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Geldsegen für Aktionäre Warum sich Dividenden meist auszahlen

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Viele Anleger halten gezielt nach hohen Dividendenrenditen Ausschau.

Bei Aktien kommt es nicht nur auf die Kursentwicklung an. Rendite erzielen Anleger auch über Dividenden. Allerdings kommt es nicht allein auf eine hohe Ausschüttung an. Worauf sollten Anleger achten?

Einmal im Jahr rollt der Rubel. Zumindest bei Aktionären, die auch in deutsche Unternehmen investiert haben. Denn regelmäßig ab dem Frühjahr beteiligen die Aktiengesellschaften ihre Eigentümer an den Gewinnen des Vorjahres. Dann wird die ausgeschüttete Dividende den Konten der Aktionäre gutgeschrieben.

Doch was ist eine Dividende eigentlich genau? Hat man als Aktionär Anspruch darauf und wie hoch fällt sie aus? Kann man anhand der Dividendenhöhe eine gute Aktienanlage erkennen? Wichtige Fragen und Antworten.

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, der an die Aktionäre ausgezahlt wird. Neben den Kursgewinnen ist sie für Anleger eine wichtige Renditequelle. "Die Dividende trug in der Vergangenheit rund 40 Prozent zur Gesamtrendite von Aktien bei", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. "Während Kurse der Aktien deutlich schwankten, verändert sich die Höhe der Dividenden bei einer breit gestreuten Anlage wie etwa einem weltweiten ETF kaum."

In diesem Jahr schütten Deutschlands Aktiengesellschaften voraussichtlich erstmals mehr als 50 Milliarden Euro an Dividenden aus. Die bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr (47,1 Milliarden Euro) würde damit um gut elf Prozent übertroffen, wie aus der Dividendenstudie vom isf Institute for Strategic Finance und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hervorgeht. Und nicht nur das: Von den 160 Unternehmen der Dax-Familie - also Dax, MDax, SDax und TecDax - heben mehr als zwei Drittel die Dividende sogar an.

Gibt es Anspruch auf eine Dividende?

Nein, Aktionäre haben keinen Anspruch auf die Ausschüttung. Aus Sicht der Unternehmensleitung kann es sinnvoller sein, die erwirtschafteten Gewinne in Investitionen in neue Märkte, Übernahmen oder die Forschung zu investieren. Zudem sei es in manchen Branchen nicht üblich Dividenden zu zahlen, sagt Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest.

"In der US-Internetbranche bekommen weder die Aktionäre von Amazon noch die von Facebook oder Alphabet eine Dividende." Manchmal ist es allerdings auch so, dass das Unternehmen gar keinen Gewinn gemacht hat, den es ausschütten kann. Als Eigentümer muss der Aktionär auch damit leben können. Mitunter werden Dividenden in schlechten Zeiten auch gekürzt.

Wann und wie wird die Dividende gezahlt?

Die Dividende wird spätestens am dritten Tag nach der Hauptversammlung an die Aktionäre ausgeschüttet. Normalerweise macht der Vorstand des Unternehmens einen Dividendenvorschlag, dem die Aktionäre meist zustimmen. Für gewöhnlich wird die Dividende jährlich auf das Konto des Aktionärs überwiesen. Es gibt aber auch Unternehmen, die jedes Quartal eine Dividende auszahlen.

Zudem gibt es noch Sachdividenden und sogenannte Stockdividenden. Im letzten Fall gibt es statt Bargeld zusätzliche Aktien des Unternehmens. "In Deutschland ist das allerdings kein übliches Modell", sagt Jürgen Kurz von der DSW. Das gleiche gilt für die Sachdividende. In einem solchen Fall wird ein Sachwert ausgeschüttet. So habe die Schokoladenfirma Stollwerk früher mal einen Teil ihrer Dividende als Schokolade ausgezahlt, erzählt Kurz.

Was bedeutet es, wenn die Aktie "ex dividende" gehandelt wird?

"Wenn die Dividende ausgezahlt wird, wird dem Unternehmen Geld entnommen", erklärt Stefan Adam von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Um diesen Betrag reduziert sich der Aktienkurs." An der Börse heißt es dann: Die Aktie wird "ex dividende" gehandelt. Es lohnt es sich aus diesem Grund auch nicht, einen Tag vor der Dividendenzahlung die Aktie zu kaufen und nach der Dividendenzahlung wieder zu verkaufen.

Muss die Dividende versteuert werden?

Ja, Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer. "Die Bank zieht 25 Prozent plus Solidaritätsbeitrag und eventuell Kirchensteuer von der Ausschüttung ab", erklärt Roland Aulitzky. Ein Freistellungsauftrag schützt jeden Anleger bis zu einem Betrag von 801 Euro vor dem Zugriff des Fiskus. Bei ausländischen Aktien wird meistens noch eine Quellensteuer abgezogen. Die können Anleger sich in der Regel zwar zurückholen, doch das ist oft mühsam.

Lohnt sich die Dividendenstrategie?

Das kommt darauf an. Unter einigen Aktionären ist die Dividendenstrategie sehr beliebt. Dabei investieren Anleger in Aktien mit einer hohen Dividendenrendite. Die Dividendenrendite ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividende zum jeweiligen Aktienkurs.

Bei vielen Unternehmen im Dax liegt die Dividendenrendite aktuell bei mehr als vier Prozent. Das liegt allerdings auch am Kursrückgang der vergangenen Monate, der in die Berechnung der Rendite entsprechend einfließt. Eine gute Dividendenrendite kann also auch durch einen schlechten Aktienkurs zustandekommen.

Abgesehen davon hat die reine Dividendenstrategie noch andere Schwächen. "Orientiert man sich nur an der Dividendenstrategie, geht das zulasten der Streuung", sagt Aulitzky. Denn wer nur auf Dividendenwerte setzt, muss manche Branchen außen vor lassen. Am besten ist es daher neben einem Basisinvestment in einen weltweit streuenden Fonds einen Teil in dividendenstarke Aktien oder Fonds zu investieren.

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Quelle: n-tv.de, Beate Kaufmann, dpa

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