Ratgeber

Lebenswichtig aber mies bezahlt? So viel gibt's in systemrelevanten Berufen

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Die Notwendigkeit der systemrelevanten Berufe muss sich in Zukunft stärker im Gehalt, in den Arbeitsbedingungen und in Rentenzahlungen widerspiegeln.

Während halb Deutschland in den eigenen vier Wänden ackert, halten die eigentlichen Helden der Gesellschaft den Laden an der Front am Laufen. Wofür ihnen nicht genug gedankt werden kann. Aber bekommen sie auch, was sie verdienen?

Das Wort "systemrelevant" hat dieser Tage nochmal deutlich an Bedeutung gewonnen. Dank Coronavirus wird nun auch hoffentlich dem letzten klar, dass manche Berufe um einiges wichtiger für den Fortbestand unserer Gesellschaft sind als andere. Doch wie viel verdienen eigentlich Angestellte in Pflegeberufen, als Berufskraftfahrer oder in den Supermärkten?

Dieser Frage ist die Vergleichsplattform Gehalt.de nachgegangen und hat die Einkommen von Berufstätigen, die aktuell die Grundversorgung aufrecht erhalten, untersucht. Hierfür haben die Analysten 12.427 Datensätze ausgewählter systemrelevanter Jobs ausgewertet.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Wenig überraschend verdienen Ärzte unter den ausgewählten systemrelevanten Berufen am meisten. Während Chef- und Oberärzte ein jährliches Bruttoeinkommen von über 100.000 Euro beziehen, erhalten Fachärzte rund 80.400 Euro. Es folgen Apotheker mit einem Einkommen von 54.200 Euro.

Die Betreuung der Kinder von Beschäftigten in systemrelevanten Berufen müssen aktuell Erzieher gewährleisten. Diese erhalten ein jährliches Bruttogehalt von 36.300 Euro. Viele Senioren sind hingegen auf die Hilfe von Altenpflegern angewiesen. Beschäftigte in diesem Beruf verdienen jährlich 32.900 Euro. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Jahreseinkommen aller Beschäftigten liegt in Deutschland bei rund 45.000 Euro.

Und auch Kranken- und Heilerziehungspfleger sind in der aktuellen Situation essentiell. Ihr jährliches Gehalt beträgt 38.600 Euro beziehungsweise 35.900 Euro. "Im Hinblick auf die Corona-Pandemie sind wir immens auf das medizinische Personal angewiesen – und noch nie war der Fachkräftenotstand in der Pflegebranche und im Gesundheitswesen deutlicher", so Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Helden des Alltags

Um die Versorgung aufrecht zu erhalten, bleiben Lebensmittelläden geöffnet. Dazu braucht es Personal. Doch Einzelhandelskauffrauen und -männer erhalten nur 28.100 Euro und Kassierer 26.800 Euro. Sie beziehen damit das niedrigste Einkommen unter allen ausgewerteten Berufen. In der jetzigen Krise sind sie einer hohen Belastung und massenhaft Kontakten ausgesetzt, was sie zu den Helden unseres Alltags macht, wie Bierbach meint.

Doch damit die Waren in die Läden und das Personal überhaupt zum Arbeitsplatz kommen, bedarf es der Berufskraftfahrer, die für den Güter- und Personenverkehr wichtig sind, um die Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Doch auch sie verdienen jährlich nur rund 29.600 Euro.

Fazit: "Die Notwendigkeit der systemrelevanten Berufe muss sich in Zukunft stärker im Gehalt, in den Arbeitsbedingungen und in Rentenzahlungen widerspiegeln. Auf die Corona-Krise sollte unbedingt eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung für diese Beschäftigten folgen“, so Bierbach abschließend.

Hinweis: Diese Auflistung ist nicht vollständig. Es gibt noch andere systemrelevante Berufsgruppen, die nicht für die Studie herangezogen wurden aber dadurch nicht weniger wichtig sind.

Quelle: ntv.de, awi