Ratgeber
Werden Geräte zu mehr als 90 Prozent beruflich genutzt, können die Kosten dafür in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden.
Werden Geräte zu mehr als 90 Prozent beruflich genutzt, können die Kosten dafür in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden.(Foto: imago/Westend61)
Donnerstag, 10. Mai 2018

Privat angeschaffte IT-Geräte: Smartphone & Co. von der Steuer absetzen

Die Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung läuft für viele Ende des Monats ab. Gut zu wissen, dass Steuerzahler Ausgaben für beruflich genutzte IT-Geräte und Software steuerlich geltend machen können. So geht's.

Wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, sollte dies bis zum 31. Mai erledigt haben. Denn dann endet die Abgabefrist für das Jahr 2017.

Berufstätige können Geld vom Finanzamt zurückbekommen, wenn sie privat angeschaffte IT-Geräte wie Tablet und Smartphone oder Software auch beruflich nutzen. Bei der Einkommensteuererklärung können sowohl die Anschaffungskosten als auch die monatlichen Kosten für die Telefon- und Internetnutzung berücksichtigt werden, wie der IT-Verband Bitkom erklärt.

Dazu müssen die entsprechenden Ausgaben als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Wie hoch der Werbungskostenabzug ausfällt, ist davon abhängig, wie hoch der berufliche Anteil der Nutzung ist. Werden die Geräte so gut wie ausschließlich - das heißt zu mehr als 90 Prozent - beruflich genutzt, können die Kosten dafür in voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden.

Bei geringerer beruflicher Nutzung sind die Kosten entsprechend den beruflichen und privaten Nutzungsanteilen aufzuteilen. Für den Nachweis der beruflichen Nutzung ist es sinnvoll, eine schriftliche Bestätigung des Arbeitgebers einzureichen oder drei Monate lang die Nutzung des Geräts aufzuzeichnen. Ist ein Nachweis nicht möglich, geht die Rechtsprechung von einer Aufteilung von 50 zu 50 Prozent aus.

Auch Telefon- und Internetkosten mindern die Steuerlast

Gut zu wissen: Sind die Anschaffungskosten für das IT-Gerät höher als 410 Euro (netto), werden sie nicht auf einen Schlag geltend gemacht, sondern über die gewöhnliche Nutzungsdauer des Geräts verteilt. Im vergangenen Jahr hat der Gesetzgeber die Abschreibungsgrenze zwar auf 800 Euro heraufgesetzt, die Neuerung gilt aber erst für den Veranlagungszeitraum 2018.

Für PC, Notebook oder Tablet Computer sowie für Zubehör wie Drucker, Monitor und zugehörige Software wird als gewöhnliche Nutzungsdauer drei Jahre angenommen. Für Handys und Smartphones beträgt die gewöhnliche Nutzungsdauer fünf Jahre - diese kann auf Anfrage beim Finanzamt aber gegebenenfalls auch auf drei Jahre verkürzt werden - und für Faxgeräte sechs Jahre. Wenn allerdings ein Zubehörteil kaputt geht, können die Ersatzkosten sofort entsprechend dem beruflichen Nutzungsanteil des Geräts abgezogen werden. Außerdem sind die Kosten für Toner, Tinte oder Druckerpapier jedes Jahr vollständig abzugsfähig.

Zusätzlich zu den IT-Geräten können auch berufliche Telefon- und Internetkosten abgesetzt werden. Ohne Nachweis erkennt das Finanzamt 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens jedoch 20 Euro pro Monat, pauschal als Werbungskosten an. Wer höhere Aufwendungen absetzen will, sollte mindestens drei Monate lang die berufliche Nutzung aufzeichnen.

Zudem werden auch die Kosten eines Arbeitnehmers für Computerkurse und Software-Schulungen in voller Höhe als Werbungskosten anerkannt, wenn diese eindeutig mit der beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang stehen.

Allerdings sollte beachtet werde, dass das Finanzamt Werbungskosten bis 1000 Euro pauschal anerkennt. Wer ohnehin nicht - auch mit anderen berufsbedingte Kosten - über diesen Betrag kommt, kann sich die Mühe einer detaillierte Auflistung von beruflich bedingten Kosten für IT und Fortbildung sparen.

Quelle: n-tv.de