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Nespresso im Elektromarkt Wie viel Pulver steckt in der Kaffee-Kapsel?

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Auch für Kapseln gilt: Das Preis-Mengen-Verhältnis muss erkennbar sein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Kaffeetrinker müssen den Preis von dem in Kapseln verpackten Wachmacher mit dem von Pulverkaffee vergleichen können, urteilt der Bundesgerichtshof. Es ist demnach nicht ausreichend, wenn nur die Stückzahl der Kapseln genannt wird.

Gut 250.000 Tonnen Kaffeekapseln werden durchschnittlich pro Jahr in Deutschland verbraucht. Ungeachtet der Tatsache, dass das für die Kapseln verwendete Aluminium für Mensch und Umwelt problematisch ist. Auch der Nespresso des Herstellers Nestlé ist gefragt. Dem trägt ein Elektromarkt Rechnung und bietet sie seiner Kundschaft zum Kauf an - allerdings ohne das Gewicht des Kaffeepulvers in jeder einzelnen Kapsel auf der Verpackung auszuweisen.

Daran störte sich der Verband Sozialer Wettbewerb und verklagte den Elektromarkt auf Unterlassung. Schließlich sollen Kaffeetrinker die Preise der verschiedenen Produkte möglichst leicht vergleichen können. Der Streit landete final vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Der befand, dass es nicht ausreicht, wenn auf der Packung die Anzahl der Kaffeekapseln angegeben ist. Vielmehr muss für jede Kapsel der Grundpreis, also der Preis je 100 Gramm oder Kilogramm Kaffee angegeben werden (Az.: I ZR 85/18).

Preis-Mengen-Verhältnis muss erkennbar sein

Laut BGH lag in der bisherigen Praxis, nur die jeweilige Art der Kapseln, die Menge von zehn Stück je Packung sowie den Preis und das Gewicht der Packung anzugeben, ein unlauteres Verhalten und somit ein Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb vor.

Denn so sei es für den Verbraucher nicht möglich, einen Vergleich der Kaffeekapseln mit anderem Kaffee, also auch mit Pulverkaffee in loser Verpackung vorzunehmen. Hieran habe er jedoch ein berechtigtes Interesse. Es könne nicht davon auszugehen sein, dass der Verbraucher lediglich Kapselkaffee untereinander vergleichen wolle. Dieser mögliche Vergleich sei nur gewährleistet, wenn die Packung Angaben dazu enthält, wie viel Kaffee in der einzelnen Kapsel enthalten ist und wie viel dieser koste, also unter Angabe des Grundpreises. So müsse für Verbraucher das "Preis-Mengen-Verhältnis" für jede einzelne Kapsel erkennbar sein, um eine vergleichbare Größe zu haben. Dass zusätzlich auch die Stückzahl angegeben werden muss, ändert laut BGH nichts an dieser Beurteilung.

Quelle: n-tv.de, awi

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