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Freiwillige Abgabe Steuererklärung kann Grundrente erhöhen

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Sofern der betreffende Rentner keine Einkommen­steuer­erklärung abgegeben hat, werden die Einnahmen herangezogen, die dem Renten­versicherer bekannt sind.

(Foto: imago images/Steinach)

Mit der Grundrente bekommen langjährig Versicherte einen Aufschlag auf ihre Minirenten. Wer eine Steuer­erklärung abgibt, kann den Zuschlag unter Umständen erhöhen. Wie geht das?

Seit dem 1. Januar 2021 gilt das Gesetz zur Grundrente. Anspruch auf den Grundrenten­zuschlag haben Rentnerinnen und Rentner, die lange Jahre gearbeitet und dabei unter­durchschnittlich verdient haben.

Um den Grundrenten­zuschlag zu erhalten, muss kein gesonderter Antrag gestellt werden, denn die Deutsche Renten­versicherung prüft automatisch alle Bestands­renten. Ergibt sich ein Anspruch auf den Grundrenten­zuschlag, wird dieser rückwirkend zum Jahres­anfang ausbezahlt. Da die Grundrente nur bedarfs­orientiert geleistet werden soll, wird das eigene Einkommen und auch das Einkommen des Ehegatten oder Partners einer ein­getragenen Lebens­partnerschaft angerechnet.

"Für die Ermittlung dieses Einkommens werden unter anderem Daten aus der Einkommen­steuer­veranlagung, insbesondere das sogenannte zu ver­steuernde Einkommen, herangezogen", erklärt Erich Nöll, Geschäfts­führer beim Bundes­verband Lohn­steuerhilfe­vereine in Berlin.

Bekannte Einnahmen sind wichtig

Sofern der betreffende Rentner keine Einkommen­steuer­erklärung abgegeben hat, werden die Einnahmen herangezogen, die dem Renten­versicherer bekannt sind. Das sind zum Beispiel Renten­einnahmen der gesetzlichen Renten­versicherungs­träger, Versorgungs­bezüge, Entschädigungen, Amtszulagen, Übergangs­gelder und die Leistungen aus Alters­vorsorge­verträgen, Pensions­fonds, Pensions­kassen und Direkt­versicherungen. Davon werden dann pauschale Abschläge vorgenommen.

"Da im Rahmen der Einkommen­steuer­erklärung die Möglichkeit besteht, verschiedene Aufwendungen zum Abzug zu bringen, kann dadurch ein geringeres zu versteuerndes Einkommen ausgewiesen werden als die Einnahmen mit den pauschalen Abschlägen", erläutert Nöll. Das kann zu einer Verringerung der Anrechnung des Einkommens und damit im Endeffekt zu einer höheren Grundrente führen.

Steuererklärung ist keine Voraussetzung

Insbesondere der Abzug von Versicherungs­beiträgen als Sonder­ausgaben, aber auch Krankheits­kosten oder Kosten des Pflegeheims, deren Abzug als außergewöhnliche Belastungen möglich ist, reduzieren das zu versteuernde Einkommen und damit die Einkommens­anrechnung auf die Grundrente. "Allerdings ist die Abgabe von Steuer­erklärungen keine Voraussetzung für den Erhalt von Grundrente", stellt Nöll klar. "Sie kann aber vorteilhaft sein", ergänzt er.

Mehr zum Thema

Eine freiwillige Abgabe der Steuer­erklärung ist vier Jahre rückwirkend möglich. Für das Steuerjahr 2017 läuft die Frist also zum Jahresende 2021 endgültig ab. Die Abgabe einer Einkommen­steuer­erklärung lohnt sich beispiels­weise bei hohen Werbungs­kosten oder anderen steuer­mindernden Aufwendungen.

Wer seinen Grundrenten­bescheid schon bekommen hat, kann nur innerhalb einer Frist von einem Monat einen Widerspruch einlegen. Ist diese Frist verstrichen, ist eine Änderung nicht mehr möglich.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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