Ratgeber

Privathaushalt als Arbeitgeber Staat beteiligt sich an Kosten

Ist der Geschirrspüler kaputt, wird der Elektriker gerufen. Unter der Woche kommt regelmäßig die Putzfrau, ohne deren Hilfe die Unordnung nicht so schnell zu bändigen wäre. Die Maler sind glücklicherweise schnell zu Stelle, wenn der neue Anstrich fürs Wohnzimmer fällig ist. Und irgendwann schaut auch der Schornsteinfeger vorbei, um die Emissionswerte zu überprüfen.

Private Haushalte sind oft Arbeitgeber. Das belohnt der Staat, indem er ihnen für den gezahlten Lohn einen Teil der Einkommenssteuern zurück erstattet.

Diese Steuerersparnis betrifft drei Arbeitsbereiche: die Übertragung von Handwerkerarbeiten, haushaltsnahe Dienstleistungen sowie die Versorgung pflegebedürftiger Menschen.

Zu den Handwerkerarbeiten gehört die Reparatur und Wartung von Haushaltsgeräten bzw. grundsätzlich alle Arbeiten, die der Sanierung und Renovierung des Wohnraums dienen. Relativ neu ist, dass unter diese Regelung auch der Anschluss von Telefon- oder Fernsehkabel fällt. Reparaturen müssen dabei immer im entsprechenden Privathaushalt durchgeführt werden. Die Steuererstattung gibt es nicht, wenn die defekten Geräte erst in eine Werkstatt geschafft werden.

Als haushaltsnahe Dienstleistungen zählen erst einmal alle sonstigen Arbeiten, die in der Wohnung oder im Haus der Betreffenden ausgeführt werden - von Reinigungstätigkeiten bis hin zur die Betreuung alter Menschen oder kleiner Kinder.

Zwanzig Prozent durch Steuern zurück

Das Finanzamt berücksichtigt maximal 3000 Euro Lohnkosten für Handwerkerarbeiten und weitere 3000 Euro für Dienstleistungen. 20 Prozent dieser Ausgaben erhält ein Privathaushalt als Steuererstattung vom Staat zurück. Damit ist es dem Privathaushalt möglich, jeweils bis 600 Euro Steuern im Jahr zu sparen. Voraussetzung dafür ist aber immer, dass der Auftrag für die Arbeiten immer an Firmen bzw. Selbständige, nicht aber an eine Privatperson geht.

Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen wird aber darüber hinaus gefördert, indem die Lohnkosten gleich noch einmal - zusätzlich zu den Dienstleistungen - als eigener Posten geltend gemacht werden können. Das Geld von der Pflegekasse muss allerdings damit verrechnet werden. Wenn die Kosten für Pflege auch als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sind, so hat das für das Finanzamt Vorrang.

Wichtig ist, dass die Rechnung den Lohn getrennt auflistet, denn Material- oder Fahrtkosten finden keine Berücksichtigung beim Finanzamt. Ist die Rechnung nicht eindeutig, kann man beim Finanzamt zusammen mit ihr eine eigene Schätzung der Lohnkosten einreichen.

Wer eine Rechnung eines aufwändigen Auftrags in Raten, verteilt über den Jahreswechsel, zahlt, kann die Lohnkosten für jeweils beide Steuererklärungen geltend machen. Dazu ist aber der entsprechende Nachweis durch die Vorlage der Überweisung oder des Kontoauszug notwendig. Rechnungen sollte man also nicht bar bezahlen.

Quelle: ntv.de

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