Ratgeber

Fleischliche Lust Welcher Gasgrill ist der beste?

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Der eine Grill, der allen Bedürfnissen gerecht wird, war im Test nicht dabei, stellt Warentest fest.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Es riecht nach Sommer, was nicht zuletzt am verlockenden Duft von Gebratenem liegt. Doch Grillen ist nicht nur Nahrungszubereitung, sondern auch Lifestyle. Und eine Glaubensfrage. Brutzler müssen sich zwischen Kohle-, Elektro- oder Gasgrill entscheiden. Warentest hat Letztere getestet.

Keine Frage, es ist Grillzeit. Unverkennbar auszumachen an Gerüchen und Rauchwolken, die einem dieser Tage vielerorts aus Gärten und Balkonen entgegenwabern. Rund 1,2 Milliarden Euro lassen sich die Deutschen pro Jahr den Spaß kosten. Investiert wird in Grillgeräte, Brennstoffe und Zubehör. Im Schnitt wird nach knapp 7 Jahren der alte Grill gegen einen neuen ausgetauscht.   

Für Millionen Deutsche ist grundsätzlich nicht die Frage, ob, was, wo oder mit wem, sondern vielmehr dass überhaupt und vor allem worauf gegrillt wird. Schließlich stehen mit offenem Feuer, Kohle-, Elektro- oder Gasgrill so einige Möglichkeiten zur Verfügung. Von Ersterem ist wegen erhöhter Brandgefahr abzusehen. Die Stiftung Warentest hilft all denen auf die Sprünge, die sich für Letztere entschieden haben oder entscheiden wollen.

Das Bier wird warm

Gasgrills also. Und damit das Bier nicht warm wird, schnell die erste Feststellung der Tester. Von zwölf Gasgrills überzeugen fünf mit einer guten Gesamtnote, davon vier Grillwagen mit jeweils getrennt regulierbaren Temperaturzonen und ein tragbarer Grill mit nur einer Zone. Die sieben anderen Grills sind befriedigend. Der Preis-Leistungs-Sieger kostet 250 Euro, insgesamt reicht die Preisspanne von 199 bis 575 Euro.

Die getesteten Modelle heizen in 3 bis 11 Minuten auf 250 Grad Celsius auf. Kohlegrills brauchen dafür deutlich länger. Außerdem erzeugen Gasgrills weniger Rauch. Allerdings werden Grill­wagen oft in vielen Einzel­teilen geliefert, der Aufbau erfordert zum Teil handwerkliches ­­Geschick.

Dafür bieten die Wagen dann aber auch eine Gesamtfläche auf dem Rost von etwa 2000 bis 2800 Quadratzentimetern. Das reicht für eine Gartenparty oder hungrige Großfamilie. Die tragbaren Grills haben nur etwa halb so viel Platz. Das reicht für kleine Haushalte und passt auch auf einen Balkon. Die Grillwagen wiegen bis zu 49 Kilogramm und sind daher eher für einen festen Platz auf der Terrasse geeignet. Alle Grills im Test haben eine Haube, die man nach dem Anbraten möglichst geschlossen halten sollte, damit sich die Hitze optimal nutzen lässt.

Dass es für einige Brutzelgeräte nur zu einem "befriedigend" reicht, liegt beispielsweise an fehlenden oder zu kleinen Warmhalteflächen, Verbrennungsgefahr an der Haube, ungleicher Temperaturverteilung oder korrosionsanfälligen Teilen.

Hauptsache, es schmeckt

Überzeugen konnten bei der Untersuchung unter anderem die Grillwagen mit drei Brennern von Landmann "Rexon PTS 3.0" (gut, 2,4, 299 Euro) und die "Grillküche" von Toom (gut, 2,4, 250 Euro). Bei den tragbaren Geräten mit nur einem Brenner hatte der Weber "Q 1200" die Nase vorn (gut, 2,2, 290 Euro).

Warentest konstatiert zudem, dass der Grill, der allen Bedürfnissen gerecht wird, im Test nicht dabei war. Vielleicht besinnen sich Grillfreunde aber auch einfach aufs Wesentliche. Nämlich, dass es schmeckt. Was nicht zuletzt durch die Qualität dessen, was gebrutzelt wird, zu beeinflussen ist.

Psychologen versuchen übrigens seit Langem, den Kult ums Grillen zu entschlüsseln. Ein Erklärungsmodell sieht den Mann am Grill in seiner steinzeitlichen Rolle als klassischer Versorger der Familie bestätigt. Demnach geben ihm glühende Kohlen und eine zünftige Grillzange den nötigen Halt, um bei der verwirrenden Diskussion um Geschlechterrollen nicht ins Straucheln zu geraten. Kann sein. Eine anderer Erklärungsversuch lautet, dass durch den Duft des Grillfleisches, das sanfte Abendlicht und das Beisammensein mit Freunden und Familie vermehrt das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet wird. Auch das mag stimmen. Vielleicht liegt es aber auch ganz schnöde am erhöhten Promillepegel der Brutzel-Fans. Denn für die meisten von ihnen gehört das eine oder andere Bierchen zwingend dazu. Wie auch immer, Grillfreunden werden die diversen Erklärungsversuche letztlich Wurst sein.    

Quelle: n-tv.de, awi

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