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Deutschlandweiter Rückruf Ursache für verunreinigte Milch entdeckt

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Das Deutsche Milchkontor belieferte zahlreiche Supermärkte mit belasteter Milch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Womöglich trinken viele Deutsche die mit Bakterien verunreinigte Milch. In fast allen großen Ketten ist sie zu kaufen. Der verantwortliche Produzent muss eine große Rückrufaktion starten und weiß nun wohl auch, wie die Bakterien in die Milch kamen.

Der Milchproduzent Deutsches Milchkontor (DMK) hat nach eigenen Angaben die Ursache für eine Verunreinigung von fettarmer Frischmilch mit Bakterien gefunden und abgestellt. Die Erreger, die Durchfall auslösen können, seien über eine undichte Dichtung in die Produktion des Werks Everswinkel im Münsterland in Nordrhein-Westfalen gelangt. Das sagte ein DMK-Sprecher.

Das DMK mit Sitz in Bremen und die Hamburger Firma Fude & Serrahn Milchprodukte GmbH haben Literpackungen mit Frischer Fettarmer Milch (1,5 Prozent) aus der Molkerei Everswinkel und mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten zurückgerufen. Nach Entdeckung des Defekts seien Proben der Produktion an ein externes Labor geschickt worden, sagte der Sprecher. "In einer dieser Proben wurde eine Rekontamination mit einem krankheitserregenden Wasserkeim nachgewiesen."

Die Laborergebnisse seien am Donnerstag nahezu zeitgleich mit einer ersten Kundenreklamation eingegangen. Daraufhin sei es zu dem Rückruf gekommen. Unter Rekontamination versteht man eine Verunreinigung eines bereits durcherhitzten Lebensmittels. Geliefert wurde die Milch an fast alle großen Lebensmittelhändler in Deutschland wie Metro, Aldi, Lidl, Edeka oder Rewe.

Lidl verkaufte betroffene Milch nur in Berlin, Brandenburg und NRW

Sie haben die betreffenden Packungen aus dem Handel genommen. Lidl teilte auf Anfrage mit, die Ware sei ausschließlich in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen verkauft worden. Für andere Supermarktketten gab es zunächst keine Angaben zum Verkaufsgebiet.

Das Bundesernährungsministerium hatte auf die Zuständigkeit der Hersteller und der Bundesländer verwiesen. "Wir beobachten die Situation sehr genau", sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. In allererster Linie seien aber die Hersteller selbst für die Sicherheit ihrer Produkte zuständig - und für die amtliche Lebensmittelüberwachung die Länder.

Im aktuellen Fall habe der Hersteller bei Eigenkontrollen Milch mit einer bakteriellen Verunreinigung entdeckt und gemäß den gesetzlichen Vorgaben einen Rückruf eingeleitet. Die entsprechende Warnung sei auf dem Portal Lebensmittelwarnung.de veröffentlicht worden, sagte die Sprecherin.

Quelle: n-tv.de, lwe/dpa

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