Ratgeber

Warnung, Hinweis, Rücktritt? Wann kostenfreie Stornierung möglich ist

Anstatt eine Pauschalreise zu stornieren, können Urlauber sie auch auf eine andere Person übertragen - jedoch nur wenn die Option «Namensänderung» besteht. Foto: Julian Stratenschulte

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Umstände der Covid-19-Pandemie zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Reise führen.

(Foto: dpa)

Für Reisende und Veranstalter sind Reisewarnungen und Reisehinweise des Auswärtigen Amtes eine wichtige Richtlinie. Erstere sollen wohl Mitte Juni aufgehoben werden. Was das für Urlauber bedeutet, lesen Sie hier.

Wegen der Corona-Pandemie gilt seit dem 17. März erstmals in der Geschichte eine weltweite Reisewarnung. Außenminister Heiko Maas (SPD) hat aber angekündigt, sie solle nicht über den 15. Juni hinaus verlängert werden. Was das für neue Buchungen und die Möglichkeiten einer Stornierung heißt:

Reisewarnung

Wenn am Reiseort oder in unmittelbarer Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände eintreten, sodass eine Reise dorthin erheblich beeinträchtigt ist, dann können Urlauber die Reise dorthin in der Regel kostenfrei stornieren. Unvermeidbar und außergewöhnlich sind die Umstände, wenn sie nicht der Kontrolle des Reisenden unterliegen, und sich die Folgen auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Vorkehrungen getroffen worden wären. Das gilt für Buchungen nach deutschem Recht - für Buchungen bei einem ausländischen Anbieter kann dagegen das Recht des dortigen Landes gelten.

Sicherheits- und Reisehinweis

Außenminister Maas will die Reisewarnung nach dem 15. Juni in Reisehinweise verändern. Mit seinen Sicherheits- und Reisehinweisen will das Auswärtige Amt Reisenden eine informierte Entscheidung ermöglichen. Die Hinweise machen auf länderspezifische Risiken aufmerksam und werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. Je nach Einschätzung der Sicherheitslage können sie die Empfehlung enthalten, Reisen einzuschränken oder auf sie zu verzichten. Ein Anspruch auf kostenfreie Stornierung haben Urlauber unter Berufung auf einen Hinweis in der Regel nicht.

Andere Informationen

Reiserechtsexperte Robert Bartel von der Verbraucherzentrale Brandenburg rät, sich vor einer Buchung so umfassend wie möglich zu informieren, am besten direkt bei den Behörden des jeweiligen Reiselands, wenn das sprachlich möglich ist. Wer jetzt schon für die Zeit nach dem 14. Juni buchen und zugleich auf Nummer sicher gehen will, sollte nach Anbietern schauen, die von sich aus eine möglichst nah am Zeitpunkt des Reisebeginns liegende kostenfreie Stornierung ermöglichen.

Reiserücktrittsversicherung

Eine solche Versicherung schließt Ereignisse höherer Gewalt wie eine Pandemie, Anschläge oder Naturkatastrophen regelmäßig aus. Sie deckt nur persönliche Risiken ab, etwa eine schwere Krankheit oder den Tod eines Angehörigen vor Reiseantritt.

Quelle: ntv.de, awi/AFP