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Frist für Online-Bestellungen Wie lange muss man warten?

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Juristisch gesehen kommt der Vertrag zwischen Kunden und Händler nicht automatisch schon mit der Bestellung zustande.

(Foto: picture alliance / dpa)

So mancher Online-Händler hat den Ehrgeiz, die bestellte Ware noch am selben Tag zum Kunden zu bringen. Doch die Regel ist das nicht. Manchmal treffen die Einkäufe erst Monate später ein. Welche Lieferzeiten sind im Online-Handel überhaupt noch zumutbar?

Online-Shopping ist bequem. Aber nicht immer ist die gewünschte Ware auch vorrätig. Dann stellt sich die Frage: Wie lange müssen Kunden nach einer Bestellung warten?

"Es kommt immer auf den Einzelfall an", erklärt Rechtsanwältin Sylvia Kaufhold aus Dresden, die Mitglied des Zivilrechtsausschusses des Deutschen Anwaltvereins (DAV) ist. "Eine Woche ist aber in der Regel eine angemessene Frist."

Trifft die Bestellung erst nach vielen Monaten beim Kunden ein, muss dieser die Ware nicht mehr zwingend annehmen und kann den Kaufpreis zurückfordern. Es sei denn, der Händler hat den Kunden bereits im Online-Shop ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Ware erst nach längerer Zeit geliefert werden kann. "Dann kann der Kunde ja selber entscheiden, ob er den Vertrag mit dem Händler trotzdem schließt oder nicht."

Juristisch gesehen kommt der Vertrag zwischen Kunden und Händler nicht automatisch schon mit der Bestellung zustande, sondern in der Regel erst mit der Versandbestätigung.

Wer eine Bestellung erst nach langer Zeit erhält und die Ware gar nicht mehr möchte, muss das Geschäft nicht eingehen. "Sie können gegenüber dem Händler erklären, dass aus Ihrer Sicht kein Vertrag zustande gekommen ist", erklärt Kaufhold.

Eine andere Möglichkeit: "Sie können von Ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen." Dazu müssen Kunden den Widerruf erklären - schriftlich, per Mail oder telefonisch. In beiden Fällen müssen sie die Ware zum Händler zurückschicken. Dabei müssen sie damit rechnen, dass sie die Kosten für den Rückversand zu tragen haben. Bis vor wenigen Jahren war noch der Verkäufer dazu verpflichtet, das anfallende Porto zu übernehmen, wenn der Artikel 40 Euro oder mehr kostete. Seit Sommer 2014 erlaubt eine EU-Verbraucherrechte-Richtlinie jedoch, Retouren kostenpflichtig zu machen. Doch viele Händler verzichten freiwillig auf ihr Recht.

Ungeachtet dessen muss der Online-Händler, möchte er die Rücksendekosten nicht selbst tragen, den Käufer vor Vertragsabschluss über die finanziellen Belastungen durch eine mögliche Retoursendung im Rahmen eines Widerrufs informieren. Unterlässt er dies, muss er auch die Kosten der Rücksendung tragen.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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