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Ein perfektes Wochenende in ... Südtirol - halb italienisch, halb deutsch

Südtirol, am Fuße der Alpen. Das ist der nördlichste Teil Italiens. Hier wird noch deutsch gesprochen, aber schon italienisch gelebt. Deshalb lieben vor allem die Deutschen Südtirol… Und dazu gibt es auch noch: Wunderschöne und unglaubliche Bergpanoramen, die viele für die schönsten der Welt halten und die von der Unesco zum Weltnaturerbe gekrönt wurden.

Südtirol, das sind liebliche Täler, beeindruckende Berge, die zu Action oder zum Wandern einladen - und ganz viel Sonne. Ohne Sonnenbrille ist man aufgeschmissen in Südtirol. Denn diese Region ist mit 300 Sonnentagen im Jahr gesegnet. 

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n-tv Reporterin Stephanie Wätjen in Südtirol

Vom Wetter her kann man also gar nichts falsch machen, wenn man hierher fährt. Braucht man nur noch die richtige Sonnebrille. Dann kann es losgehen. Und das habe ich in Südtirol erlebt:

-Tarzaning im Passeiertal.
- Eine Bergwanderung in Barfußschuhen
- Eine Begegnung mit Ötzi, dem Mann aus dem Eis
- Und deutsch-italienisches Lebensgefühl in Bozen.

Bozen, oder Bolzano, wie die Italiener ihre Südtiroler Landeshauptstadt nennen, ist eine Stadt, wo sich deutsche Bodenständigkeit mit italienischem Lebensgefühl mischt.

Typisch deutsch ist der Markt in der Altstadt. Hier gibt es viel Wurst und Speck, und andere Bergbauernprodukte - wie zum Beispiel das sogenannte Schüttelbrot, wie der Bozener Spezialitätenwirt Willi Alber erklärt: "Die Bauern früher haben das Brot selber gemacht und haben nicht die Zeit gehabt, jeden Tag zu backen. Also haben sie das Brot ganz dünn und hart gemacht. So haben sie auf längere Zeit ein Brot gehabt. Das ist das Schüttelbrot. Das wird ganz dünn geschüttelt." Es schmeckt gut. Aber man muss auch gute Zähne haben.

Italienisch wird’s in den Cafes. Zum Beispiel bei Cobo. In seiner Bar serviert er Aperol Spritz und original italienische Bruscetta. Er selbst ist auch ein Original. Unterhaltsam und voller lustiger Lebensweisheiten, die er in künstlerischer Weise auf Tafeln gebannt hat.

Wenn man in Bozen ist, sollte man unbedingt bei Ötzi vorbeischauen:Die 5.300 Jahre alte Mumie aus dem Eis ist zusammen mit den getragenen Kleidern, Ausrüstung und Waffen im Archäologiemuseum zu bestaunen. Wie hat er gelebt? Warum musste er im Eis sterben? Das alles erfährt man hier, und dank einer Wachsrekonstruktion kann man ihm sogar leibhaftig begegnen.

Das Messner Mountain Museum auf der Burg Sigmundskron ist eins von fünf Museen des Bergsteigers Reinhold Messner. "Was macht der Berg mit dem Menschen?" Das will Messner hier zeigen. Weitere Ausstellungsthemen: Die religiöse Bedeutung der Gipfel und die Geschichte des Bergsteigens.

So, jetzt gehe ich wandern mit dem Hans und mit dem Robert. Und ich bin schon ganz gespannt, weil wir nämlich barfuß gehen werden. Oder fast barfuß. Denn wir haben ganz besondere Schuhe an. In denen kann man die Zehen strecken und drehen. So hat man viel mehr kontakt zum Boden.

Mal schauen, ob wir damit sicher den Berg hochkommen. Erster Härtetest: Steinchen auf dem Weg. Und siehe da: Man spürt sie, aber es tut nicht weh. Auch Felsen sind kein Hindernis - im Gegenteil, es macht Spaß, auf den Steinen abzurollen. Und so kommen wir nach zwei Stunden Fußmarsch fröhlich beim Hyppolitkirchlein auf dem Gipfel oben an. Vor uns breitet sich in aller Schönheit das Etschtal aus. Und Wanderführer Hans Niklaus erklärt das wunderbare Panorama: "Wir befinden uns hier auf 790 Meter Höhe, Kirchlein Sankt Hyppolit, bekannt als Königsloge des Etschtals, weil man hier einen wunderbaren Ausblick hat."

Eine schöne Wanderung. Und ich muss sagen, es ist wirklich toll, mit diesen Schuhen zu wandern. Man spürt ganz genau das Gras und die Steine, aber ohne dass die wehtun. Die Wanderung gibt’s für 10 Euro beim Tourismusbüro in Völlan inklusive Schuh und Wanderführer.

Und jetzt ein paar Kurztipps...

Die Dolomiten sind ein Paradies für Mountainbikefahrer. In den Bergen zwischen Brenner und Bozen erstreckt sich ein riesiges Tourennetz mit Wegen für jeden Schwierigkeitsgrad. Von steilen Felsentrails bis zu sanften Höhenwegen ist für jeden etwas dabei. Die besten Touren und viele nützliche Infos findet man bei Krautis Mountainbikeschule.

Kühe füttern, Ziegen streicheln, im Heu toben, und dann den selbstgemachten Speck der Bäuerin genießen. Der Steinerhof in Pfelders ist ein Paradies für Eltern und Kinder. Wie hier gibt es in Südtirol viele Höfe mit Ferienwohnungen, die ideal sind für einen Urlaub mit Familie. Die schönsten Berghöfe mit echtem Bauernhoferlebnis haben sich unter dem Label Roter Hahn zusammengeschlossen.

Und jetzt Helm auf, Klettergeschirr um. Jetzt wird’s wild. Ich bin beim sogenannten Tarzaning, so bezeichnet Erwin Mayrginter seine zweistündige Klettertour. Warum wohl, frage ich mich, während ich über dem Wildbach im Passeiertal am Felsen hänge. Nächste Etappe: Hochseilgarten. So, nun bin ich ganz oben. Und jetzt weiß ich, wieso Erwin auf Tarzaning gekommen ist. Wie an einer Liane fliege ich durch die Gegend. Und weil`s so schön war: noch einmal fliegen.

Wer sich nach Ruhe und Stille sehnt, findet im Eisacktal eine ganz besondere Berghütte. Die Pension Briol wurde 1928 erbaut. Im Bauhausstil. Das Besondere: Noch heute ist das Haus mit den Originalmöbeln von damals ausgestattet. Einfach aber stilvoll und mit einer fantastischen Aussicht.

Die Therme von Meran bietet Entspannung in mehreren Pools und Gärten auf 50.000 Quadratmetern. Eine moderne, entspannte Wohlfühloase. 2005 erbaut vom Südtiroler Star Architekten Matteo Thun.

So, das war mein Kurztrip in Südtirol. Volle Sonne, tolle Action, tolle Natur, und jetzt gönne ich mir noch ein original italienisches Eis ...

Quelle: ntv.de