Bus schneller als die Bahn. Punkten kann MeinFernbus nämlich zum Beispiel auf der Strecke München- Friedrichshafen. Hier braucht die Bahn 2 Stunden 39 und man muss einmal umsteigen, dagegen fährt der Bus in 2 Stunden 20 ans Ziel und zwar nonstop!

Unserer Reporterin Anna Schubert hat ihre Fahrt im Fernbus gefallen: "Meine erste Busfahrt war superentspannt und vor allem richtig pünktlich. Von daher muss ich sagen, Busfahren ist doch eine richtige Alternative zur Bahn, vor allem wenn man eben viel Zeit hat und ein bisschen sparen möchte."

Quelle: n-tv.de