Ratgeber

Vorstellungsgespräch Wer einlädt, zahlt

Kein Weg ist zu weit, keine Reise zu strapaziös, wenn der potentielle neue Arbeitgeber zum Vorstellungsgespräch bittet. Für den möglichen neuen Job opfern Bewerber nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Zumindest letzteres können sie sich aber wieder holen. Auch wenn auf das Gespräch keine Einstellung folgt, können Kandidaten ihre Auslagen in Rechnung stellen.

Erstattungsfähig sind nicht nur Fahrtkosten, sondern auch eventuelle Verpflegungs- und Übernachtungskosten. Dies allerdings nur, wenn eine Hin- und Rückreise am gleichen Tag nicht zumutbar wäre. Das ist der Fall, wenn eine Bewerbungsrunde bis abends dauert und der Kandidat danach noch mehrere Stunden nach Hause fahren müsste. Bei der Wahl der Unterkunft ist Bescheidenheit angebracht: "Bei einer Bewerbung in einem kleinen Unternehmen ist eine Übernachtung im Fünf-Sterne-Hotel sicher nicht angemessen", erläutert der Leipziger Rechtsanwalt Roland Gross. Auch bei Bahntickets rät er zur Mäßigung. Üblicherweise würden Tickets der zweiten Klasse erstattet, bei Führungspositionen seien aber auch Erste-Klasse-Reisen vertretbar, so Gross. Wer mit dem Pkw anreist, kann die steuerliche Kilometerpauschale ansetzen, es sei denn, der Arbeitgeber legt im Voraus etwas anderes fest.

Assessment-Center und andere Auswahlverfahren nehmen mitunter viel Zeit in Anspruch. Diese bleibt allerdings unbezahlt. Auch ein eventueller Verdienstausfall kann nicht in Rechnung gestellt werden.


Schlupfloch für Arbeitgeber

In der Praxis bleiben Bewerber oft auf ihren Fahrtkosten sitzen. Bei der Einladung zum Vorstellungsgespräch kann der Arbeitgeber ausdrücklich darauf hinweisen, dass er keine Auslagen übernimmt. Das ist rechtlich zulässig. Unter Umständen zahlt dann die Bundesagentur für Arbeit, falls sie das Gespräch vermittelt hat.

Ob das Treffen nach einer Initiativbewerbung oder einer Ausschreibung zustande kam, spielt übrigens keine Rolle.

Quelle: ntv.de

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