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Bei "Ping-Anrufen" werden Telefonate nach dem ersten Klingeln unterbrochen, um den Angerufenen zu einem Rückruf über eine teure Serviceleitung zu bewegen.
Bei "Ping-Anrufen" werden Telefonate nach dem ersten Klingeln unterbrochen, um den Angerufenen zu einem Rückruf über eine teure Serviceleitung zu bewegen.(Foto: dpa)
Montag, 28. Mai 2018

Bundesnetzagentur gegen Betrug : Telefon-Abzocke deutlich eingedämmt

Die Bundesnetzagentur ist erneut gegen Ping-Anrufe vorgegangen und hat die Aktivitäten mehrerer weißrussischen Rufnummern untersagt. Die Maßnahmen der Behörde zeigen Erfolg, die Beschwerden über Lockanrufe sind deutlich rückläufig.

Der Kampf der Bundesnetzagentur gegen kostenpflichtige Lockanrufe ist offenbar erfolgreich: Die Behörde zählte in den ersten vier Monaten dieses Jahres 8000 Beschwerden wegen sogenannter Ping-Anrufe - von Oktober bis Dezember waren es noch 61.000 Beschwerden gewesen, wie die Netzagentur am Montag mitteilte. Ping-Anrufe sind Lockanrufe, die einen kostenpflichtigen Rückruf provozieren wollen.

Rufen Handykunden die Nummern zurück, erreichen sie häufig Bandansagen, die mehrere Euro pro Minute kosten. Die Ansagen reichen demnach von Aufnahmen in unverständlichen Sprachen über Gewinnspiele und Erotik bis hin zu Paketzustellungen. Ziel der Betrüger sei es, dass die Verbraucher möglichst lange in der Leitung bleiben, um so an den Verbindungsentgelten zu verdienen.

Die Bundesnetzagentur geht gegen solche Maschen vor, indem sie untersagt, dass Rückrufe an bestimmte Nummern in Rechnung gestellt werden. Dadurch soll das Geschäftsmodell der Betrüger sich nicht mehr lohnen. Zuletzt ordnete die Behörde dies bei mehreren weißrussischen Verbindungen an, über die sich knapp 300 Verbraucher beschwert hatten. Diese Nummern haben Ähnlichkeit mit der deutschen Vorwahl 0375 aus Sachsen. Die Verbraucher gingen von einem Anruf aus dem deutschen Netz aus und riefen zurück.

"Wir gehen weiterhin konsequent gegen Ping-Anrufe vor. Der Schutz der Verbraucher vor telefonischer Belästigung hat für uns Priorität", so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Der deutliche Rückgang der Beschwerden über Ping-Anrufe zeigt, dass unsere Maßnahmen erfolgreich sind. Gerade die Preisansageverpflichtung hat Wirkung gezeigt."

Verbraucher müssen Rechnungen für Anrufe auf diese Nummern nicht bezahlen, wie die Netzagentur betonte. Haben sie bereits bezahlt, sollten sie mit Hilfe der Verbraucherzentralen versuchen, ihr Geld von den Netzanbietern zurückzufordern.

Die Netzagentur hat zudem bei bestimmten internationalen Vorwahlen angeordnet, dass die Betreiber eine kostenlose Preisansage vorschalten müssen. Außerdem schaltet sie immer wieder Nummern ab. Unabhängig davon rät die Behörde, dass Verbraucher ausländische Rufnummern nicht zurückrufen sollten, wenn sie keinen Anruf aus diesen Ländern erwarten.

Quelle: n-tv.de