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Streit mit dem Amt Wie hoch fällt das Elterngeld aus?

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Elterngeld können leibliche Eltern, aber auch Adoptiveltern beantragen.

(Foto: dpa)

Wie hoch Elterngeld ausfällt, wird grundsätzlich auf Grundlage des Durchschnittseinkommens berechnet. Doch was gilt, wenn die werdende Mutter wegen einer Risikoschwangerschaft zuletzt Einkommensverluste hatte? Dann muss neu gerechnet werden.

Wie hoch Elterngeld ausfällt, hängt vom Verdienst ab - und zwar vom durchschnittlichen Einkommen in den letzten zwölf Monaten vor dem Mutterschutz. Wenn die werdende Mutter in dieser Zeit jedoch Einkommensverluste hatte, kann sich der Berechnungszeitraum unter Umständen verschieben.

Entscheidend dafür ist die Ursache des Einkommensverlustes, wie ein Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen (Az.: L 2 EG 8/18) zeigt. Im verhandelten Fall hatte eine Frau durch eine Kündigung ihren Arbeitsplatz verloren. Die Hotelfachfrau bemühte sich anschließend um eine neue Anstellung und war bei zwei Unternehmen zum Probearbeiten.

Sie wurde jedoch nicht eingestellt, weil sie mit Zwillingen schwanger wurde und ihre Frauenärztin wegen der Risikoschwangerschaft ein Beschäftigungsverbot aussprach. Nach der Geburt der Kinder berechnete die Behörde das Elterngeld aufgrund der vorangegangenen zwölf Monate - also einschließlich der Zeit ohne Verdienst zwischen Jobverlust und Geburt. Dadurch fiel das errechnete Durchschnittseinkommen der Frau um rund 1000 Euro niedriger aus.

Höherer Verdienst wahrscheinlich

Dagegen wehrte sich die Frau - und zwar mit Erfolg. Die Richter waren davon überzeugt, dass die Klägerin ohne die Risikoschwangerschaft wahrscheinlich eine neue Arbeit gefunden und somit einen höheren Verdienst erzielt hätte. Denn die Frau sei eine erfahrende Mitarbeiterin, die in einem Gewerbe mit großem Fachkräftebedarf tätig ist und keine weiteren gesundheitlichen Einschränkungen hat.

Für die Minderung des Einkommens sei in ihrem Fall die schwangerschaftsbedingte Erkrankung die Ursache und nicht der Jobverlust. Die Behörde musste das Elterngeld deshalb neu berechnen.

Seit dem 1. Juli 2015 können Eltern zwischen dem Basiselterngeld und dem Elterngeld Plus wählen. Die Höhe liegt bei meist 65 Prozent des Durchschnittsnettoeinkommens vor der Geburt. Gezahlt werden mindestens 300 Euro, maximal 1800 Euro. Den Mindestbetrag von 300 Euro können Eltern zum Beispiel beanspruchen, wenn sie studieren oder arbeitslos sind. Bis zu zwölf Monate kann ein Elternteil Basiselterngeld beziehen. Betreut der Partner für mindestens 2 Monate das Kind, verlängert sich die Bezugsdauer von Basiselterngeld für die Eltern auf 14 Monate.

Vom Elterngeld Plus profitieren vor allem Mütter und Väter, die Teilzeit arbeiten wollen. Sie dürfen maximal 30 Stunden in der Woche arbeiten und erhalten Elterngeld Plus zusätzlich zum Gehalt. Das Elterngeld Plus wird für den doppelten Zeitraum gewährt. Das bedeutet, Eltern können einen Monat Basiselterngeld in zwei Elterngeld Plus-Monate umwandeln.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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