Ratgeber

Renditeturbo fürs Alter So steigern Sie Ihre Rente

Renteninformationen

Die jährliche Renteninformation machten vielen Versicherten Sorge.

(Foto: dpa)

Wer als Rentner nicht darben möchte, muss sich kümmern - oder konkreter: Geld in die Hand nehmen. Wer jetzt an private Altersvorsorge denkt, liegt falsch. Denn das beste Angebot, die Rente aufzumotzen, kommt vom Staat, wie Öko-Test verrät.

Um hierzulande eine gesetzliche Rente zu beziehen, müssen Beitragszahler bei der Deutschen Rentenversicherung gemeldet sein. Zudem müssen mindestens fünf Jahre Beiträge in die Rentenkasse gezahlt werden, um die Anwartschaft auf die Wartezeit zu erfüllen. Das war's eigentlich schon. Der Wermutstropfen bei der Sache: Für viele Beschäftigte wird es trotzdem im Alter eng. Denn das Rentenniveau sinkt permanent.

Wer im Alter nicht darben möchte, ist gut beraten - wenn finanzielle Mittel vorhanden sind - zusätzlich vorzusorgen. Dabei ist laut Öko-Test allerdings nicht die private Altersvorsorge à la Rentenversicherung erste Wahl, sondern die Deutsche Rentenversicherung.  Denn diese ist in puncto Sicherheit und Rendite nicht zu schlagen.

Wie es geht? In Form von freiwilligen Beitragszahlungen. Vor allem für jene, die nicht gesetzlich rentenversichert sind oder mit den Zusatzbeiträgen ihre Anwartschaft auf die Wartezeit von fünf Jahren Versicherungszeit erfüllen möchten, haben freiwillige Beiträge Sinn. Wer in Deutschland wohnt, hier nicht versicherungspflichtig ist und keine volle Altersrente bezieht, kann sich ab Vollendung des 16. Lebensjahres freiwillig versichern. Dies gilt auch für Deutsche, die im Ausland wohnen. Und der Clou: Auch gesetzlich Rentenversicherte können derart ihre Rente aufmotzen.

Nämlich dann, wenn Versicherte für Zeiten ihrer Schul- und Hochschulausbildung Beiträge nachzahlen - was aber nur bis zum 45. Lebensjahr möglich ist. Oder sie können freiwillig Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) einzahlen, um spätere Abschläge auszugleichen, falls sie früher in Rente gehen möchten. Diese Möglichkeit stand bislang allen Versicherten offen, die mindestens 55 Jahre alt sind und es bis 63 voraussichtlich auf 35 Beitragsjahre in der GRV bringen.

Besser als jede private Police

Neu ist nun, dass dies ab 1. Juli 2017 auch für Versicherte ab 50 Jahren möglich sein wird. Außerdem müssen sie dafür nicht mehr so viel Geld auf einmal in die Hand nehmen wie bislang. Denn der Ausgleichsbetrag kann über die Jahre bis zum 63. Lebensjahr gestreckt werden. Solche Teilzahlungen sind nicht nur leichter zu schultern, sondern auch steuerlich sinnvoll. Denn die Beiträge können jedes Jahr ganz oder zumindest teilweise im Rahmen der Altersvorsorgeaufwendungen bei der Steuer abgesetzt werden.

Und das Beste daran ist, dass die Ausgleichszahlungen auch dann geleistet werden kann, wenn der Versicherte gar nicht früher in Rente gehen möchte. Denn mit der Zahlung halten sich Versicherte lediglich die Option auf eine abschlagsfreie vorzeitige Rente offen. Wer dann doch bis zum regulären Rentenbeginn arbeiten möchte, kann sich dann über eine höhere Rente freuen. Denn das zusätzlich eingezahlte Geld gibt es nicht zurück. 

Darüber hinaus ist die gesetzlichen Rentenversicherung mit rund drei Prozent Netto-Rendite jeder vergleichbaren sicheren privaten Police deutlich überlegen.  Nicht vergessen bei solch einem Vergleich darf allerdings nicht werden, dass bei der gesetzlichen Rente später für gesetzlich Krankenversicherte auf ihre Rente Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge anfallen. Dies ist bei einer privaten Versicherung meist nicht der Fall. Dennoch ergibt die Untersuchung der Tester, dass die gesetzliche Rente mit freiwilligen Beiträgen zu erhöhen auch dann noch die bessere Wahl ist, wenn diese um 10,85 Prozent gekürzt werden.  

Dass dies aber auch hier nicht ganz billig ist, zeigt eine Beispielrechnung von Öko-Test. Demnach muss ein 1967 Geborener, der mit 63 statt mit 67 Jahren in Rente gehen möchte, mit einem Abschlag von rund 179 Euro monatlich rechnen. Um dies auszugleichen, müsste der Versicherte rund 48.000 Euro via freiwilliger Beiträge in die Rentenkasse einzahlen. Zumindest für Alleinstehende (keine Kinder, keinen Ehepartner) ist eine solche Investition dann auch immer eine Wette auf ein langes Leben.

Wie hoch die persönliche Ausgleichszahlung individuell ausfällt, kann bei der Deutschen Rentenversicherung auf Antrag in Erfahrung gebracht werden.

Quelle: n-tv.de, awi