Ratgeber

Versicherungen auf den Prüfstand Viele Verträge bis Monatsende kündbar

Keine Toleranz: Fremdenfeindliche Aussagen im Betrieb können zur fristlosen Kündigung führen. Foto: Ralf Hirschberger

Verbraucher sollten sich von überflüssigen Verträgen trennen und teure Policen gegen günstigere einzutauschen.

(Foto: dpa)

Für Versicherungen geben deutsche Verbraucher jedes Jahr eine stolze Summe aus. Bei einigen Verträgen läuft die Kündigungsfrist bis zum 30. September. Verbraucher sollten ihre Policen deshalb noch einmal ganz genau unter die Lupe nehmen und prüfen, ob sich mit einem Anbieterwechsel Geld sparen lässt.

Welche Verträge können nun gekündigt werden?

Das gilt für Verträge, bei denen sich das Versicherungsjahr mit dem Kalenderjahr deckt. Bei einer dreimonatigen Kündigungsfrist muss das Kündigungsschreiben spätestens am 30. September beim Versicherer eingehen. Für die Kfz-Versicherung gilt eine einmonatige Kündigungsfrist - jeweils zum 30. November.

Der Bund der Versicherten weist darauf hin, dass der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ausschlaggebend ist und das Versicherungsjahr deshalb häufig vom Kalenderjahr abweicht - Policen werden nämlich nicht zwingend zu Jahresanfang geschlossen. Wechselwillige müssen deshalb erst einmal die Kündigungsfristen in den Papieren prüfen.

Welche Versicherungen sollten auf den Prüfstand?

Die Interessenvereinigung Geld und Verbraucher (GVI) rät, sich von überflüssigen Verträgen zu trennen und teure Policen gegen günstigere einzutauschen. Wer einen günstigen Anbieter wähle, müsse dabei nicht zwingend weniger Leistungen in Kauf nehmen, betont die Interessenvereinigung. Der GVI empfiehlt, vor allem Haftpflicht-, Hausrat-, Wohngebäude-, Rechtsschutz- und Unfallversicherungen zu prüfen.

Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Der Bund der Versicherten empfiehlt, erst einmal dafür zu sorgen, dass Risiken abgesichert sind, "die die Existenz bedrohen". Der Verein bietet auf seiner Internetseite einen "Bedarfscheck" an, mit dem Verbraucher prüfen können, welche Versicherungen für sie "sehr wichtig", "wichtig", "weniger wichtig" oder "eher unwichtig" sind. Dazu müssen sie unter anderem Angaben zum Familienstand und zur beruflichen Situation machen, und beispielsweise eingeben, ob sie Mieter oder Wohnungseigentümer sind oder ein Auto besitzen. Einen ähnlichen "Versicherungscheck" bietet die Stiftung Warentest auf ihrer Homepage an. Die Ergebnisse solcher Tests dienen als erste Orientierung.

Welche Versicherungen sind überflüssig?

Es gibt eine Reihe unnötiger Versicherungen. Dazu zählen beispielsweise Glas- oder Handyversicherungen. Als überflüssig gelten auch Reisegepäck- und Insassen-Unfallversicherungen.

Was ist beim Versicherungswechsel zu beachten?

Wichtig ist das Vergleichen verschiedener Angebote. Erste Anlaufstelle ist für die meisten das Internet. Der Bund der Versicherten macht jedoch darauf aufmerksam, dass Vergleichsportale nicht mit "unabhängigen Informationen" aufwarten. Der Verein warnt zugleich davor, nur nach dem günstigsten Versicherungsbeitrag zu schauen. Der Leistungsumfang sollte auch immer berücksichtigt werden. "Im Schadensfall lohnen sich ein paar eingesparte Euro nicht", sagt eine Sprecherin.

Wo finden Verbraucher Hilfe?

Als wichtige Anlaufstelle gelten die Verbraucherzentralen. Eine unabhängige Beratung bieten auch Honorarberater, die direkt vom Kunden bezahlt werden. Auch der Bund der Versicherten hilft mit Empfehlungen von Anbietern weiter. Auf seiner Internetseite stellt der Verein Merkblätter zur Verfügung, die erklären, worauf Verbraucher im Kleingedruckten von verschiedensten Versicherungsprodukten achten sollten.

Quelle: ntv.de, awi/AFP