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Krankenversicherung wird teurer So drücken Sie die Kosten

Einige private Krankenversicherungen (PKV) haben angekündigt, ihre Beiträge 2010 kräftig anzuheben. So teilte etwa die ERGO-Versicherungsgruppe in Düsseldorf mit, dass die Beiträge bei der Victoria um durchschnittlich sechs, bei der DKV um acht Prozent steigen werden. Als Grund nennt die ERGO höhere Ausgaben für Behandlungen, neue Geräte und Medikamente sowie höhere Altersrückstellungen.

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Viele Privatversicherte müssen nächstes Jahr tiefer in die Tasche greifen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Für viele Privatversicherte wird es nächstes Jahr also teurer. Ganz hilflos stehen sie den Kostensteigerungen aber nicht gegenüber. Es gibt einige Möglichkeiten, wie sie mit wenig Aufwand sparen können.

Neue Tarife sind attraktiv

So haben Privatversicherte bei jeder Erhöhung der Beiträge das Recht, in einen vergleichbaren Tarif beim gleichen Unternehmen zu wechseln. "Der andere Tarif kann schon mal 200 Euro pro Monat günstiger sein", sagte Dörte Elß von der Verbraucherzentrale Berlin. Besonders ältere Versicherte könnten profitieren. Denn in neuen Tarifen seien oft viele junge und gesunde Menschen versichert, die noch deutlich niedrigere Beiträge zahlen.

 

Bislang nutzten relativ wenige Versicherte die sogenannte Umtarifierung, hat Elß festgestellt. Dabei genügt ein formloser Brief an die PKV, um nach günstigeren Tarifen mit vergleichbaren Leistungen zu fragen. Elß rät, auch eine Gegenüberstellung der verschiedenen Tarife zu verlangen. Wer mit deren Vergleich überfordert ist, kann sich von einem Versicherungsmakler oder den Verbraucherzentralen beraten lassen.

Die Sache mit dem Selbstbehalt

Vom Wechsel zu einer anderen Versicherung rät die Gesundheitsexpertin ab. "Wenn man jetzt wechselt, sind die Altersrückstellungen futsch." Versicherte können ihre Beiträge aber auch senken, indem sie bei den Leistungen abspecken. "Man kann sich fragen, ob man wirklich die Chefarztbehandlung oder das Einzelzimmer braucht", sagt Elß. Außerdem ist es möglich, den Selbstbehalt zu erhöhen. Diese Variante würde auf jeden Fall den Arbeitgeber freuen, der auch bei Privatversicherten die Hälfte der Beiträge übernimmt. An der gestiegenen Selbstbeteiligung beteiligt er sich allerdings nicht.

Der letzte Ausweg

Können sich Versicherte trotz einer Umtarifierung ihre Versicherung nicht mehr leisten, bleibt als letzter Ausweg der Wechsel in den Standardtarif. Allerdings müssten sie dafür über 65 Jahre, in Ausnahmefällen über 55 Jahren alt sein, erklärt Elß. Der Standardtarif sei vergleichsweise günstig. Dafür seien die Leistungen aber zum Teil auch geringer als bei den gesetzlichen Krankenversicherungen. "Das ist ein Notanker für Rentner."

 

Jüngeren Versicherten bleibt als Ausweg der Basistarif. Mit über 600 Euro sei dieser aber extrem teuer, sagt Elß - und biete nicht mehr Leistungen als eine gesetzliche Krankenkasse. "Ohne Not geht da keiner rein." Ist die Not aber groß genug, können Privatversicherte eine Bedürftigkeitsprüfung verlangen. Wenn das Amt die Bedürftigkeit bestätigt, wird der Beitragssatz um die Hälfte verringert. Kann der Versicherte auch diesen ermäßigten Beitrag nicht bezahlen, erhält er vom Amt einen Zuschuss.

Quelle: n-tv.de, ino, dpa

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