Ratgeber

Wechsel vor Rente kann lohnen So mehr bei der Riester-Rente rausholen

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Durch einen Wechsel kann sich die Riester-Rente doch noch lohnen.

(Foto: imago/McPHOTO)

Kurz vor dem Ziel die Pferde wechseln? Warum nicht. Erst recht, wenn es ums Geld geht. Zum Beispiel vor der Auszahlung der Riester-Rente. Denn auch wer noch auf den letzten Metern den Anbieter wechselt, kann von höheren Zahlungen profitieren, wie Finanztest informiert.

Auch wenn die Riester-Rente unbeliebt ist, hat sie in vielen Fällen dennoch Sinn. Zum Beispiel für Menschen mit Kindern. Denn hier winken zusätzliche Zulagen. Und auch alle anderen dürften sich über den einen oder anderen Euro mehr zur vermutlich eher mager ausfallenden gesetzlichen Rente freuen.

Ob sich die Riester-Rente unterm Strich rentiert, hängt aber vor allem vom Anbieter und der gewählten Sparform ab. Doch egal, auf welche Anlagen gesetzt wird, alle Anbieter - ob Versicherer, Banken oder Fondsgesellschaften - sind spätestens drei Monate vor Beginn der Auszahlphase dazu verpflichtet, ihre Kunden über die anstehende monatliche Rentenhöhe zu informieren. Fällt das Angebot zu niedrig aus, dürfen Kunden sowohl den Anbieter als auch die Anlageform wechseln. Und das kann sich durchaus lohnen, selbst wenn die Auszahlung nur wenige Euro höher ist, denn die Auszahlrate gilt für den Rest des Lebens.

Angebot möglichst früh einholen

Finanztest wollte genau wissen, wer bis zu drei Monate vor Beginn der Rente noch Wechselwillige aufnimmt, und hat bei 31 Versicherern, 70 Banken und vier Fondsgesellschaften nachgefragt. Ergebnis: Der Wechsel zu einem Bankauszahlplan lohnt nicht. Nur zwei überregionale Versicherer, nämlich Volkswohlbund und WWK, übernehmen noch Sparer direkt vor der Auszahlphase. Bei Ersterem bekam der Modellkunde für sein Erspartes in Höhe von 10.000 Euro ein Angebot in Höhe von 30,82 Euro monatlich. Bei Letzterem war es ein Euro weniger.

Optimalerweise drängen Riester-Sparer ihren bisherigen Anbieter denn auch früh zu einem Angebot. Dieses kann dann mit der Riester-Rente "Fairrelax" des Onlineportals Fairr.de verglichen werden. Gegebenenfalls können Kunden hierhin noch ein Jahr vor dem Auszahlungsbeginn wechseln. Der Anbieter setzt bei seinem Produkt auf einen Fondssparplan mit ETFs und garantierten Rentenkonditionen. Je näher die Rente rückt, desto niedriger fällt der Aktienanteil in dem Produkt aus.

Wer wagt, gewinnt?

Fast-Rentner, die woanders die Chancen der Aktienmärkte wahrnehmen möchten, können auch den Auszahlplan der UniProfiRente-Select ins Auge fassen. Zu der dazugehörigen Fondsgesellschaft Union Investment kann noch zu bis einem Monat vor Beginn der Rentenauszahlung gewechselt werden. Zumindest wenn derart 15.000 Euro übertragen werden.

Für den Modellkunden gibt es hier zwar pro 10.000 Euro Kapital rund 2 bis 3 Euro weniger als bei den Versicherern, dafür könnten aber die nicht garantierten Überschüsse, die idealerweise bei allen Anbietern zusätzlich gewährt werden, um einiges höher ausfallen. Sparer, die der Fondsgesellschaft zutrauen, die Versicherer zu schlagen, haben so eine weitere Wahlmöglichkeit.

Quelle: n-tv.de, awi