Ratgeber

Vom Campus in die Lehre Tipps für Studienabbrecher

Auch wenn es zunächst wie der Weltuntergang anmutet mag: Ein vorzeitiges Ende des Studentendaseins ist kein Beinbruch. Und tatsächlich, es gibt auch berufliche Perspektiven ohne Abschluss.

Vom Hörsaal in die Werkstatt: Die Handwerkskammer Unterfranken bietet in einem bundesweiten Pilotprojekt Studienabbrechern die Möglichkeit, eine verkürzte Lehre sowie einen Teil der Meisterausbildung in nur drei Jahren zu absolvieren. Archivfoto: David Ebener

Vom Hörsaal in die Werkstatt: Die Handwerkskammer Unterfranken bietet in einem bundesweiten Pilotprojekt Studienabbrechern die Möglichkeit, eine verkürzte Lehre sowie einen Teil der Meisterausbildung in nur drei Jahren zu absolvieren.

(Foto: dpa)

Der eine scheitert an der Mathe-Klausur, der nächste bekommt die Bachelorarbeit nicht fertig: Der Abbruc h eines Studiums ist für viele zunächst ein Schock. Doch es gibt vielversprechende Perspektiven.

Berater suchen

Studienabbrecher können in eine duale Ausbildung wechseln. "Sie sollten sich in dem Fall so rasch wie möglich mit einem Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammern in Verbindung setzen", sagt Esther Hartwich. Sie ist Bildungsexpertin beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Ausbildungsberater können mit den Studierenden klären, inwieweit sie sich die Leistungen aus dem Studium anrechnen und eine Ausbildung verkürzen können.

Initiative finden

Bislang gibt es vereinzelt Initiativen, die Studienabbrecher den Einstieg in eine verkürzte, duale Berufsausbildung ermöglichen. Dazu zählen etwa "Your turn" in Berlin oder "Switch" in Aachen. Sie bieten zum Beispiel Informatik-Studenten, die abbrechen müssen oder wollen, die Gelegenheit, eine verkürzte Ausbildung beispielsweise zum Fachinformatiker zu machen. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) kündigte ein neues, bundesweites Konzept an, dass Studienabbrechern Chancen im Handwerk eröffnen soll.

"Eine andere Möglichkeit für die Abbrecher ist, sich im Sekretariat der Hochschule zu erkundigen", sagt Alexander Legowski, Pressesprecher des Zentralverbands des deutschen Handwerks. Immer mehr Handwerkskammern kooperierten mit den Hochschulen. Oft stehen auch dort Ansprechpartner zur Verfügung.

Meister machen

Wer im Studium schon weit fortgeschritten ist, kann eventuell statt einer Ausbildung sogar gleich einen Abschluss erwerben, der dem Meister entspricht. "So bietet etwa die Industrie- und Handelskammer in Stuttgart den Industrietechniker IHK an, der mit dem Meister vergleichbar ist", erklärt Hartwich. Dieser Abschluss kommt etwa für Studenten infrage, die mindestens 60 Credit Points in einem technischen Hochschulstudium gesammelt und zwei Jahre berufliche Praxis haben.

Quelle: ntv.de, dpa

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