Ratgeber

Selbständig in der Mietwohnung Vermieter muss zustimmen

Wer sich in seiner Mietwohnung selbstständig macht, muss in der Regel den Vermieter um Zustimmung fragen. Viele Mietverträge untersagen die gewerbliche Nutzung der Wohnung.

Der Vermieter darf aber nicht alle beruflichen Aktivitäten verbieten. Büroarbeiten, die die Nachbarn nicht stören und die Wohnung nicht beschädigen, seien zu dulden, befanden Landgerichte in Hamburg und Frankfurt/Main (Az.: 311 S 203/91 beziehungsweise 2/17 S 42/95).

"Diese Grenze wird allerdings überschritten, wenn die Firma Laufkundschaft anzieht", warnt IVD-Vize-Präsident Michael Schick. Lärm, Parkplatzmangel oder Fremde im Treppenhaus riefen oft die Nachbarn auf den Plan. Dem Landgericht Berlin ging sogar eine Tagesmutter zu weit, die in ihrer Wohnung fünf Kinder betreute (Az.: 61 S 56/92).

Firmenschild am Haus

Wenn der Vermieter das Büro in der Wohnung genehmigt hat, darf nicht automatisch auch ein Firmenschild am Haus angebracht werden. Der Vermieter muss erneut um Zustimmung gebeten werden. Bei größeren Reklametafeln hat sogar das Bauamt ein Wörtchen mitzureden.

Darüber hinaus ist die Umwandlung von Wohn- in Gewerberaum in vielen Gebieten verboten. Auch wenn bereits Freiberufler im Haus arbeiten, bedeute das noch keinen Freibrief: Normalerweise darf in Wohngebieten nur die Hälfte der Wohnfläche eines Hauses in Büroraum verwandelt werden. So hat es das Bundesverwaltungsgericht bestimmt (Az.: 4 C 8/00). Besitzer von Eigentumswohnungen sind nicht automatisch aus dem Schneider, wenn die Kommune die Umwandlung erlaubt: Sie brauchen die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.

Quelle: ntv.de